Der aus dem dänischen Nationalteam ausgeschlossene Radprofi Michael Rasmussen fährt weiter bei der Tour de France. Etwa 90 Minuten vor dem Start der zwölften Etappe von Montpellier nach Castres bekam Rasmusseen die Starterlaubnis von den Verantwortlichen. Tour-Direktor Christian Prudhomme sagte, es gebe derzeit keine ausreichenden Gründe, die Sanktionen gegen den Spitzenreiter im Gesamtklassement rechtfertigen würden.

Am Donnerstag wurde Rasmussen aus der dänischen Nationalmannschaft ausgeschlossen, weil er Dopingkontrolleuren mehrere Male seine Trainingsorte verschwiegen haben soll. Dies berichtete die Tageszeitung L'Equipe . Nach den Statuten des internationalen Radsportverbandes (UCI) müssen die Radprofis den Weltverband über ihren jeweiligen Aufenthaltsort für mögliche Dopingtests in Kenntnis setzen.

Prudhomme kritisierte den dänischen Radsportverband (DCU) dafür, dass er erst jetzt die verpassten Dopingkontrollen und die Verbannung Rasmussens aus dem Nationalteam bekanntgegeben habe. Der DCU hatte die Suspendierung nach eigenen Angaben schon am 21. Juni beschlossen, machte die Entscheidung aber erst jetzt, nach vier Wochen, öffentlich. Wieso die Öffentlichkeit so lange nicht informiert wurde, blieb unklar.

Rasmussen selbst teilte in Frankreich mit, dass er seit drei Wochen von der Entscheidung der DCU weiß. „Es muss jemanden an der Spitze geben, der mir nichts Gutes will. Ich habe versucht, eine Erklärung dafür zu geben, was passiert ist, aber die wollen sie nicht akzeptieren“, sagte der Träger des Gelben Trikots. Das alles sei "nichts, was meine weitere Teilnahme an der Tour in irgendeiner Weise stören sollte".