Tour de France Winokurow positiv getestetSeite 2/2
Die B-Probe zum positiven Test von Patrik Sinkewitz soll in einer Woche veröffentlicht werden. Das teilte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping, nach einem Gespräch mit Sinkewitz-Anwalt Michael Lehner mit. Ohne sich auf eine angestrebte Kronzeugen-Regelung festzulegen, ließ der suspendierte T-Mobile-Profi über seinen Anwalt mitteilen, "an einer gemeinsamen Lösung" mit seinem Team und dem BDR interessiert zu sein.
- Datum 25.07.2007 - 10:22 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, tso
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Fremdblut?? Donnerwetter! Das waren bestimmt noch die alten Tüten von Ullrich und Basso... Naja, irgendwer muss sie ja benutzen, bevor das Haltbarkeitsdatum überschritten wird.
Verkehrte Sichtweise; nichts weiter.
Es ist überhaupt nicht wichtig, wer wann dem Doping verfällt, sondern wer am Schluß NICHT gedopt wurde. Das wär' mal interessant.
Verkehrte Sichtweise; nichts weiter.
Es ist überhaupt nicht wichtig, wer wann dem Doping verfällt, sondern wer am Schluß NICHT gedopt wurde. Das wär' mal interessant.
Es sollte bekannt sein, daß die Nachricht "Ein Hund hat gebellt" keine ist. Eine Nachricht dagegen, wäre: "Ein Hund hat nie gebellt"
Nach Monaten mit verschärften Dopingkontrollen, team-eigenen Anti-Doping-Programmen, Unterschrift einer Ehrenerklärung mit Einsatz eines Jahresgehalts, der Affäre Sinkewicz, dem Ausstieg der wichtigsten deutschen Sender aus der Live-Berichterstattung, den Diskussionen um Rasmussen - nach all dem setzt jemand (wer?) Herrn Vinokourov eine Bluttransfusion.
Ich muss gestehen, dass dies mein Vorstellungsvermögen übersteigt. Was geht im Kopf der Verantwortlichen für diesen neuen Vorfall vor? Was steckt dahinter? Ist das allen Ernstes nur Dummdreistigkeit? Oder setzt jemand Vinokourov (oder sein Team) so sehr unter Druck, dass derartige Risiken vertretbar erscheinen?
Was nun folgt, scheint vorgezeichnet: Vinokourov wird an den Pranger gestellt, gesperrt, entlassen, angeklagt und mit horrenden Geldstrafen belegt. Ob Astana neben dem Tour-Ausschluss noch weitere Konsequenzen drohen, steht in den Sternen.
Also mir reicht die Erklärung vom persönlich motivierten Einzelfall schon lange nicht mehr aus - dafür ist die Liste allein der kürzlichen Vorfälle schlicht zu lang. So langsam sollte die Zeit vorbei sein, wo man die gedopten Fahrer allein zu Sündenböcken macht und die unauffälligen Fahrer gleich mit in Sippenhaft nimmt. Es muss auch denen an den Kragen gehen, die Teamverantwortung tragen, und denen, die die Einnahme leistungssteigernder Mittel fördern, dulden oder wie auch immer unterstützen. Und wenn man diese nicht (sport-)rechtlich dingfest machen kann, ist hier ein Stück investigativer Journalismus gefragt.
...oder sich nicht wundern, wenn "die Jungs" mit steinhageln begrüßt werden. ach, meine tagträume...
War kürzlich in Frankreich. Zehn Stunden am Tag gibt's TdF im Fernsehen: Berichte über Rennen, Feste, Begeisterung! Viel Stolz, nach wie vor, obwohl seit vielen Jahren kein Franzose mehr in Gelb nach Paris fuhr. Und eine gewisse nachdenkliche Traurigkeit angesichts dessen, dass es neuerdings immer leichter wird, das nationale Drei-Wochen-Fest in den Schmutz zu ziehen. (Man jammert nicht, bewahrt Haltung, aber doch ...) Wir hier in Deutschland haben gar nichts zu bestimmen hinsichtlich der Frage, ob man die Tour abbrechen sollte oder nicht.
Nach wie vor ist die Tour de France das mächtigste Ereignis im internationalen Radsport. Gestern abend sah man die Hauptverantwortlichen der Tour-Organisation im Fernsehen. Ich hatte den Eindruck, es ist ihnen Ernst in ihrem Bemühen um einen - wenigstens dem Anspruch nach - sauberen Sport. Es gibt kein Augenzwinkern mehr. Leute, die sich auf geschickte Art und Weise Kontrollen entziehen, werden nächstes Jahr gar nicht mehr an den Start gehen können. Die UCI und die nationalen Verbände bekommen Druck!
Vielleicht ist die TdF eine letzte Chance für den Radsport. Die Tour ist "Nummer eins", Giro und Vuelta spielen zweite Geige. Wenn bei der Tour ein gründliches Umdenken stattfindet (oder bereits stattgefunden hat) und gleichzeitig die Hauptsponsoren der Profi-Teams beginnen, mit ihrem Geld sehr, sehr nachdenklich umzugehen, hat der Radsport vielleicht noch eine winzige Chance!
Wenn selbst im Land der größten Tour-Fans Frankreich (die die Tour nicht umsonst und gut bezeichnend "Grande Boucle" nennen) die Zustimmung schwindet und fast 80% der Befragten (Umfrage siehe: http://www.lejdd.fr/sonda...) nicht mehr an die Ehrlichkeit der Teilnehmer glauben, ist dies für mich ein überdeutliches Zeichen.
Einstellen kann man die Tour nicht ohne weiteres, wer das verlangt, muss die Tour einmal in Frankreich selbst erlebt haben um zu wissen, dass dagegen einfach zu viel spricht.
Die Franzosen werden aber ihre Lehre nun endgültig ziehen: ich wage die Prognose, dass sich bis zur nächsten Tour (die sicher stattfinden wird!), Einiges fundamental ändern wird, Betrüger werden im Vorfeld ausgesiebt werden, die Überwachung wird stärker professionalisiert werden.
Inkonsequent finde ich es übrigens von ADR und ZDF, zwar nicht mehr in Sondersendungen über die Tour zu berichten aber trotzdem in jeder Nachrichtensendung der Tour überhaupt noch einen Zeitrahmen einzuräumen.
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