Film
Einer, der sich erinnerte
Ulrich Mühe war ein begeisterter Theatermann und vielfältiger Schauspieler. Er glänzte in seiner Rolle als Stasi-Offizier im "Leben der Anderen" - auch weil er nur zu gut um die Überwachung in der DDR wusste. Am Sonntag starb er mit 54 Jahren viel zu früh.
Ulrich Mühe war gerade erst auf dem Gipfel seines Ruhms angelangt. Für das Stasi-Drama Das Leben der Anderen erhielt er eine ganze Reihe von Preisen und am Ende auch noch den Oscar. Unvergessen bleibt die Szene, in der Mühe als MfS-Offizier Gerd Wiesler mit seinen dunklen Augen zusammengesunken über Kopfhörer der Melodie lauscht, die aus der Wohnung unter ihm kommt, die er überwacht. Der Film machte ihn auch zum internationalen Star. Sein Tod kam tragisch früh. Am Sonntag starb Mühe im Alter von nur 54 Jahren nach einem schweren Krebsleiden.
Als Künstler kannte Mühe die Repressalien des SED-Staates. Auf die Frage, wie er sich auf
Das Leben der Anderen
vorbereitet hat, sagte der frühere DDR-Theaterstar schlicht: "Ich habe mich erinnert." Geboren im sächsischen Grimma, leistete Mühe seinen Wehrdienst auch an der Berliner Mauer. Davon bekam er Magengeschwüre und musste den Dienst vorzeitig abbrechen. Im November 1989 hatte Mühe mit anderen Künstlern gegen den SED-Staat demonstriert.
Wie überwacht das Leben in der DDR war, wusste er selbst also nur zu gut - privat stritt er mit seiner mittlerweile verstorbenen Exfrau Jenny Gröllmann erbittert vor Gericht, ob er sie als IM bezeichnen durfte, wie im Buch zu Das Leben der Anderen geschehen. Er durfte nicht - eine bittere Erfahrung für ihn.
Schon vor seiner Filmkarriere war Mühe bereits Publikumsliebling: Millionen TV-Zuschauer schalteten freitagabends ein, wenn Mühe als Gerichtsmediziner Robert Kolmaar seit 1998 in der ZDF-Serie Der letzte Zeuge Verbrechen aufklärte. "Hamlet ermittelt", nannte ein Kritiker Mühes Können einmal. Denn eigentlich war Ulrich Mühe ein Theatermann, der sein Handwerk in Leipzig und Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, gelernt hatte, wo er 1979 sein erstes Engagement erhielt und in einem Ibsen-Stück debütierte. Mit Heiner Müller feierte er dann große Erfolge. Der hatte ihn in den achtziger Jahren für die Ost-Berliner Volksbühne entdeckt. Mühe wurde Ensemblemitglied am traditionsreichen Deutschen Theater und erntete viel Beifall für seine Rollen in Goethes Egmont oder Lessings Nathan der Weise . Seine Theaterkarriere führte ihn bis ans Burgtheater Wien.
Nach dem Mauerfall 1989 blieb er seinem Fach treu und erhielt als Charakterdarsteller viele Preise. Aber es ärgerte ihn, wenn von "DDR-Schauspielern" die Rede war: "Ich fand das ziemlich diskriminierend in den neunziger Jahren, als immer in Klammern stand 'DDR-Schauspieler' - so etwas hat man bei Uschi Glas nicht gemacht."
- Datum 27.7.2007 - 15:16 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa
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von Ex-DDR-Schauspielern sprach, war das in meinen Augen immer ein Gütesiegel. Die waren nämlich in der Regel hervorragend ausgebildet und sind eben auch vielfach wunderbare Schauspieler, was ich von Uschi Glas nicht unbedingt sagen würde, auch wenn sie eine schon immer bundesdeutsche Schauspielerin ist. Da brauchte Mühe sich nun wirklich nicht zurückgesetzt fühlen.
Teufelsabbiss, artfranke-berlin.de
Unsere Familie und meine Freunde wollte ihm noch am vergangenen Samstag auf elektronischem Wege die besten Wünsche auf baldige Genesung senden. Wir kamen nicht dazu und kommen nun zu spät. Als ich heute vormittag in den Medien vom Tod von Ulrich Mühe gehört hatte, standen mir die Tränen in den Augen. Ich selbst bin nur ein Zuschauer wie Tausende auch.Aber bei mir hat sein Können, seine überzeugende schauspielerische Leistung - gerade im Oscar-Film - so tiefe menschliche Sympathiespuren hervorgerufen mit der Folge, dass mir jetzt aus tiefem ehrlichen Herzen einfach die Worte über den für uns alle eingetretenen Verlust fehlen. Es tut wirklich sehr weh, Ulrich Mühe verloren zu haben. Er war ein Ostdeutscher, der nach der Wiedervereinigung ein großer Deutscher geworden ist !
Leider ist dieser Nachruf ziemlich oberflächlich und über das erträgliche Maß hinaus vorurteilsbeladen, in Details sogar inhaltlich falsch.
Der starken, sich ohne Nach-Hinten-Schauen, also "Rücksichts-los", orientierenden Schauspieler-Persönlichkeit UM wird er jedenfalls überhaupt nicht gerecht.
(Die "Zeit" sollte ein Qualitätsmanagement für veröffentlichungswürdige Beiträge einführen - ausdrrücklich: nicht Zensur; sondern, ich wiederhole mich: Qualität!)
zwischen den Interessen der habgierigen ÖL und Rüstungslobby eines Imperiums, und einer Zivilbevölkerung die versucht der Unterdrückung zu widerstehen, das kann nicht gut gehen, auch nicht in den Vasallenstaaten, das werden wir in Afganistan zu spüren bekommen. Da unser Vasallenstatus uns nicht erlaubt selbst rechtzeitig aus der Scheisse rauszukommen, kann Hilfe nur von neuen dynamischen Kräften kommen.
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