Tour de France Sat. 1 sattelt auf

Der private Fernsehsender Sat. 1 steigt mit sofortiger Wirkung in die Live-Berichterstattung der Tour de France ein.

ARD und ZDF haben sich aus ethischen Gründen aus der Tour-de-France-Berichterstattung zurückgezogen. Sat.1 scheint da weniger Skrupel zu haben. Der TV-Sender steigt ab sofort in die Live-Übertragung ein. Wie ProSiebenSat.1 am Donnerstag mitteilte, hat der TV-Konzern die Rechte übernommen.

Bereits am heutigen Donnerstag, 15.00 Uhr, startete die erste Sendung von der 11. Etappe von Marseille nach Montpellier. Die Journalisten kommentieren am ersten Tag wegen der Kurzfristigkeit aus Berliner Studios. Ab Freitag wird Sat.1 mit einem Team vor Ort sein.

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"Ich bin sehr froh, dass wir so kurzfristig eines der weltgrößten Sportereignisse zeigen können. Alle, die dem Radsport verbunden sind, haben eine gute Berichterstattung verdient", sagte Sat.1-Chef Matthias Alberti.

Einen Tag zuvor hatten ARD und ZDF den vorläufigen Ausstieg aus der Berichterstattung von der Tour beschlossen, nachdem der Dopingfall um T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz bekannt geworden war. Der Bund Deutscher Radfahrer hatte den Ausstieg der öffentlich-rechtlichen Sender als "schweren Rückschlag" für den Radsport bezeichnet.

 
Leser-Kommentare
  1. Wen wundert das ? Mich nicht .

    Ist doch klar , dass die privaten Sender keine Moral kennen .

    Ob sie allerdings Eurosport übertrumpfen werden ? Ich glaube nicht .

  2. ...könnte die Verlogenheit des Profisports besser dokumentieren.

    • Funsta
    • 19.07.2007 um 16:07 Uhr
    3. ethik?

    tja,

    was soll man auch anderes von den privatsendern erwarten. ich bin erschüttert über kommentare von seiten der fdp (siehe sz), die das auch noch gut heißen. die ganze sache ist einfach erbärmlich. die privatsender zeigen einmal mehr um was es ihnen geht. sicher verwerflich ist dies nicht unbedingt, sie müssen sich ja durch werbung finanzieren. aber ein gewisses maß an moral wäre wirklich angebracht.

    ich hoffe ard/zdf lassen die tour zumindest für dieses jahr durchgehend aus ihrem programm

  3. .. dass ein privater Sender statt den ÖR einsteigt. Die haben sich jetzt wohl selbst ein Bein gestellt, ohne wirklich was erreicht zu haben. Außer eine Debatte anzuheizen, die sowieso nie ein Ende finden wird.

  4. Wie kann man nur so quotengeil sein? Eben noch wird die halbe Nachrichtenmannschaft entlassen und nun werden auf Sat1 und am Samstag wohl sogar auf Pro7 die Tour gezeigt und damit die Entscheidung von ARD und ZDF ad absurdum geführt. Dabei gibt es nicht einmal mehr eine Sportredaktion. Genauso ist derzeit gerade mal nur ein Reporter vor Ort. Die Kommentatoren kommen gar nicht so schnell nach Frankreich und moderieren heute vorerst aus Berlin.

    Angeblich wurde auch RTL die Lizenz angeboten, die haben aber dankend abgelehnt. Das finde ich hat Stil.

  5. ... können ja dann gleich auch noch das Sponsoring von T-Com übernehmen.
    Vermutlich gibt es dann nächstes Jahr eine Live-Show "Deutschland sucht den Super-Doper" mit Jan Ullrich als Moderator und der Pharma-Industrie als Hauptsponsor.

  6. Sat1 ist auf dem besten Wege, zu einem nahezu inhaltsfreien, kritiklosen Sender zu werden, der nur auf die billige Quote schielt. Mit Qualitätsfernsehen hat das nichts zu tun. Gewissenlos dem dringend notwendigen Ausstieg der Öffentlich-rechtlichen in den Rücken zu fallen, zeigt deutlich das Profil des Senders.
    Bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer das entsprechend quittieren und ihrerseits Sat1 boykottieren. Ich werde es tun.

    • Koppi
    • 19.07.2007 um 19:05 Uhr

    ..habe ich, ob mich zu diesem Thema äußern soll. Die öffentliche Meinung scheint- zumindest wenn man die Vorkommentatoren als Maßstab nimmt- ehe schon klar.
    Aber worum geht es überhaupt...?
    Vermutlich werden sich gerade zu dieser Stunde viele Leser über die Privaten aufregen. Menschen, die just in diesem Moment bei einem Bier, einem Glas Wein versuchen „vom Stress des heutigen Tages wieder herunter zu kommen“. Vermutlich werden sich auch nach diesen Sommerferien wieder jede Menge Kinder auf anstehende Klausuren vorbereiten und eine nicht unerhebliche Anzahl nimmt dabei –auch bereits in jungen Jahren mit Wissen und sogar Unterstützung der Eltern- medikamentöse Unterstützung zu Hilfe. Ich denke, dass sich auch morgen wieder viele Menschen mittels Medikamente die Prüfungsangst vor dem anstehenden Vorstellungsgespräch oder einem Auswahlverfahren nehmen. Auch morgen werden wieder jede Menge Leute vermeintlich nur mit Medikament ihren Berufsalltag überstehen können. Vermutlich…?
    Wie gut ist es doch, dass wir uns da über den Radsport aufregen können – so brauchen wir wenigstens nicht über uns selber, unsere Gesellschaft oder mögliche Ursachen nachdenken.
    In diesem Sinne…

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