Dieser Donnerstag ist ein guter Tag für Peer Steinbrück. Der Monatsbericht seines Finanzministeriums, der an diesem Tag veröffentlicht wurde, belegt: Die Steuereinnahmen des Bundes übertreffen alle Erwartungen. Alleine im ersten Halbjahr 2007 flossen 18,4 Prozent mehr in die Kassen des Finanzministers als im gleichen Vorjahreszeitraum. Aufs ganze Jahr gerechnet, hatte er ein Plus von gut acht Prozent eingeplant. Die gute Konjunktur, aber auch die höhere Mehrwertsteuer verschaffen der Regierung nun einen unverhofften Geldsegen.

Dank des Stroms an Steuergeldern sind auch die Gesamteinnahmen des Bundes mit mehr als 14 Prozent fast doppelt so stark gewachsen wie für das Gesamtjahr geplant. Zugleich stiegen die Ausgaben nicht so schnell wie gedacht. Die frohe Botschaft des Finanzministers: Schon jetzt sei klar, dass der Bund nicht so hohe Nettokredite aufnehmen müsse wie geplant.

Wie hoch der Kreditbedarf tatsächlich sei, hänge vor allem von zwei Faktoren ab, teilte Steinbrücks Haus mit. Davon, wie viel der Bund für den geplanten Ausbau der Kleinkinderbetreuung noch im Haushaltsjahr 2007 zahlen müsse, und wie weit Staatsbesitz noch im laufenden Jahr privatisiert werde. Bislang kalkuliert die Bundesregierung mit Aufwendungen für die Kleinkindbetreuung in Höhe von vier Milliarden Euro und mit Privatisierungserlösen in Höhe von rund 9,2 Milliarden Euro.