Irak Humanitäre Krise
Die tägliche Gewalt überdeckt die katastrophale Versorgungslage im Irak - Schuld daran seien auch Regierung und die Vereinten Nationen, sagen Hilfsorganisationen. Ein weiteres Problem sind die vielen Flüchtlinge
Hilfsorganisationen im Irak warnen vor den massiven Folgen einer desaströsen Unterversorgung der Bevölkerung. Die täglichen Anschläge und die religiös motivierte Gewalt im Irak verdeckten die humanitäre Krise, die sich seit der Invasion des Landes im Jahr 2003 verschärft habe. Das teilten die unabhängigen Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam und das Coordination Committee in Iraq (NCCI) am Montag in einer in London verbreiteten Erklärung mit. Ihrer Einschätzung nach steht das Zweistromland vor einer Katastrophe. Jeder dritte Iraker benötigt dringend Notfall-Hilfe.
Zwar seien die täglichen Anschläge die größte Bedrohung, doch acht Millionen Iraker benötigten dringend Wasser, Hygieneartikel, Nahrungsmittel oder eine Unterkunft. Insgesamt vier Millionen Menschen seien vertrieben worden, die meisten lebten in "grässlicher Armut". Scharfe Kritik übten die Organisationen vor allem an der irakischen Regierung, aber auch an den Vereinten Nationen: Diese würden nicht genug gegen die Krise tun.
Dabei wäre Hilfe möglich. "Die irakische Regierung, die UN und die internationale Gemeinschaft könnten trotz der schrecklichen Gewalt mehr für die Bedürfnisse der Menschen tun", sagte Jeremy Hobbs, Direktor von Oxfam International. "Die grundlegenden Dinge wurden von Jahren des Krieges und der Sanktionen zerstört." Es sei unter anderem nötig, dass die Spenden richtig eingesetzt werden. Viele Hilfsorganisationen würden jedoch keine Gelder von Regierungen annehmen, die in den Krieg verwickelt waren, um unabhängig zu bleiben.
Laut des Oxfam-Berichts sind 70 Prozent der rund 26,5 Millionen Iraker von der Wasserversorgung abgeschnitten - vor der Invasion im Jahr 2003 waren es 50 Prozent. Nur jeder Fünfte habe Zugang zu sanitären Einrichtungen. Fast 30 Prozent der Kinder seien unterernährt (verglichen mit 19 Prozent vor dem Beginn des Krieges). Rund vier Millionen Menschen (etwa 15 Prozent der Bevölkerung) hätten nicht die Mittel, regelmäßig zu essen. Mehr als zwei Millionen Menschen - hauptsächlich Frauen und Kinder - wurden dem Bericht zufolge innerhalb des Landes vertrieben. Weitere zwei Millionen seien über die Grenzen geflohen, vor allem nach Syrien und Jordanien.
Die Nachbarstaaten schlagen angesichts der Flüchtlingsströme Alarm. Ihre Vertreter warnten am Wochenende insbesondere vor einer Überlastung der Gesundheitsversorgung in ihren Ländern. Schätzungen zufolge verlassen jeden Monat bis zu 60.000 Iraker ihre Heimat, 40.000 davon finden allein in Syrien Zuflucht. Auf einer von der Weltgesundheitsorganisation WHO organisierten Konferenz in der syrischen Hauptstadt Damaskus, an der auch Vertreter des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes sowie verschiedener UN-Organisationen teilnehmen, sollten regionale Ansätze entworfen werden, um den Flüchtlingen sowie deren Gastländern unter die Arme zu greifen.
Experten aus Iran, Jordanien und Syrien berichteten von massiven Versorgungsengpässen. Der stellvertretende syrische Außenminister Mekdad rief die USA und die Weltgemeinschaft auf, sein Land bei der Versorgung der Flüchtlinge zu unterstützen.
- Datum 30.07.2007 - 04:40 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Tagesspiegel
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muss nicht um die Annerkennung der Menschen kämpfen mit Hilfe von Wohltaten, das haben nur Despoten nötig. Deshalb gings unter Saddam den Menschen besser trotz Sanktionen und Krieg.
Schuld seien auch "die Regierung" und die UN?!
Die netten Leute von den Hilforganisationen sind entweder Schlitzohren oder sie haben vom Ursache- Wirkungsprinzip noch nie was gehört.
Wer ist denn da einmarschiert und dran "schuld"?
In der ganzen islamischen Welt gibt es entweder Chaos oder Diktatur, wo man auch hinsieht.
Woher sollte man denn wissen, das islamische Länder einen Diktator brauchen, der die öffentliche Ordnung mit eiserner Faust durchsetzt? Viele haben es geahnt, aber wissen konnte man das nicht. J.S.
die deutschen brauchten auch einen Diktator sie rechtzeitig von ihrer Diktatur und Mordlust zu befreien , bevor das die "demokrtische Atombombe" getan hätte, Glück gehabt, das war knapp ;-)
Hoffen wir also auf neue dynamische kräfte uns zu Retten, bevor die Gewalt die wir verbreiten uns verschlingt .
http://www.focus.de/polit...
"Kritik an der geplanten Aufrüstung kam auch aus Deutschland. Die SPD-Spitze erklärte, das Geschäft sei gefährlich, kurzsichtig und verantwortungslos. „Präsident George W. Bush verfügt offenbar über die Gabe, in der Außenpolitik immer exakt den falschen Ansatz zu wählen“, sagte Generalsekretär Hubertus Heil am Montag in Berlin. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, sprach von einer Strategie mit hohem Risiko. Wer in ein Pulverfass wie Nahost noch weitere explosive Gegenstände hinzufüge, mache die Region nicht sicherer, warnte der CDU-Politiker. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, die Spannungen in der Region müssten „bevorzugt auf politischem Wege“ abgebaut werden."
Dass es einigen "Verfassern diverser Zeilen" nicht passt, wenn die geplante Auffuellung des Pulverfasses Nahost durch die USA auf starke, nationale und internationale Kritik stoesst, kann man durchaus verstehen, wenn man sich einige martialische Kommentare in diesem Forum anschaut. Nicht jede Kritik ist allerdings gleich Antiamerikanismus. Wie Amerika aus dem Iraq heraus kommen soll, wird ja auch in Amerika selbst zunehmend diskutiert. Nichts besonderes also. Dass Iran ein Horrorszenario befuerchtet, wundert mich ebensowenig.
Angesichts der atomaren und konventionellen Aufrüstung des Iran ist die konventionelle Nachrüstungrüstung seiner Nachbarn wohl mehr als verständlich.
Wir können froh sein, wenn die Nachbarn des islamischen Gottesstaates nicht auch noch atomar aufrüsten.
Das die westlichen Waffenlieferungen bei Freunden der iranischen Theokratie in Deutschland nicht auf Beifall stoßen, sollte niemanden wundern. J.S.
http://www.faz.net/s/RubD...
Wie man schon befuerchtet hat, wird Saudi-Arabien bei einem ueberstuerzten Rueckzug der USA aus dem Iraq seinen sunnitischen Verbuendeten militaerisch zur Hilfe eilen. Das waere dann wirklich die Eskalation.
Die Aufruestung dieses unsicheren Kantonisten mit 20 Milliarden Dollars zu diesem Zeitpunkt ist vollkommen unverantwortlich und ein boeses Omen fuer die Region.
Steht auch in dem von Fahad verlinkten Artikel. Was in dem Artikel allerdings falsch dargestellt wird, ist die Rolle des saudischen Königshauses.
Das saudische Königshaus ist das einzige was zwischen den Islamisten (Bin Laden und Co.) und der Macht im "heiligen Land der Muslime" steht.
Und Bin Laden und Co. als Herrscher über das extrem Öl reiche "heilige Land der Muslime" Saudi Arabien, wäre der "Super GAU".
Im "heiligen Land der Muslime" einmarschieren, um Bin Laden usw. zu verhaften, wäre z.B. sicher Auslöser für einen Weltkrieg. Mehr als 1 Milliarde Muslime wäre jedenfalls extrem verärgert. Das heisst Bin Laden und Co. könnten dann im Prinzip machen, was sie wollten und könnten dies auch noch spielend finanzieren.
Was eine Machtübernahme unkontrollierbarer sunnitscher Islamisten in Saudi Arabien für Konsequenzen für den schiitischen Iran haben würde, ist da schon fast eine zweitrangige Frage.
Fazit: Wir haben keine Wahl und müssen das saudische Königshaus als kleineres Übel unterstützen. J.S.
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