Arbeitszeit Urlaub für die Arbeitnehmer!
Weiterbildung ist nötig, sagt der DGB. Doch für sie zu sorgen, liege in der Verantwortung der Unternehmen. Ihr den Urlaub zu opfern, sei zu viel verlangt
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Idee der Industrieverbände zurückgewiesen, den Urlaub künftig zur Weiterbildung zu nutzen. Der Vorschlag sei nicht durchdacht und gehe an der Realität vorbei, sagte DGB-Bundesvorstand Hermann Nehls am Freitag in Berlin.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, hatte gefordert, dass der Urlaub künftig nicht nur zur Erholung genutzt werden sollte. Wansleben will, dass die Bundesbürger ihren Urlaub künftig verstärkt zur Weiterbildung nutzen. Er begründete seinen Vorschlag damit, dass Deutschland gemeinsam mit Schweden ohnehin schon die meisten Urlaubstage aller EU-Staaten habe.
Der Gewerkschafter Nehls gestand zwar ein, dass in Deutschland durchaus ein erhöhter Weiterbildungsbedarf in den Betrieben bestehe. Die Hausaufgaben müsse jedoch die Wirtschaft machen. "Es darf nicht zulasten der Beschäftigten gehen, indem sie ihren verbrieften Tarifurlaub zur Verfügung stellen."
Nehls forderte die Unternehmen dazu auf, gemeinsam mit ihren Angestellten einen Weiterbildungsplan zu erarbeiten. Das Bildungsurlaubsgesetz werde nur von ein bis zwei Prozent der Beschäftigten in Anspruch genommen. "Das ist viel zu wenig."
- Datum 03.08.2007 - 09:41 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
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