Russland Unbekannte Attentäter
Durch eine Explosion an der Bahnstrecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg wurden mindestens 60 Menschen verletzt. Die Hintergründe sind noch unklar. Dennoch wollen die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen
In Russland hat es erneut einen Terroranschlag gegeben. In der Nacht zum Dienstag entgleiste nach einer Explosion ein Personenzug mit mehr als 200 Insassen auf der Strecke von Moskau nach St. Petersburg. Die genauen Hintergründe sind unklar, Hinweise auf den Urheber liegen bisher nicht vor. Sicher ist aber, wie der zuständige Ermittler im russischen Fernsehen mitteilte, dass das Zugunglück durch einen selbst gebauten Sprengsatz mit einer Stärke von zwei Kilogramm TNT ausgelöst wurde. Wie die englischsprachige Internetseite kummersant.com berichtete, will Putin höchstpersönlich die Ermittlungen leiten.
Das russische Innenministerium teilte mit, der Sprengsatz sei vor der Lokomotive des mit 251 Menschen besetzten Zuges explodiert. Die Agentur Interfax berichtete unter Bezug auf Ermittler, dass die Bombe im Gleisbett versteckt war und ferngezündet wurde, als die Lokomotive sie erreichte. Die Explosion riss einen eineinhalb Meter großen Krater in den Boden und ließ den Zug entgleisen.
Obwohl noch unklar ist, wer hinter dem Anschlag steckt, kündigten die russischen Behörden an, die Sicherheitsvorkehrungen künftig zu verschärfen. Der Leiter des Inlandsgeheimdienstes (FSB), Nikolai Patruschew, sagte, nötig sei ein Paket von zusätzlichen Maßnahmen, die gegen terroristische Akte vorbeugen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass mögliche extremistische Handlungen die Lage im Land destabilisierten, sagte Patruschew, der auch Leiter des Nationalen Anti-Terror-Komitees ist.
Bei dem Zugunglück wurden mindestens 60 Passagiere verletzt, teilte die russische Bahn mit. Die Gleise seien auf einer Strecke von 800 Metern schwer beschädigt. Angaben des Radiosenders Echo Moskwy zufolge wurden auch Kinder und ein italienischer Passagier in Krankenhäuser gebracht.

Am Unglücksort in der Nähe der Ortschaft Malaja Wischera wurde ein knapp eineinhalb Meter tiefer Krater entdeckt. Der Lokführer berichtete, unmittelbar vor dem Entgleisen des Zuges sei ein Explosionsknall zu hören gewesen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Schnellzug "Newski Express", der als einer der modernsten Züge Russlands gilt, mit einer Geschwindigkeit von knapp 180 Stundenkilometern. Noch bis zum Nachmittag soll die Strecke gesperrt bleiben.
Es wird darüber spekuliert, ob es einen Zusammenhang zu dem Anti-Terror-Manöver im südlichen Ural gibt, an dem Tausende von Soldaten aus China, Russland und vier ehemaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken teilnehmen. An diesem Donnerstag wollen die Staatschefs der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) auf ihrem Gipfeltreffen im kirgisischen Bischkek über Konzepte der Terror-Bekämpfung beraten.
- Datum 14.08.2007 - 07:18 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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Der Zug von Moskau nach "Sankt Petersburg" (so die offizielle Schreibung!) war schon immer der Prestigezug Russlands. Bereits zu Stalins Zeiten witzelte man, das beste an Moskau sei der Zug nach Leningrad. Ein Anschlag auf gerade diese Vorzeigestrecke dürfte ernste Konsequenzen mit sich bringen.
"Der Leiter des Inlandsgeheimdienstes (FSB), Nikolai Patruschew, sagte, nötig sei ein Paket von zusätzlichen Maßnahmen, die gegen terroristische Akte vorbeugen." Touche!
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