Schiesserei Mafia-Morde wie im Kino
In einem regelrechten Kugelhagel starben sechs Italiener vor einem Duisburger Restaurant. Offenbar handelte es sich um einen Bandenkrieg zwischen Clans der kalabrischen Mafia
Der kaltblütige Mordanschlag in Duisburg
trägt die Handschrift der Mafia: Sechs Italiener starben am frühen Mittwochmorgen vor dem Duisburger Restaurant
Da Bruno
in einem Kugelhagel. Sie hatten dort bis kurz nach zwei Uhr morgens den 18. Geburtstag des Lehrlings Tomasso-Francesco gefeiert. Als sie danach wegfahren wollten, schlugen die Täter erbarmungslos zu. Die Wagen der Männer, ein VW Golf und ein Opel-Kastenwagen, wurden von Kugeln durchsiebt. Mindestens 20 Einschusslöcher sind später an den Autos zu sehen. Die Täter schießen den Opfern außerdem aus nächster Nähe in den Kopf. Offenbar wollten sie sicher gehen, dass keiner überlebt.
Eine Zeugin sieht zwei Männer wegrennen. Von ihnen fehlt jede Spur.
Schnell gehen die Spekulationen in Richtung Mafia-Mord. Mit Ausnahme des Lehrlings waren alle anderen Toten miteinander verwandt. Alle fünf stammten aus der süditalienischen Stadt San Luca. Drei Opfern gehörte das Restaurant. Sie wohnten seit Jahren in Duisburg, zwei waren vor wenigen Wochen erst aus Italien gekommen.
Auf der Pressekonferenz versucht der Chef der Mordkommission, Heinz Sprenger, voreilige Schlüsse zu vermeiden: "Wir ermitteln in alle Richtungen, es kann auch eine Beziehungstat gewesen sein." Aber die Grausamkeit der Tat und die Zahl der Opfer sprechen dagegen: Alle Toten hatten Kopfschüsse, und sie waren offensichtlich unbewaffnet. In den Autos hat die Polizei jedenfalls keine Waffen gefunden. Auch vor Jugendlichen machten die Täter nicht halt: Das jüngste Opfer ist gerade 16, das älteste 38 Jahre alt.
Für die Duisburger Polizei kam ein solcher Ausbruch der Gewalt völlig überraschend. "Wir hatten hier keine verstärkten Mafia-Aktivitäten", sagt Polizeisprecher Hermann-Josef Helmich am Tatort. Die Beamten in einem Streifenwagen reagieren schnell, als sie in der Nacht von der zufällig vorbeikommenden Zeugin angehalten werden. Sie versuchen Erste Hilfe bei den Männern zu leisten, die aus vielen Schusswunden blutend in ihren voreinander gestellten Wagen sitzen. Dann lösen sie einen Großalarm im Umkreis von 30 Kilometern aus. Doch mangels einer genauen Beschreibung der zwei weggelaufenen Männer können die Verdächtigen in der Nacht entkommen.
- Datum 15.08.2007 - 08:28 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, tso
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