Mobilfunk Kommt das Google-Phone?
Der Suchmaschinen-Konzern baut klammheimlich eine eigene Mobilfunk-Sparte auf. Das Web soll dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Apples iPhone droht bald Konkurrenz von Google. Der Suchmaschinen-Riese soll einem Bericht des Wall Street Journals zufolge Prototypen für ein eigenes Mobiltelefon entwickelt haben. Die Firma sei zudem in Verhandlungen mit der Telekom-Tochter T-Mobile und anderen Mobilfunk-Betreibern.
Die Möglichkeit eines Google-Phones belebt bereits seit Jahren die Fantasie der Netz-Gemeinde. In den letzten Monaten verdichteten sich jedoch die Zeichen, dass Google tatsächlich an derartigen Plänen arbeitet. So zeigte sich Google-CEO Eric Schmidt jüngst auf einer Branchenkonferenz begeistert von den Margen im Geschäft mit mobiler Werbung.
Google schloss zudem ein Kooperationsabkommen mit dem US-Mobilfunk-Konzern Sprint Nextel zur Entwicklung gemeinsamer Angebote für die mobile Datenfunk-Technologie Wimax. Während drahtlose Wifi-Netzknoten heute bereits an dickeren Wänden scheitern, lassen sich Wimax-Signale noch in mehreren Kilometern Entfernung empfangen. Wimax wäre damit ideal für ein mobiles Internet-Telefon.
4,6 Milliarden für Funkfrequenzen
Letzte Zweifel an seinen mobilen Ambitionen zerstreute Google schließlich Ende Juli mit der Ankündigung, 4,6 Milliarden Dollar für US-amerikanische Mobilfunk-Frequenzen bieten zu wollen. Das besondere daran: Google knüpfte sein Milliarden-Gebot an eine Reihe von Bedingungen.
In einem Brief an den Vorsitzenden der US-Telekommunikations- Aufsichtsbehörde FCC erklärte Schmidt, Google verlange im Gegenzug für sein Geld freien Zugang zu mobilen Endgeräten, Dienstleistungen und Netzwerken. So solle es Nutzern möglich sein, auf ihren Handys beliebige Software zu installieren und damit auf das Mobilfunk-Netzwerk ihrer Wahl zuzugreifen.
Diese Forderungen sind ein deutlicher Seitenhieb gegen das iPhone. In den USA ist das schicke Apple-Handy fest an den Mobilfunk-Anbieter AT&T gebunden. iPhone-Nutzer haben zudem keine Möglichkeit, Programme von Drittanbietern auf dem Gerät zu installieren.
Derartige Einschränkungen sind für die Branche nichts Neues. Wer in den USA beim Mobilfunk-Anbieter Verizon eines der populären Razr-Handys kauft, kann damit keine MP3s abspielen. Verizon-Kunden sollen sich ihre mobile Musik statt dessen im Download-Shop der Firma kaufen.
- Datum 21.08.2007 - 04:44 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Egal ob nun das iPhone, ein gphone oder auch nur ein "normales" Handy - allen diesen kleinen Helferlein ist gemein, dass damit versucht wird, Kunden von der Nutzung eines freien Marktes abzuhalten. Über Hard- und Software-Restriktionen wird dann dass eigentliche Geschäft darüber generiert, dass Benutzer nur an vergleichsweise teurere Dienste heran gelassen werden, zukünftig vielleicht auch Werbung auf den nicht allzu großen Displays ertragen muss.
Das Geschäftsmodell gleicht dem allseits bekannten Rasierklingen-Beispiels, mit einer Unterscheidung: Anders als die Rasierklingen, die Kosten bei Herstellung und Vertrieb verursachen, tendieren die Grenzkosten für diese Informationsdienste gegen null - ein super Geschäft, aber nicht für den Kunden. Insbesondere, wenn es sich bei den Services um das sog. "Web 2.0" handelt (d.h. die Nutzer erstellen die Inhalte selber), sind die Gewinnmöglichkeiten exorbitant. Die "Leistung" liegt dann nämlich nicht darin, anspruchsvolle und teure Inhalte zu generieren sondern allein darin, sich den Zugriff auf derartige Inhalte bezahlen zu lassen. Aufgrund der Alternativlosigkeit hat der Nutzer genau zwei Möglichkeiten: Verzicht oder hohen Preis zahlen. Und wenn es "alle" haben, was werden wohl unsere Sprösslinge tun?
Sollte ich mir zukünftig ein solches "Handy 2.0" zulegen, dann wird es mit höchster Sicherheit ein reines FOSS-Handy sein, das sich tatsächlich und vollständig über Linux kontrollieren lässt. Das wird zwar etwas mehr kosten, aber dafür habe ich auch die Sicherheit, alle Netzdienste meines Interesses nutzen zu können. Ganz nebenbei habe ich auch die Sicherheit, dass Mikrofon, den gsm-Teil und die Verschlüsselung selber kontrollieren zu können. Da entstehen erst gar keine Missverständnisse mit unserem Innenminister: Das Gerät ist tabu und unerreichbar für seine Überwachungsträume ..
Das einzige Gerät, das diese Freiheiten für den Benutzer bieten können wird kommt Ende des Jahres auf den Markt. Stichwort für Google: "OpenMoKo" und "Neo1973".
F. Mayer
(Edit: kleine Korrektur)
Zeit: "iPhone-Nutzer haben zudem keine Möglichkeit, Programme von Drittanbietern auf dem Gerät zu installieren."
Der Satz ist ziemlich irreführend weil er impliziert das es überhaupt möglich wäre zusätzliche Programme von Apple/AT&T zu installieren.
Es gibt aber einfach noch keine und über die Art und Weise wie diese in Zukunft vertrieben werden wurden noch keine Angaben gemacht. Davon auszugehen, dass das Angebot durch Apple/AT&T diktiert werden wird ist ziemlich pessimistisch. "Man" geht eher davon aus, das Apple früher oder später ein SDK veröffentlichen wird (eine Entwicklungsumgebung mit der die Programme geschrieben werden können) und dann beliebige Programme über iTunes installiert werden können. Dass das noch nicht geschehen ist kann viele Gründe haben. Z.b. das es einfach noch nicht fertig ist (immerhin musste auch schon das neue Apple-Betriebsystem Leopard aus diesem Grund um ein halbes Jahr verschoben werden).
frankmayer: "Egal ob nun das iPhone, ein gphone oder auch nur ein "normales" Handy - allen diesen kleinen Helferlein ist gemein, dass damit versucht wird, Kunden von der Nutzung eines freien Marktes abzuhalten."
Hää?? Wie kann man sich so einen Schwachsinn zusammenphantasieren? Hast du den Artikel gelesen?
Zeit: "In einem Brief an den Vorsitzenden der US-Telekommunikations- Aufsichtsbehörde FCC erklärte Schmidt, Google verlange im Gegenzug für sein Geld freien Zugang zu mobilen Endgeräten, Dienstleistungen und Netzwerken. So solle es Nutzern möglich sein, auf ihren Handys beliebige Software zu installieren und damit auf das Mobilfunk-Netzwerk ihrer Wahl zuzugreifen."
frankmayer: "Über Hard- und Software-Restriktionen wird dann dass eigentliche Geschäft darüber generiert, dass Benutzer nur an vergleichsweise teurere Dienste heran gelassen werden, zukünftig vielleicht auch Werbung auf den nicht allzu großen Displays ertragen muss."
Wo hat Apple werbefinanzierte Dienste? Wo hat google teure Dienste? Mir scheint du verschmilzt da die beiden negativen Seiten der jeweiligen Geschäftsmodelle, machst sie noch schlimmer als sie sind und lässt die positiven komplett außen vor.
Es war vom iPhone und GPhone die rede stimmts? Abgesehn davon das man, wie oben erklärt, über das Software-Thema beim iPhone noch nicht viel sagen kann... welche teuren Dienste siehst du denn da auf die User zukommen?
Zum "GPhone" gibt es noch nichtmal ansatzweise Informationen, aber du bist dir bereits ziemlich sicher das die Werbung unerträglich sein wird?
"tendieren die Grenzkosten für diese Informationsdienste gegen null"
Stimmt. Von den regelmäßigen Spenden für die Wikipedia kaufen sich die Betreiber Inseln in der Karibik... YouTube hatte nur fette Verluste gemacht weil die soviele Gebühren an Rechteverwerter abtreten und Software entwickelt sich sowieso von selbst ;)
"ein super Geschäft, aber nicht für den Kunden."
...wer ist eigentlich der Kunde? Der, der freiwillig an den Inhalten mitarbeitet, oder der, der diese Inhalte freiwillig und kostenlos nutzt/konsumiert? Egal - auf jeden Fall ist er arm dran stimmts?
"Insbesondere, wenn es sich bei den Services um das sog. "Web 2.0" handelt (d.h. die Nutzer erstellen die Inhalte selber), sind die Gewinnmöglichkeiten exorbitant. Die "Leistung" liegt dann nämlich nicht darin, anspruchsvolle und teure Inhalte zu generieren sondern allein darin, sich den Zugriff auf derartige Inhalte bezahlen zu lassen. Aufgrund der Alternativlosigkeit hat der Nutzer genau zwei Möglichkeiten: Verzicht oder hohen Preis zahlen."
Wer lässt sich was bezahlen? Wovon gibts keine Alternativen? Hat außer dir etwa niemand die exorbitanten Gewinnmöglichkeiten erkannt? Worauf wartest du eigentlich?
"Und wenn es "alle" haben, was werden wohl unsere Sprösslinge tun?"
Irgendwas sagt mir das DIE ganz gut klarkommen werden ;)
"Ganz nebenbei habe ich auch die Sicherheit, dass Mikrofon, den gsm-Teil und die Verschlüsselung selber kontrollieren zu können."
Am besten noch selbst programmieren damit auch die CIA deine Selbstgespräche (da niemand anders ein kompatibles Telefon haben wird) nicht abhören kann ;)
Danke für den Beitrag, hab mich gut amüsiert... hier jedenfalls dein Fisch
<°(((><<
Bilirubin, lesen Sie einmal den Artikel im - der Paranoia eher unverdächtigen - Economist nach:
Avoiding punitive roaming charges abroad.
Der Autor fokussiert das Problem mit internationalen Roamig-Gebühren (aus der Sicht eines welt-reisenden Journalisten halt ..). Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass dieses Beispiel nicht auf andere Kommunikations-Dienstleistungen übertragbar ist. Die technischen und vertraglichen Voraussetzungen sind identisch: Der Kunde ist weder technisch in der Lage, noch berechtigt, Änderungen an dem Gerät vorzunehmen oder vornehmen zu lassen, das Gerät und die Infrastruktur werden vollständig vom Anbieter kontrolliert.
Nach der Vertragsunterzeichnung hat der Anbieter ein Monopol gegenüber dem Kunden, und der Anbieter wäre dumm, würde er diese Position nicht maximal ausnutzen. Die Aktionäre würden die Vorstände feuern, wenn sich diese mögliche Gewinne durch die Lappen gehen lassen würden ..
Unglaubwürdig? - Warum musste dann erst neulich Frau Kroes einschreiten, um überzogene Roaming-Gebühren der Netzanbieter in der EU zu reduzieren? Eben weil der Markt dieser Stelle nicht funktioniert und es nach Vertragsabschluss einen vendor-lock-in gibt.
Man muss schon reichlich naiv sein, um das nicht voraus zu sehen.
F. Mayer
P.S.: Ihr Kommentar könnte problemlos von einer der Marketing-Agenturen stammen, die damit beauftragt sind, Foren nach kritischen Meinungen zu durchforsten und sie im Sinne der Auftraggeber zu relativieren (IMO).
"Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass dieses Beispiel nicht auf andere Kommunikations-Dienstleistungen übertragbar ist."
...wie z.B?
"Nach der Vertragsunterzeichnung hat der Anbieter ein Monopol gegenüber dem Kunden, und der Anbieter wäre dumm, würde er diese Position nicht maximal ausnutzen."
... solche Verträge werden in den seltensten Fällen auf Lebenszeit gemacht, und auch wenn Kundenzufriedenheit sicherlich nicht bei allen Firmen ehrensache ist, haben doch die meisten festgestellt das ein langfristiger Erfolg gewissermaßen davon abhängt.
"Die Aktionäre würden die Vorstände feuern, wenn sich diese mögliche Gewinne durch die Lappen gehen lassen würden .."
Und die Aktionäre würden eine Menge Geld verlieren weil die Firma den Bach runter geht ;)
"Man muss schon reichlich naiv sein, um das nicht voraus zu sehen."
oder reichlich paranoid um es so zu interpretieren.
"P.S.: Ihr Kommentar könnte problemlos von einer der Marketing-Agenturen stammen, die damit beauftragt sind, Foren nach kritischen Meinungen zu durchforsten und sie im Sinne der Auftraggeber zu relativieren (IMO)."
... nein ich nehms zurück, paranoid ist der falsche Ausdruck. Vielleicht ist hier eher "verstört" angebracht :D
Aber ich höre mir gerne Vorschläge über mögliche Auftraggeber an. Wenn dus auf die Reihe bringen solltest ein einziges mal konkret zu werden ;)
Das einzig nachvollziehbare was ich aus deinem schwammigen Gefasel rausinterpretieren kann ist der Wunsch nach mehr Freiheiten für Kunden, und weniger Abhängigkeit von Netzbetreibern... die Erklärung inwiefern das im Gegensatz zu Googles Ambitionen stehen soll bist du nach wie vor schuldig geblieben. (Worauf ich schon im ersten Posting hingewiesen habe)
SPON-Artikel über neue Nokia-Dienste
Besonders hervor zu heben ist der Satz:
Den Anfang machen freilich zwei Nokia eigene Dienste. Das ist zum einen der Nokia Music Store, [..]
Des weiteren empfehle ich, sich das Interview von Gates und von Jobs anzusehen. An einer Stelle geht Herr Jobs sehr deutlich darauf ein, wo er die Zukunft des Apple-Geschäfts sieht: Der Computer schrumpft danach auf kleine spezialisierte Geräte, die Zugang zu speziellen Netzdiensten bereit stellen.
Was ist das anderes als zunächst eine Monopolsituation mit dem Kunden zu schaffen, in der eben diese Zugangsdienstleistungen zu höheren Kosten abrechenbar sind - auch wenn tatsächlich kein Mehrwert in diesem Zugang sondern wenn überhaupt in den Inhalten liegt.
F. Mayer
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