Militante Gruppe Tatvorwurf: ForschungSeite 3/3
Wirklich klar ist nicht, was genau Andrej H. vorgeworfen wird und welche Indizien gegen ihn gesammelt wurden. Die Ermittler sind nur mäßig auskunftsbereit. Liest man die Anschuldigungen, bekommt man den Eindruck, dass es dem ermittelnden Staatsanwalt gar nicht so leicht fiel, genügend zu finden. Zumindest aber reichte es dem zuständigen Ermittlungsrichter Ulrich Hebenstreit, der den Haftbefehl unterschrieben hatte. „Ich finde die Vorwürfe so unhaltbar, mir ist gar nicht klar, wie man überhaupt so einen Haftbefehl ausstellen konnte“, sagt Christina Clemm, die Anwältin von H.
Die Ermittlungsakten selbst konnte sie noch nicht sehen, jedoch sei ihr versprochen worden, dass dies noch in dieser Woche geschehen werde. Sie wird viel zu lesen haben, es soll sich um insgesamt 40 Aktenordner handeln. Auch wenn sie noch keinen Einblick hatte, Clemm ist sich sicher, dass es für eine Anklage nicht reichen wird. „Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, wie man die zimmern will.“
Ob H. aber nach der Haftprüfung freikommt, ist fraglich. „Das Problem ist, dass der gleiche Richter dafür zuständig ist wie für den Haftbefehl“, sagt Wolfgang Kaleck, Vorsitzender des Republikanischen Anwaltsvereins und Beistand der drei weiteren Verdächtigen. „Ich weiß nicht, ob er die Größe hat, von seinem Urteil noch zurück zu treten.“
- Datum 25.10.2007 - 04:25 Uhr
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Da schaut her, so weit sind wir schon, hier, in Deutschland. Alles zum Schutze des Kapitals. Und das ist erst nur der Anfang. Prost!
§ 129a
Wer die zum Teil mehrjährigen Haftstrafen gegen Volkverhetzer begrüßt und diese Gesetze für vereinbar hält mit einer Demokratie hoher Qualität, muß sich nicht wundern, wenn der Staat nun kapitalismuskritische Äußerungen aus linker Sicht von linken Wissenschaftlern als Beleg für eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bewertet. Linke Rhetorik gefällt den internationalen Kapitalisten nur dann, wenn sie im Ungefähren verbleibt, sozusagen auf dem Gysi-Niveau, um den Opfern des Kapitalismus ein Dampfablassen zu ermöglichen. Engagieren sich Linke aber mal konkret( normalerweise tun sie das ja gerade nicht),wie z.B. in der Stadtsanierung und zeigen konkret auf, wie Arme vertrieben werden, ist Schluß mit lustig. Dann wandern diese Linken gern mal in den Knast, genau wie die Volksverhetzer von rechts. Vielleicht sollten konkret engagierte Linke mal drüber nachdenken, ob die nationale Opposition oder der heutige Staat, von dem sich viele Linke mit Fördergeldern hofieren und kaufen lassen,ein Gegner vernünftiger Lebensbedingungen für das Volk ist. Und darüber nachdenken, wohin es führt, wenn man Haft für Meinungsäußerungen bejubelt.
www.tkurbjuhn.blogspot.com
Vielleicht beginnen Sie nun mal mit einer ganz neuen Form von Berichterstattung: Sie verfolgen den Verlauf der Dinge weiter, berichten und kommentieren auch zukünftig darüber.
erst jahrelang hetzen, dann die Verantwortung ablehnen - so kennen wir unsere "Intellektuellen"
„Solche Argumente lassen jede wissenschaftliche Tätigkeit als potentiell kriminell erscheinen. ...“
Liebe Soziologen, außer Ihnen und vielleicht einigen anderen Geisteswissenschaftlern dürfte niemand diese Sorge teilen. Ich halte wenig von der bisherigen Argumentation der Staatsanwaltschaft zur Haftbegründung für Ihren Standeskollegen. Allerdings ist Ihre öffentliche Empörung gegen diese Argumentation hochgradig verlogen. Schließlich wurden gerade aus Ihren Kreisen bisher Gesetze begrüßt, die die Leugnung (oder auch das kritische Hinterfragen) bestimmter Kontexte (z.B. historischer Verbrechen) als Volksverhetzung Strafbar macht. Mag die Leugnung des Holocaust auch ethisch verwerflich sein, dienen diese Gesetze doch eindeutig der Unterdrücken der (ggf. geschmacklosen) freien Meinungsäußerung und sind nichts als eine Waffe gegen den politischen Gegner. (Schließlich ist beispielsweise die Leugnung des Genozids an den Armeniern durch die Türken Straffrei!) Wohlgemerkt, hier werden dann keine Leute verhaftet, die event. an der Planung und Rechtfertigung von Brandanschlägen beteiligt waren, sondern die einfach historische Fakten in Frage stellen.
Wenn Sie also ernsthaft um die freie Meinungsäußerung und die freie Forschung im Lande besorgt sind, dann beginnen Sie doch als Zeichen Ihrer Aufrichtigkeit damit, die Abschaffung repressiver Gesetze zu fordern, die Sie bisher zur Kriminalisierung politischer Gegner genutzt haben. Dann wird wahrscheinlich Ihre Empörung über die Behandlung Ihres Kollegen auch bei ALLEN liberal denkenden Menschen mehr Glaubwürdigkeit finden.
Halten Sie doch der Spannung zuliebe wenigstens eine Zeit lang hinter dem Berg. So bemerkt man spätestens ab den "bestimmten Kontexten" von wo sich Ihre Nachtigall im Stechschritt nähert.
Ist 2007 nicht ein bemerkenswertes Jahr für unsere Demokratie? die Verhaftung von kritischen -Wissenschaftlern ist dabei nur der vorläufig letzte Stein in einer Entwicklung, wie sie nicht verheerender für unsere Freiheit sein kann. Ob es nun der illegale und trotzdem konsequenzenlos bleibende Einsatz der Bundeswehr im Inland ist, der Ausschluss von Journalisten vom Gipfeltreffen, die Einschüchterung von Globalisierungskritikern durch Razzien im Vorfeld des G8-Gipfels, die Bespitzelung von Journalisten durch den BND, der Versuch, die Pressefreiheit durch Klagen und Anzeigen abzuschaffen, die Aufhebung des Postgeheimnissen und des Bankgeheimnisses, das sammeln von Geruchspoben von Regierungskritikern, die Wünsche eines Herrn Schäubles zur Errichung Überwachungs- und Polizeistaats oder die völlig überzogene Gewalt gegen Greenpeace-Aktivisten ... die Merkelregierung hat sich offenkundig von den Grundprinzipien unserer freiheitlich-demoratischen Grundordnung abgewandt. Und wer dagegen seine Stimme erhebt, wird als Terrorist gebrandmarkt und versucht mundtot zu machen. Dabei ist es garnicht mehr nötig, auf die willkürlich erscheinenden Reperessalien des DDR-Regimes zurückzugreifen ... dank Schäubles Bespitzelungskampagne werden alle "Beweise" für eine angebliche Straftat - wie Fingerabdrücke, Stimmaufzeichnungen, Geruchsproben u-ä. - schon vorab gesammelt und können dann problemlos einem Gericht vorgelegt werden.
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