Weltall

Mondsucht

Plötzlich zieht es viele Nationen wieder zum Mond. Sie wollen Rohstoffe abbauen, die dunkle Seite erkunden und aus der lunaren Stille in die Tiefen des Alls lauschen. Oder einfach nur da gewesen sein. Das blasse Auge der Nacht nannte ihn ehedem Heinrich Heine. Der Mond! Er faszinierte seit jeher Schlafwandler, Werwölfe, Literaten, Astrologen und andere Abergläubische. Mit seinem freundlichem Gesicht und seiner dunklen Seite. Die Raumfahrt jedoch, so schien es eine Zeit lang, hatte das Interesse am Erdtrabanten verloren. Zu verlockend waren die weiteren Weiten des Alls: andere Planeten, Kometen, schillernde Galaxien, weiße Zwerge, schwarze Löcher. Nun entdecken viele Nationen wieder ihre Liebe zum treusten Begleiter der Erde. Gerade haben die Japaner erfolgreich ihre erste Mondsonde gestartet. Das allgemeine Mondfieber hat wissenschaftliche und zum Teil etwas sonderbare Gründe.

Leser-Kommentare

  1. ist garnicht dunkel. Ätsch. Aber muss man erstmal dort gewesen sein, um das zu wissen?

  2. Natürlich müssen wir zum Mond. Natürlich nicht, um festzustellen, dass es auf der Rückseite dunkel ist. Das wissen wir ja schon. Aber wir wissen noch nicht, was man von dort aus noch alles sehen kann. Bzw. hören kann. Denn mit einem Radioteleskop auf der Mondrückseite könnte man nicht nur Supernovae, Quasare und andere galaktische Merkwürdigkeiten besser verstehen.

    Man würde auch mehr über die Frühphase des Universums rauskriegen. Mit den ersten Sternen entstanden im Weltraum lange Radiowellen, die sich auf der Erde nur schlecht messen lassen. Auf dem "radiostillen" Mond ginge es viel besser. Dann könnte man auch genau herauskriegen, wie diese Radiowellen durch schwere Masse im Universum verändert werden, vor allem durch dunkle Materie. Man würde also vielleicht eines der größten kosmischen Rätsel lösen können!

    Ganz zu schweigen davon, dass wir, je mehr wir über den frühen Kosmos wissen, ja auch um so mehr über unsere eigene Herkunft wissen - universell gesehen. Wenn das nicht aufregend genug ist, um ein paar Jungs und Mädels zum Mond zu senden, um da eine bessere Antenne aufzustellen. Die Mondfahrt muss ja schließlich nicht neu erfunden werden. Ist ja fast schon eine alte Technologie...

    (Björn Schwentker, Redakteur ZEIT online Wissen)

    • 13.01.2008 um 21:58 Uhr
    • hagego

    Auch in diesem Zusammenhang sei an den Artikel "Die Rache der Kinder" (Kunst - Feuilleton) erinnert. "Das Mondschaf" von Christian Morgenstern hat bei einigen Community-Mitgliedern skurrile Gedanken, lustige Überlegungen und abstruse Verse ausgelöst.Die Sonne strahlt viel heller, aber der Mond geht tiefer...

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