Mobilfunk iPhone bei T-Mobile

T-Mobile wird das Designerhandy von Apple exklusiv in Deutschland anbieten, muss dafür aber Apple an den iPhone-Umsätzen beteiligen.

T-Mobile und Apple wollen das Abkommen kommende Woche auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin verkünden, schreibt die Financial Times . Die Telekom-Tochter soll als einziger Vertragspartner in Deutschland das begehrte Mobiltelefon exklusiv vertreiben dürfen. Dafür muss der Anbieter aber einen ordentlichen Preis zahlen: Nach den Informationen der Financial Times wird Apple mit zehn Prozent an den Gesprächsumsätzen der iPhone-Käufer beteiligt.

Noch bevor es überhaupt verkauft wurde, war das iPhone bereits zum Kult-Objekt geworden. Als die schicken schwarzen Mobiltelefone Ende Juni in den Handel kamen, campten Apple-Fans tagelang vor den Geschäften und innerhalb weniger Stunden war das iPhone ausverkauft. Dabei ist das Gerät alles andere als ein Schnäppchen: 500 Dollar kostet die kleine Version des Geräts, für größeren Speicher muss der stilbewusste Handynutzer 100 Dollar mehr ausgeben. In den USA können nur Kunden von AT&T das iPhone nutzen.

Anzeige

Die Euphorie um das iPhone beflügelt augenscheinlich nicht nur die Kunden, sondern auch die Analysten. Nach dem ersten Verkaufswochenende schätzten Experten, dass insgesamt eine halbe Million iPhone verkauft worden seien. Als die Quartalszahlen heraus kamen, sah die Bilanz dann deutlich nüchterner aus: 270.000 Geräte hat Apple verkauft, bei AT&T hatten sich nur 146.000 Neubesitzer registriert. Dennoch ist die Zahl immer noch so hoch, dass sie Begehrlichkeiten weckt.

In Deutschland gibt es das iPhone noch nicht zu kaufen, weshalb man sich bemüht, die Euphorie um das neue Handy aufrecht zu erhalten. So kündigte der Apple-Händler Gravis eine Art Vorpremiere der ersten iPhones in Europa an, musste die Werbung aber nach einer Beschwerde von Apple einstellen. Immerhin hatten sich auf der Webseite nach Angaben des Gravis-Vorstands Archibald Horlitz schon über 57.000 Interessenten für das neue Handy gemeldet - viele davon waren bereit, ihren Mobilfunkanbieter zu wechseln, wenn sie dafür ein iPhone bekommen könnten.

Bisher hat Apple seine Karten gut ausgespielt. Steve Jobs hat offenbar vor, den Erfolg des iPods in der Musikwelt nun auf die Mobilfunkbranche zu übertragen. Die dürfte das mit gemischten Gefühlen betrachten: mehrere große Plattenfirmen beschwerten sich schon lautstark über die Marktdominanz der Kalifornier, die die Preise für digitale Musik quasi diktieren können.

Ob sich die iPhone-Begeisterung für die Mobilfunkanbieter auf Dauer lohnt, hängt wohl auch von der Programmierung der Geräte ab. Hacker meldeten Anfang August, dass sie die SIM-Sperre des iPhones überwunden haben. Noch ist das Verfahren aber so kompliziert, dass sich nur wenige Kunden die Mühe machen werden, ihr Handy wirklich zu überlisten.

 
Leser-Kommentare
    • Hanze
    • 22.08.2007 um 17:49 Uhr

    Wenn die Gerüchte sich dieses Mal bewahrheiten, und auszugehen ist davon, dann wird von den iPhone Begeisterten ein großes Opfer verlangt. Ein zu großes vielleicht, zumindest für die klassischen Apple-Nutzer. Die Verkaufszahlen werden die Vermutung bestätigen oder widerlegen, sicher aber ist, dass Alternativen besser gewesen wären. T-Mobile ist zweifelsohne für die Masse und für Geschäftskunden interessant, das sind ihre Hauptkunden. Beides sind aber eben nicht die klassischen Mac-Kunden. Das muss nun noch keine strategische Fehlentscheidung seitens der Verantwortlichen bei Apple bedeuten. Aber mal ehrlich, freiwillig wird doch keiner zu T-Mobile wechseln: die Privatisierung nimmt kein Ende, Professionalität und Service hält keinen Einzug. Ob das iPhone diese Hürde überwinden hilft, bleibt also abzuwarten. Denn auch als Massenprodukt darf es die ursprüngliche Hauptzielgruppe nicht überfordern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer bereit ist so ne menge Geld für das I-Phone auszugeben wechselt auch zu T-Mobile.

    Wer bereit ist so ne menge Geld für das I-Phone auszugeben wechselt auch zu T-Mobile.

  1. Ich glaube T-Mobile ist nicht so schlimm. Was Service und Kundenzufriedenheit nehmen sich die großen Netzanbieter eigentlich nicht viel. Ich kenne eigentlich immer irgendjemanden, der mit irgendeinem Provider gar nicht zu frieden war und deswegen zu irgeneinem anderen gewechselt ist. Da beißt die Maus der Katz kein Faden ab.

    Zudem hat T-Mobile ein zuverlässiges und flächendeckendes Mobilnetz, wo andere oftmals keine Balken mehr zeigen. Das iPhone lebt ja von einem stabilen und belastbaren Netz. Wenn die Tarife passen (und das wird fraglich), ist T-Mobile keine schlechte Wahl.

    • lispm
    • 22.08.2007 um 20:31 Uhr

    "Als die schicken weißen Mobiltelefone Ende Juni in den Handel kamen"

    Wo ist das iPhone bitte weiß?

    276000 verkaufte Mobiltelefone für mindestens 500 Dollar in zwei Tagen?
    Wer war da enttäuscht? Zwei ANALysten, die die Spekulation mit Apple-Aktien anheizen wollten?

    Das sind mehr als 138 Millionen Dollar Umsatz in zwei Tagen plus viele Kunden die über zwei Jahre ca. 60 Dollar pro Monat an AT&T überweisen. Was noch einmal ungefähr 400 Millionen US Dollar Umsatz sind.
    Davon bekommt Apple noch einmal 10 Prozent = 40 Millionen US Dollar.

    Interessanter wird es, wieviel Geräte in dem aktuellen Quartal verkauft werden. Auch, wenn es neue iPods mit ähnlichen User-Interface (aber mit mehr Speicherkapazität) für das Weihnachtsgeschäft geben sollte, wieviel iPhones dann trotzdem verkauft werden.

  2. 4. iPhone

    Bei allen Gerüchten um das iPhone und den Vertrieb versuchen wir trotz aller Euphorie nüchtern zu bleiben.
    Wichtig ist welche technischen Voraussetzungen zum Betrieb des iPhones notwendig sein werden. Kann das iPhone mit einer normalen SIM-Karte betrieben werden ? Welcher Tarif wird dafür notwendig oder sinnvoll sein ?
    Kann man das iPhone ohne Mobiltelefon-Vertrag kaufen ?
    Bisher konnten viele Designer Handys ( Porsche Design, Bang & Olufsen,... ) mit den SIM-Karten benutzt werden. Es wird wahrscheinlich nur wieder eine Frage des Preises sein.
    Ebenso sollte die kritische Frage erlaubt sein, ob UMTS-Mobiltelefone nicht ähnlich leistungsfähig zu einem geringeren Preis bzw. besseren Preis-/ Leistungsverhältnis zu erwerben sind.
    Genug der Spekulationen. Erst Fakten, dann überlegen und kalkulieren, dann entscheiden.
    Es ist genug der Preissteigerungen ( Mehrwertsteuer, Milch, Brot, Gemüse, ... ). Wann wird der Verbraucher endlich mündig und erwachsen ???

  3. Wer bereit ist so ne menge Geld für das I-Phone auszugeben wechselt auch zu T-Mobile.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service