Extremismus Ermittlungen nach Hetzjagd
Nach der Hetzjagd von Mügeln hat die Polizei nun die Ermittlungen aufgenommen und eine Sonderkommission unter Beteiligung des Staatsschutzes gebildet.
Zunächst werde wegen Landfriedensbruchs ermittelt, sagte Steffen Bergt, Leiter der Polizeidirektion Westsachsen, und nach Angaben des designierten Landespolizeipräsidenten Bernd Merbitz zudem auch wegen Volksverhetzung. Die beiden tatverdächtigen Männer im Alter von 21 und 23 Jahren wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der Polizeichef widersprach Äußerungen des Mügelner Bürgermeisters Gotthard Deuse, wonach die Polizei vorgewarnt worden sei: "Es gab im Vorfeld keinerlei Hinweise auf solch einen Zwischenfall. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt von einer Spontanhandlung aus", sagte er. Bürgermeister Deuse äußerte im MDR die Vermutung, dass es sich bei den Tätern um Auswärtige gehandelt haben könnte. "Wenn es rechtsextreme Geschehnisse waren, dann kamen die Täter nicht aus Mügeln", sagte er.
Die Hetzjagd auf die acht Inder hat die Debatte über rechtsextreme Gewalt in Ostdeutschland neu entfacht.
"Menschen mit dunkler Hautfarbe haben in Ostdeutschland ein um ein vielfach höheres Risiko, Opfer eines Übergriffs zu werden, als in Westdeutschland", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), der
Berliner Zeitung
. Er warf den ostdeutschen Kommunen vor, oftmals nicht genug in die Vorbeugung gegen rechtsextremistische Entwicklungen zu investieren.
Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte der Zeitung, Rechtsextremismus sei zwar ein gesamtdeutsches Problem, doch gebe es einen "besonderen ostdeutschen gewalttätigen Akzent, da ist nichts zu beschönigen". Die Menschen dürften sich weder an die brutalen Straftaten noch an die verharmlosenden Reaktionen gewöhnen. Ein Sprecher des Bundesverbandes Informationswirtschaft und Telekommunikation (Bitkom) mahnte: "Solche Vorfälle wie in Mügeln sind verheerend für das Bild, das von Deutschland in anderen Ländern entsteht."
SPD-Innenpolitiker Edathy wies in der
Frankfurter Rundschau
Äußerungen des Bürgermeisters von Mügeln als "blauäugig" zurück, in der Kleinstadt gebe es keinen Rechtsextremismus. Bürgermeister Gotthard Deuse (FDP) hatte am Montag dem MDR gesagt, der Angriff auf die Inder beim Stadtfest müsse auf das Konto Auswärtiger gehen. Edathy sagte, gerade Sachsen sei bekannt dafür, dass es die Existenz des Rechtsextremismus gern abstreitet. Dieses Stadium müsste inzwischen überwunden sein. Der Bürgermeister könne unmöglich für alle Einwohner seines Städtchens bürgen. "Es ist noch nie ein Problem dadurch gelöst worden, dass man seine Existenz bestreitet."
Dagegen warnte der Vize-Vorsitzende der brandenburgischen CDU, Sven Petke, vor überzogenen politischen Reaktionen. Er warf Edathy "das Vorverurteilen eines großen Teils Deutschlands" vor. Petke mahnte in der
Netzeitung.de
eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Vorfall an. Die ostdeutschen Länder hätten in den vergangenen Jahren
im Kampf gegen Rechtsextremismus viel erreicht.
Etwa 50 zumeist junge Deutsche hatten in der Nacht zum Sonntag in Mügeln acht Inder nach einer Rangelei im Festzelt eines Stadtfestes verfolgt. Insgesamt 14 Menschen wurden verletzt, unter ihnen alle acht Inder. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Montag, dass es bei dem Angriff ausländerfeindliche Rufe gab. Ein fremdenfeindliches Motiv werde nicht ausgeschlossen, es werde aber in alle Richtungen ermittelt. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) forderte, die Hintergründe des Angriffs müssten rasch ermittelt werden, ein Gewaltexzess dieser Art sei nicht hinnehmbar.
- Datum 21.08.2007 - 13:36 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 7
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... Leuten welche sich mit Ausländern prügeln eine politische Gesinnung zu unterstellen. Fremdenfeindlichkeit heißt nicht automatisch daß jemend ein Nazi ist. Im Dritten Reich wären Angriffe auf Inder in dieser Form undenkbar gewesen.
Was wir brauchen ist eine sachliche polizeiliche Aufklärung. Dazu gehört auch festzustellen wer den Streit vom Zaun gebrochen hat. Schieben Sie nicht uns Deutschen automatisch die Schuld in die Schuhe, bevor die Polizei nicht ihre Arbeit getan hat.
Ebenso Quatsch sind sämtliche Vorwürfe von Rassismus. Die Gruppe der Sikhs um die es hier geht sind ebenso Europäer wir wir und die meisten Inder. Zum Glück löst die Aktion bei den Betroffenen keinen Kulturschock aus - Indien ist eine äußerst brutale Gesellschaft, Massenschlägereien bis in die Parlamente hinein gehören zur Tagesordnung.
Ohne die zuwanderungspolitische Geisterbahnfahrt der bisherigen Bundesregierungen gäbe es solche Vorkommnisse überhaupt nicht. Es wäre doch einmal interessant zu wissen ob die Inder Überbleibsel von Schröders Fachkräfteinitiative sind, welche die Arbeitgeber in der Krise weggeworfen haben.
"Fremdenfeindlichkeit heißt nicht automatisch daß jemend ein Nazi ist. Im Dritten Reich wären Angriffe auf Inder in dieser Form undenkbar gewesen."
Stimmt, da hat man eher dezent in Konzentrationslager verfrachtet.
Was wir brauchen ist eine sachliche polizeiliche Aufklärung. Dazu gehört auch festzustellen wer den Streit vom Zaun gebrochen hat. Schieben Sie nicht uns Deutschen automatisch die Schuld in die Schuhe, bevor die Polizei nicht ihre Arbeit getan hat.
Bei 50 gegen 8 brauch ich nicht mehr nach Gründen oder Schuld fragen
"... - Indien ist eine äußerst brutale Gesellschaft, Massenschlägereien bis in die Parlamente hinein gehören zur Tagesordnung."
Soll das heißen, daß wir den Arabern die Hände abhacken, wenn sie beim Diebstahl erwischt wurden? Oder sollen wir die jungen afriknischen Mädchen beschneiden?
Ohne die zuwanderungspolitische Geisterbahnfahrt der bisherigen Bundesregierungen gäbe es solche Vorkommnisse überhaupt nicht. Es wäre doch einmal interessant zu wissen ob die Inder Überbleibsel von Schröders Fachkräfteinitiative sind, welche die Arbeitgeber in der Krise weggeworfen haben.
Gerade lesen wir wieder aus allen Teilen der Republik, daß Fachkräftemangel uns erheblichen Schaden zufügt.
Bei solchen Kommentaren ist leicht zu erkennen, wo die eigentlichen Probleme liegen. Da verwundert einen nun wirklich nichts mehr.
Solche Kommentatoren bezeichnen sich oft noch als "gut informiert". Na denn Mahlzeit.
Mich wundert ja, dass sich der Bundesstaatsanwalt noch nicht eingeschaltet hat. Ist der gerade im Urlaub? Eigentlich müssten die 50 ja an Händen und Füßen gefesselt nach Guantanamo gebracht werden, was man hier so liest.
Die Meinung von AlbertHalbstein ist sachlich formuliert, warum findet sich gleich wieder ein Gutmensch, der sich Ihrer unsachlich annimmt?
Bei 50 gegen 8 brauch ich nicht mehr nach Gründen oder Schuld fragen
Sollte man vielleicht doch. Ist nämlich ein Rechtsstaat. Vielleicht kommt man eben doch darauf, dass es eine Prügelei war, die sich auf Volksfesten ergibt, wenn Besoffene aneinandergeraten. Und wenn jemand jemand anderen dabei verletzt hat, gibts ne Anzeige wegen Körperverletzung und gut ist.
Soll das heißen, daß wir den Arabern die Hände abhacken, wenn sie beim Diebstahl erwischt wurden? Oder sollen wir die jungen afriknischen Mädchen beschneiden?
Wer sagt das?
Gerade lesen wir wieder aus allen Teilen der Republik, daß Fachkräftemangel uns erheblichen Schaden zufügt.
Ich lese, dass sich die Industrie über "angeblichen" Fachkräftemangel beschwert. Mangel an billigen Fachkräften, die gebraucht werden um Löhne zu drücken. Bei vier Millionen Arbeitslosen, die bestimmt nicht alle nur gering qualifizierte Straßenfeger, Putzfrauen oder Schlachthausangestellte (Ich stelle fest, dass ich diese Berufe durch Nennung in dieser Aufzählungnicht herabwürdigen will) sind, sind solche Aussagen über einen "angeblichen" Fachkräftemangel einfach lächerlich.
Mir fielen spontan die satirischen Darstellungen des jagenden Mobs mit Fackeln und Mistgabeln bei den Simpsons ein. Wenns nicht so gruselig wäre, könnte man fast lachen.
champagnero, danke für Deinen Beitrag. Objektivität ist sehr wichtig.
Ich muß, als ehemaliger Bürger der Kleinstadt Mügeln, auch was dazu sagen.
Von Augenzeugen (normale, vernünftige Studenten) weiß ich, wie dieser Vorfall entstanden ist:
Gegen Mitternacht waren alle schon ziemlich betrunken. Auf der Tanzfläche ging es recht wild zu. Infolgedessen hat dann irgendjemand Kanacke o.Ä. gerufen, wonach einer von den Indern ausgeflippt ist und angefangen hat (!) mit einem Messer zu stechen. Dabei wurden zwei Einwohner an Bein und Hals erheblich verletzt. Danach ist dann der Rest der Leute auch sauer gewesen und haben angefangen zu prügeln.
Weiterhin muß ich sagen, daß es nicht nur indischstämmige Einwohner in Mügeln gibt, sondern auch noch einige weitere Immigranten. Alle sind vollständig integriert. Arbeiten und leben dort. Aber auch diese haben davon abgesehen einzugreifen.
Außerdem bitte ich Euch die Zeitung genau zu lesen. Wenn die Polizei sagt, daß sie in _alle_ Richtungen ermittelt, dann heißt das eben auch, gegen indische und deutsche Einwohner.
Ich bin mehrmals im Jahr dort und ich kenne auch die Jugend. Es gibt in Mügeln keine organisierte rechte Szene. Es wird mit Sicherheit der eine oder andere NeoNazi dort wohnen, der zum Stadtfest seine 3 Freunde einläd.
Aber insgesamt nicht mehr als es dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht.
Grüße.
Bei der Landtagswahl 2004 hat die NPD in Mügeln 9,7 % der Stimmen gekriegt. Das ist ja wohl wesentlich mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt üblich.
Bei der Landtagswahl 2004 hat die NPD in Mügeln 9,7 % der Stimmen gekriegt. Das ist ja wohl wesentlich mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt üblich.
Bei der Landtagswahl 2004 hat die NPD in Mügeln 9,7 % der Stimmen gekriegt. Das ist ja wohl wesentlich mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt üblich.
Fakten:
Mob verfolgt flüchtende(!) Ausländer mit Ausländerächtenden Parolen und ist dabei Lynch"juztiz" zu üben, anstatt die Polizei für angebliche(!) Gewaltvergehen durch die Inder hinzuzuziehen.
Es ist offensichtlich, dass hier einige im Forum wohl gerne dabei gewesen wären, um die "Lynch"rechte der Inländer zu schützen. Mann, müssen die Armen in ihren Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber Ausländern ersticken, sodass hier so offensichtliche Stellungnahmen zu finden sind.
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