SachsenLB Wer ist schuld?
Nur ein Milliardenkredit half der sächsischen Landesbank aus der Klemme. Jetzt beginnt in Dresden die Suche nach den Verantwortlichen
Ohne das Eingreifen der Landesbanken und Sparkassen hätte die SachsenLB schon bald ihre offenen Rechnungen nicht mehr bezahlen können. "Ende nächster Woche hätte es zu Liquiditätsengpässen kommen können, weil Zahlungen von 1,5 bis zwei Milliarden Euro fällig sind", sagte der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Heinrich Haasis
der
Welt.
Zuvor hatte die SachsenLB als zweite deutsche Bank nach der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB eingeräumt, durch die US-Hypothekenkrise in eine Schieflage geraten zu sein.
Die Probleme ihrer Investmentgesellschaft Ormond Quay gefährdeten die Kreditwürdigkeit der ganzen Bank
, teilte sie vergangenen Freitag mit. Daraufhin sprangen andere Landesbanken und Sparkassen den Sachsen mit Krediten über 17,3 Milliarden Euro bei.
Nach Angaben von Haasis kommt rund ein Drittel der Überbrückungskredite von der DekaBank, dem Fondsdienstleister der Sparkassen. Der Rest verteile sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Größe und Leistungsfähigkeit auf die anderen Landesbanken. Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin begrüßte die Hilfsaktion. Sie zeige die Solidarität der deutschen Banken angesichts eines derartigen Problems.
Die SachsenLB rechne nicht damit, durch die Krise Verluste zu machen, sagte der Sparkassenpräsident. "Endgültig kann man das zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen", schränkte er jedoch ein. Die Landesbank selbst hingegen, die ohnehin als finanzschwach gilt, hatte
in ihrer Mitteilung vom vergangenen Freitag
Verluste eingeräumt. "Die Umstellung ... wird das Jahresergebnis der Sachsen LB belasten", heißt es dort. Einen Bericht des
Spiegel,
demzufolge aufgrund von Wertberichtigungen
Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro auf die Sachsen zukommen könnten,
dementierte die Bank jedoch.
Die von der Landesbank-Tochter SachsenLB Europe verwaltete Spezialgesellschaft Ormond Quay war in eine Schieflage geraten, weil sie sich an den Finanzmärkten nicht mehr im ausreichenden Maß refinanzieren konnte. Normalerweise begibt die Bank zu diesem Zweck sogenannte Asset Backed Commercial Papers, das sind sehr kurz laufende Anleihen, die durch bestimmte Vermögensgegenstände wie beispielsweise Forderungen an Unternehmen besichert sind. Doch angesichts der schwierigen Marktlage fand sie nicht mehr genügend Käufer für diese Papiere.
Der Freistaat Sachsen betonte, für alle möglicherweise aus dem Fonds entstehenden Verluste zu haften. Ormond Quay unterliege der sogenannten Grandfathering-Regelung. Sie legt fest, dass das Land bis zum Jahr 2015 Garantien für alle Verbindlichkeiten der Bank gewährt. Sachsens Finanzminister Horst Metz kündigte an, die Gremien der SachsenLB und der Sachsen-Finanzgruppe, in der die Landesbank und acht sächsische Sparkassen zusammengeschlossen sind, an diesem Montag umfassend über die Rettungsaktion zu informieren. Metz sprach sich auch für eine Sondersitzung des Haushalts- und Untersuchungsausschusses des Landtags aus, welche die oppositionellen Grünen und Liberalen gefordert hatten.
- Datum 20.08.2007 - 13:05 Uhr
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- Quelle ZEIT online, reuters, dpa
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... ein einziger Dreckstall. Man sollte das Land unter die Verwaltung der UNO stellen. Das war wohl die teuerste NPD-Wahlkampfwerbung aller Zeiten:-).
Man muss sich nur einmal die Zusammensetzung des verantwortlichen Verwaltungsrates anschauen, das sagt alles.
Sachsen erscheint derzeit nur noch als die Exklave einer Bananenrepublik aus dem tiefsten Afrika. Misswirtschaft, Vetternwirtschaft, Korruption, Rechtsbeugung scheinen wohl in allen Teilen des Freistaates Einzug gehalten zu haben. Im Dresdner Rathaus geht es drunter und drüber, die SachsenLB will den "global player" machen und jetzt noch die Hetzjagd vom vergangenen Wochenende dazu....
Man könnte glauben, Sachsen wäre echt nicht Teil unserer Republik.
Wer aber schuld ist am Dilemma der SachsenLB? Nun, vor nicht einmal 2 Wochen wurde noch in die Mikrophone (ARD) geträllert, daß die Anlagen der SachsenLB hervorragende Qualität hätten und es kein Grund zur Sorge gäbe. Wenige Tage später steht der Kollaps im Raum. Entweder wurde bei den Interviews gelogen, oder man hat die Lage trotz aller Signale nicht erkannt. Beides zeichnet jedoch nicht die Qualität aus, die für die Aufgaben gefordert sind. Zumindest derjenige, der dieses Statement abgesegnet hat, scheint für seinen Posten nicht geeignet.
... deutsche und nicht der amerikanische Steuerzahler für den Schaden ein? Warum wird nicht US-Eigentum im Land gepfändet bis die Wiedergutmachung erfolgt ist?
Der erste Vorstand ist heute gegangen/worden der Sachsen LB. Bleibt zu hoffen, dass der verantwortliche Aufsichts/Verwaltungsrat hier umgehend nachzieht.
Und die Höhe der Abfindung für den Herrn ???
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