Wikipedia Jagd auf ManipulatorenSeite 3/3

Viele von LaTourettes Kollegen hatten nämlich ein PR-Desaster erleben müssen, als die Wikipedia-Community Anfang vergangenen Jahres die Beiträge aus dem US-Parlament genau untersucht hatte. Das Ergebnis: Angestellte der Politiker hatten in Hunderten Fällen die Biografien ihrer Arbeitgeber geschönt, Kritik entfernt oder den politischen Gegner verleumdet.

Selbst Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ist in diese Zwickmühle geraten. So stand mehr als zwölf Monate lang im Artikel über Wales ein falsches Geburtsdatum. Erst als sich der US-Unternehmer in seinem eigenen Weblog beschwerte, wurde das falsche Datum entfernt.

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Auch Datenschützer können mit der Speicherpolitik von Wikipedia gut leben. "Der Wikiscanner hebt die Anonymität nicht auf", sagt Johann Bizer, stellvertretender Landesbeauftragter für Datenschutz in Schleswig-Holstein. Wer seine IP-Adresse nicht veröffentlichen wolle, könne sich bei Wikipedia ohne Probleme mit einem Pseudonym registrieren. Auch ein Zurückverfolgen auf Firmenrechner ist dann für die Öffentlichkeit nicht mehr möglich.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 16.08.2007 um 16:03 Uhr

    Man könnte ja wieder der Versuchung verfallen anzunehmen, daß hier "das Internet" und "die Computer" wieder schlechte Verhaltensmuster im Menschen förderten. Ich meine, die schleichende Vorteilnahme ist dagegen ein stets präsentes gesellschaftliches Verhaltensmuster, und die Technik im Netz macht die Vorgänge leichter nachvollziehbar.

    Oder glaubte jemand, die Berichterstattung in den Medien sei nicht zuvor schon von interessierter Seite beeinflusst gewesen? Allerdings lassen sich die Händel, die mit Menschen betrieben wurden, schwerer nachvollziehen als eine doch ziemlich unbestechliche Serverlogdatei.

    Ich finde das einen echten Mehrwert der digitalen Kommunikation: Selbst Lobbyismus wird transparenter.

    • andrku
    • 16.08.2007 um 22:20 Uhr

    Der Wikiscanner ist heute durch die gesamte deutsche Presse gegangen, was wird wohl die Folge sein? Richtig, die Benutzung von Proxys (Verschleierung der IP) zur Editierung unliebsamer Artikel.

    Ich habe trotzdem relativ großes Vertrauen zu Wikipedia, viele Darstellungen sind ausgewogener und neutraler formuliert als in der Presse oder handelsüblichen Lexikon(s/en?).

    Vielleicht sollten vermeintlich gesicherte Daten mit einer Art Sonderschutz versehen werden, der erst nach Diskussion und anschließender Freischaltung durch die Community verändert werden darf. Aber vielleicht gibt es sowas ja bereits?

    MfG
    AKu

  1. 3. Aku!

    Ein Lexikon! Zwei Lexika ! :)

    Gerade bei brisanten Themen ist Wikipedia oftmals einseitig und polemisch, mal mehr in die eine mal mehr in die andere Richtung. Trotzdem: Für einen schnellen Überblick unverzichtbar.

    (Edit: Ein bisschen weniger dramatisch ;) )

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