BERLIN

Wo die Nacht tanzt

© Katja Hanke

Die Berliner Club-Szene hat eine eigene Tradition, die aus der Zeit nach der Wende stammt: Man feierte in ehemaligen Tresorräumen, in Bunkern, alten Kaufhallen, Baracken oder feuchten Kellern. Manche Clubs gab es nur wenige Wochen, andere über Jahre. Was ist von dem nächtlichen Treiben übriggeblieben? Eine Galerie Auf blanken Treppen geht es in den Untergrund, neben unverputzten Wänden in ein Kellergewölbe, in den Club . Lüftungsrohre ziehen sich unter der Decke entlang, schlängeln sich um die Ecken. Junge Leute hängen auf Sofas ab. Dezente Lichtprojektionen werfen Farbtupfer auf die staubigen Ziegelsteine. Für Nicht-Berliner ist dies höchstwahrscheinlich ein bizarrer Ort, für Einheimische dagegen eine Erinnerung an die Zeit der außergewöhnlichen Club-Locations. Die war Anfang der 90er, als Nachtschwärmer verlassene Gebäude in der Stadt für sich entdeckten, dort Musik-Anlangen aufbauten, eine Nacht lang zu Techno-Bässen durchs Gemäuer tanzten und am nächsten Tag wieder abzogen. Manche blieben auch, richteten die Gebäude notdürftig her und veranstalteten regelmäßig Partys. Miete verlangte niemand, die Besitzverhältnisse waren ungeklärt und die Ämter hatten andere Sorgen. Einige der etablierten Clubs von heute sind direkte Nachfolger dieser Läden oder zumindest von ihnen beeinflusst. An besonderen Orten befinden sie sich immer noch.
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