Musikanlagen Da ist guter Klang teuer

High-End-Geräte kosten eine Menge Geld. Aber sind sie es wirklich wert? Und wer hört eigentlich noch Schallplatten? Fragen an den Fachhändler Jörg Schütt

ZEIT online: Was ist eine High-End-Musikanlage?

Jörg Schütt: Eine High-End-Anlage versucht die Musik so zu präsentieren, dass sie möglichst natürlich und originalgetreu wiedergegeben wird, ohne Berücksichtigung der Produktionskosten.

ZEIT online: Ist guter Klang immer teuer?

Schütt: Produkte, die das High-End-Ziel erreichen, müssen nicht viel Geld kosten. Es gibt Hersteller, deren Geräte zwar schick und teuer sind, aber nicht unbedingt gut klingen. Einige High-End-Plattenspieler kosten 50.000 Euro, sind es aber keinesfalls wert. Der Preis ist dann nur symbolisch.
Qualität wird über innere Werte erreicht und nicht über verchromte Frontblenden oder große Knöpfe. Ab 1000 Euro gibt es sehr gute CD-Player, ohne den High-End-Status aber mit High-End-Klang. Plattenspieler würde ich auch in diesem Bereich ansiedeln, ab 1000 Euro. Transistor-Verstärker spielen auch alle in dieser Preisklasse, für einen guten Röhrenverstärker sollte man schon 3.000 Euro ausgeben. Gute, kleine Regalboxen dürfen um die 700 Euro kosten. Für gute Standboxen muss man schnell 2000 Euro pro Stück bezahlen. Die Kombination der Geräte sollte wirklich zur Raumgröße passen, man muss die Anlage harmonisch gestalten.

ZEIT online: Was haben Sie für eine Anlage zu Hause?

Schütt: Meinen Lieblingsverstärker habe ich schon seit mindestens 15 Jahren. Er ist aus England, sehr klein und sehr musikalisch. Dazu kommt ein Plattenspieler, ein bescheidener CD-Player, und die Lautsprecher baue ich mir selbst.

ZEIT online: Wie sieht Ihre Musiksammlung aus?

Schütt: Die ist gar nicht so groß. Ich schätze, es sind vielleicht 500 LPs und 200 CDs.

ZEIT online: Sammeln Sie auch MP3-Files?

Schütt: Nur auf dem iPod.

ZEIT online: Ach, Sie haben einen iPod?

Schütt: Ja. Aber den nutze ich nur für Präsentationen, um hörbar zu machen, dass derart komprimierte Dateien nicht gut klingen.

ZEIT online: Wie macht Hören Spaß?

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Schütt: Man setzt sich hin, öffnet eine Flasche Rotwein und nimmt die Musik nicht bloß technisch wahr. Man sollte spüren, dass da wirklich jemand Musik macht. Mit MP3-Dateien ist das nicht möglich, es fehlen die Farben in der Musik. Man hat zwar die Ton- und Dynamiksprünge. Aber MP3-Dateien haben eine geringe Auflösung und zeigen nicht die Klangfarben der Instrumente. Es ist kaum mehr zu unterscheiden, ob eine Geige, eine Bratsche oder ein Cello spielt.

ZEIT online: Und die CD zeigt diese Klangfarben?

Schütt: Sie kann das deutlich besser – vorausgesetzt, es ist eine gute Aufnahme. Und die Schallplatte macht das vermutlich am besten.

ZEIT online: Ist das nicht eher ein esoterischer Mehrwert, den man der Schallplatte zuspricht?

Schütt: Nehmen wir an, wir hätten eine sehr gute Studioaufnahme, und wir hätten sie einmal auf CD und einmal auf LP. Ein CD-Player müsste sehr, sehr teuer sein, um das Klangpotenzial der LP hörbar zu machen. Irgendwann trifft sich die Qualität, aber dann kosten CD-Player auch um die 10.000 Euro, und der Plattenspieler liegt vielleicht bei 4000 Euro.

ZEIT online: Mit welcher Musik kann man eine Anlage richtig aus der Reserve locken?

Schütt: Ich nutze gern Aufnahmen aus den Sechzigern, da hatten die Leute sehr gute Studiomikrofone, hochwertige Röhrenmikrofone. Diese Aufnahmen sind sehr natürlich. Man hatte keine riesigen Mischpulte. Die Techniker wussten einfach, wo sie die Mikrofone hinstellen mussten, ohne hinterher viel korrigieren zu müssen. Dieses Wissen ist heute zum Teil verloren gegangen.
Zum Ausprobieren der Anlagen verwende ich gern Jazz und Klassik. Kaum Pop, denn die meisten Aufnahmen sind kommerziell und im Studio gemacht. Da hat das Ohr dann keinen natürlichen Vergleich – man weiß nicht, wie eine E-Gitarre authentisch klingt. Zum Testen braucht man Instrumente, die auch ohne Verstärkung gut hörbar sind: Klavier, Akustikgitarre.

ZEIT online: Hat jedes Musikmedium seinen eigenen Hörertypus?

Schütt: Die Typen vermischen sich. Menschen mit Ende 30 haben oft viele CDs zu Hause und überlegen sich: "Möchte ich die noch nutzen oder hole ich mir jetzt eine Festplatte, auf der ich alles speichere?" Viele Leute denken, CDs seien unpraktisch und nicht mehr zeitgemäß. Dabei ist ihnen nicht bewusst, dass die Klangqualität des MP3-Formats so schlecht ist.
Viele haben auch eine ganze Menge LPs und möchten sie als MP3 verarbeiten oder digitalisieren. Sie glauben, der Klang werde dadurch besser, weil das Digitale höherwertiger in der Wiedergabe sei.
Als die ersten CDs auf den Markt kamen, war sie klanglich eine Katastrophe. Aber in der Presse wurden sie hochgejubelt. Man hat sich damals nur gefreut: "Es rauscht nicht mehr, das Knistern ist weg!" Auf die eigentliche Musik, auf die Tonwiedergabe hat man kaum geachtet. Das kam erst Jahre später.

ZEIT online: Wie lassen sich die Klangunterschiede zwischen den einzelnen Medien technisch erklären?

Schütt: Eine CD spielt im Frequenzbereich von 5 bis 20.000 Hertz und wird dann radikal abgeschnitten. Bei einer Schallplatte rollt die Aufnahme je nach Tonabnehmersystem auch über 20 Kilohertz. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise auch die Obertonschwingungen einer Violine mit übertragen werden. Und beim MP3-Format werden einfach Frequenzbereiche weggeschnitten, die scheinbar für unser Gehör nicht wichtig sind. Aber das hört man. Die Farben der Musik fehlen.

Interessanterweise werden Töne über 18 Kilohertz nicht mehr als Ton wahrgenommen, sondern als Gefühl. Man hat das in den Sechzigern und Siebzigern auf Großkonzerten genutzt und einfach Frequenzen um die 20 Kilohertz ins Publikum geschickt, weil dann unser Gehirn Endorphine ausschüttet.

ZEIT online: Und deshalb macht die Schallplatte glücklich?

Schütt: Das ist ein Grund, warum die Platte auch emotional schöner klingt. Aber der essenzielle Vorteil liegt in den Mitteltönen. In der Natürlichkeit der tonalen Wiedergabe. Eine mittelmäßige CD-Aufnahme wird eher zweidimensional wiedergegeben, über Analog hat sie aber plötzlich eine deutliche Raumtiefe. Man hört und sieht die räumlichen Konturen der Instrumente. Wenn man die Augen schließt, würde man die Form der Bratsche sehen können. Auf sehr guten Aufnahmen hört man den Klangkörper und wie die Musiker im Raum angeordnet sind. Diese dritte Dimension geht bei mittelmäßigen CD-Aufnahmen oft verloren.

ZEIT online: Kann man nach 25 Jahren digitalen Musikhörens von einer digitalen Ernüchterung sprechen? Geht's wieder zurück zum schweren, erdigen, natürlichen Klangerzeuger?

Schütt: Ja, auf jeden Fall. Das Potenzial der CD ist sehr groß. Die damaligen Entwickler Philips und Sony haben nur total verschlafen, dieses Potenzial weiterzuentwickeln. Sony hat es in den Neunzigern versucht mit der Super-Audio-CD, die auch deutlich besser klingt als die CD. Aber es wurde damals keine Hardware angeboten und heute gibt es keine Software mehr. Und so ist die SA-CD beinahe tot. Das war der einzige Ansatz, die CD weiterzuentwickeln.

ZEIT online: Warum ist uns das Digitale immer noch so fremd?

Schütt: Digitale Aufnahmen klingen oft mies, weil die Tontechnik im Studio versagt hat. Die Produktionskosten werden reduziert, denn die Musik soll ohnehin nur das kommerzielle Radio erreichen. Besonders im Pop. Die Industrie produziert Massenware, die nicht für die gute Hi-Fi-Anlage gedacht ist.

ZEIT online: Wie sieht der Musikhörer der Zukunft aus?

Schütt: Ich denke, die Zielgruppe der Hörer, die zu Hause Musik genießen möchten, wird immer größer. Das ist meine Erkenntnis aus den vergangenen zwei Jahren. Gerade die Leute, die sich in den Neunzigern den Raum mit Heim-Kino-Kisten vollgestellt haben, möchten wieder richtig Musik hören. Da gibt es tatsächlich eine Renaissance. Die Kunden suchen dezente Komponenten mit hoher Qualität und Lebenserwartung. Die dürfen dann auch etwas teurer sein. Der Trend geht nicht unbedingt zum High End, sondern zur Qualität.

Jörg Schütt baut seit seiner Jugend Lautsprecher und ist Mitinhaber des Hi-Fi-Fachgeschäfts Audiophonie in Hamburg.

Die Fragen stellte Rabea Weihser .

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Leser-Kommentare
  1. 1. Unsinn

    bei so viel unsinn weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. er ist eben ein fachhändler und weder ton-ingenieur noch akustiker.

    nahezu jede seiner aussagen ist schlicht falsch.

    "Eine CD spielt im Frequenzbereich von 5 bis 20.000 Hertz und wird dann radikal abgeschnitten. Bei einer Schallplatte rollt die Aufnahme je nach Tonabnehmersystem auch über 20 Kilohertz. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise auch die Obertonschwingungen einer Violine mit übertragen werden. Und beim MP3-Format werden einfach Frequenzbereiche weggeschnitten, die scheinbar für unser Gehör nicht wichtig sind. Aber das hört man. Die Farben der Musik fehlen."

    ist völliger quatsch. eine schallplatte wird ohne EXTREME manipulation der quelle vor der aufnahme niemals 18kHz erreichen können. geschweige denn höheren frequenzen - sie gehen einfach im rauschen unter. mit "natürlicher, unverfälschter wiedergabe" hat dies absolut nichts zu tun.

    die harmonischen einer violine, aha. was sind denn harmonische? es sind ganzzahlige vielfache des grundtons. die platte müsste bis zu etwa 40000Hz linear (!) übertragen können um auch nur eine (!) harmonische mehr als die CD enthalten zu können. das ist wieder eine typische high-end halbwahrheit.

    der herr vermischt gekonnt die CD (bzw raw daten) wiedergabe mit mp3 datenkompression um seine teuren plattenspieler an ahnungslosen zu verkaufen. ganz nebenbei kann eine CD ohne probleme eine absolut lineare (!) bandbreite von 0Hz bis 22050Hz übertragen.

    von gleichlaufproblemen, sich verschiebende stereobilder je nach position der nadel, die extreme einschränkung der dynamik und frequenzbereiche vor der herstellung, mechanische unzulänglichkeiten und natürlich staub und kratzern spricht der herr natürlich nicht.

    als toningenieur und entwickler professioneller audio-geräte kann ich vor solchen esoterisch angehauchten "fach" verkäufern nur warnen.

    die "natürliche wiedergabe" und die qualität eines mediums läßt sich ganz einfach überprüfen: die ach so tolle platte nehmen und nochmal eine platte daraus erstellen und anhören... ...nach 2 oder 3 wiederholungen ist das original-signal im rauschen kaum noch zu erkennen. was ist hier bitte "unverfälscht"?!

    grausig. ein elektronikstudium würde solchen leuten den kopf kräftig waschen.

    high-end bedeutet esoterik. selbst das vokabular teilt sich die szene. hier eine sammlung: http://www.ilikejam.dsl.p...

    blindtests mit eingeschleusten placebos und ein oszillioskop reichen aus solchen scharlatanen das handwerk zu legen - nur wer macht das schon? sicher nicht derjenige, der gerade 5000€ für sein lautsprecherkabel ausgegeben hat - man will die stimmung doch nicht vermiesen...

    guter klang ist mir auch wichtig, aber der ist woanders zu suchen:

    - die raumakustik macht 95% des sounds aus.
    - danach macht die qualität aufnahme selbst nochmal 95% des erlebnisses aus.
    - danach macht die geistige verfassung (hallo liebe kiffer ;)) nochmal 95% des erlebnisses aus.
    - der übrige anteil besteht aus soliden geräten mit besten schaltungen und bauteilen mit überproportionierter stromversorgung.

    und natürlich ist das audio CD format der schallplatte in allen technischen belangen haushoch überlegen. was der herr an schallplatten mag hat eher mit den herstellungseinschränkungen und der notorisch verzerrten wiedergabe des mediums zu tun.

    er mag also das eigentlich degradierende am medium - das dumme ist nur, er scheint es selbst nicht zu wissen. ist ja im grunde auch nichts schlechtes dazu einzuwenden - es mag sogar "musikalischer" klingen, hat aber mit unverfälschtheit oder "high-end" absolut nichts zu tun. es ist halt ne schöne rosa brille durch die alles irgendwie "groß" und "warm" klingt - hat aber nichts mehr mit dem zu tun, was der künstler mit seienm sound-design beabsichtigte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ca3sar
    • 24.08.2007 um 21:38 Uhr

    > .... mit "natürlicher, unverfälschter wiedergabe" hat >dies absolut nichts zu tun.

    sie wollen mir also damit sagen _jeder_ schallplatte liegt ein grundrauschen von, ja wieviel dba eigentlich? im bereich oberhalb 18 kHz vor ? warum hoere ich die dann nicht bei _jeder_ schallplatte, wenn ich an stellen mit 0 signalen weit aufdrehe, wo ich doch die zeilenfrequenz des fernsehers hoere ?

    >die harmonischen einer violine, aha. was sind denn harmonische? es >sind ganzzahlige vielfache des grundtons. die platte müsste bis zu >etwa 40000Hz linear (!) übertragen können um auch nur eine (!) >harmonische mehr als die CD enthalten zu können. das ist wieder >eine typische high-end halbwahrheit.

    das ist der fall, wenn der grundton 20kHz betraegt. bei einem grund ton von sagen wir 1kHz sieht das schon ganz anders aus denke ich: 1,2,4,8,16,32 < 40 ... irgendwas stimmt an ihrer aussage nicht. warum eigentlich zwingend linear ?

    >der herr vermischt gekonnt die CD (bzw raw daten) wiedergabe mit >mp3 datenkompression um seine teuren plattenspieler an >ahnungslosen zu verkaufen. ganz nebenbei kann eine CD ohne >probleme eine absolut lineare (!) bandbreite von 0Hz bis 22050Hz >übertragen.
    das ist vollkommen richtig. das ist aber nicht wirklich einscheidend, die linearitaeten hoeren spätestens beim verwendeten kabel auf. von den boxen ganz zu schweigen. gibt es nicht diese alte regel : was sich schlecht misst hoert sich meistens auch schlecht an, was sich gut misst muss aber noch lange nicht gut klingen ? wenn ihm also, die verzerrungen die eine platte erzeugt gefallen, was spricht dagegen dann lieber platte zu hoeren als cd ?

    >von gleichlaufproblemen, sich verschiebende stereobilder je nach >position der nadel, die extreme einschränkung der dynamik und >frequenzbereiche vor der herstellung, mechanische >unzulänglichkeiten und natürlich staub und kratzern spricht der >herr natürlich nicht.

    ich gehe davon aus das sowohl cd als auch platte so ihre problemchen haben. auch ueber cd bits muss eine fehlerkorrektur laufen, die interpoliert. niemand bestreitet, das die platte einen geringeren dynamikumfang hat. das muss aber nicht zwingend ein argument fuer guten klang sein. an ein orchester kommen beide nicht ran. btw, eine gewasche platte knackt nicht.

    >die "natürliche wiedergabe" und die qualität eines mediums läßt >sich ganz einfach überprüfen: die ach so tolle platte nehmen und >nochmal eine platte daraus erstellen und anhören... ...nach 2 >oder 3 wiederholungen ist das original-signal im rauschen kaum >noch zu erkennen. was ist hier bitte "unverfälscht"?!

    auf der bit ebene ist auch eine audio cd nicht 1 zu 1 kopierbar. zu den verzerrungen siehe oben, sie muessen einem ja nicht gefallen.

    >grausig. ein elektronikstudium würde solchen leuten den kopf >kräftig waschen.

    ich waere da vorsichtig. mein haendler ist etechniker ...

    >high-end bedeutet esoterik. selbst das vokabular teilt sich die >szene. hier eine sammlung: >http://www.ilikejam.dsl.pipex.com/audiophile.htm

    ja das ist tatsaechlich bloedsinn. von so etwas spricht der gute mann auch nicht. sondern von geraeten im 2000-6000 euro bereich.

    >blindtests mit eingeschleusten placebos und ein oszillioskop >reichen aus solchen scharlatanen das handwerk zu legen - nur wer >macht das schon? sicher nicht derjenige, der gerade 5000€ für >sein lautsprecherkabel ausgegeben hat - man will die stimmung >doch nicht vermiesen...
    ohne quellenangabe ist diese aussage nur ein blase. uebrigens koennte das auch nur ein beweis dafuer sein das der mensch ein sehr schlecht hoergedaechnis hat.

    >guter klang ist mir auch wichtig, aber der ist woanders zu >suchen: [snip]
    jedes gute high end model ist so gebaut. die raumakustik ist sehr wichtig, voellig klar. es bleibt noch ein wichtiger weiterer faktor den du vergessen hast: der geschmack. verzerrungen treten immer auf.seine erfahrung ist einfach : die von platten gefallen vielen leute besser.

    ...
    >und der notorisch verzerrten wiedergabe des mediums zu tun.
    genau die gefallen ihm. mir uebrigens auch.

    >er mag also das eigentlich degradierende am medium - das dumme >ist nur, er scheint es selbst nicht zu wissen. ist ja im grunde >auch nichts schlechtes dazu einzuwenden - es mag sogar >"musikalischer" klingen, hat aber mit unverfälschtheit oder >"high-end" absolut nichts zu tun. es ist halt ne schöne rosa >brille durch die alles irgendwie "groß" und "warm" klingt - hat >aber nichts mehr mit dem zu tun, was der künstler mit seienm >sound-design beabsichtigte.
    erstaunlich das er dann sagt, das cd genauso gut klingen koennen, die endgeraete nur viel teurer sind. wieso sind die super teuren geraete auf einmal genauso verzerrt, wie eine schallplatte ?
    zitat:
    -Irgendwann trifft sich die Qualität, aber dann kosten CD-Player -auch um die 10.000 Euro, und der Plattenspieler liegt vielleicht -bei 4000 Euro.
    ende zitat
    und jetzt erzaehlen sie mir nicht, das liegt daran, dass kunden es so erwarten ...
    seine darstellung entspricht ziemlich genau meiner alltaeglichen hoererfahrung und glauben sie mir, ich muss mir genau ueberlegen, was fuer ein geraet ich mir kaufe.

    juliusD

    • musi
    • 26.08.2007 um 23:30 Uhr

    Sorry, der hardliner erwähnt Argumente die nicht der Realität entsprechen und physikalisch, akustisch haltlos sind.

    • ca3sar
    • 24.08.2007 um 21:38 Uhr

    > .... mit "natürlicher, unverfälschter wiedergabe" hat >dies absolut nichts zu tun.

    sie wollen mir also damit sagen _jeder_ schallplatte liegt ein grundrauschen von, ja wieviel dba eigentlich? im bereich oberhalb 18 kHz vor ? warum hoere ich die dann nicht bei _jeder_ schallplatte, wenn ich an stellen mit 0 signalen weit aufdrehe, wo ich doch die zeilenfrequenz des fernsehers hoere ?

    >die harmonischen einer violine, aha. was sind denn harmonische? es >sind ganzzahlige vielfache des grundtons. die platte müsste bis zu >etwa 40000Hz linear (!) übertragen können um auch nur eine (!) >harmonische mehr als die CD enthalten zu können. das ist wieder >eine typische high-end halbwahrheit.

    das ist der fall, wenn der grundton 20kHz betraegt. bei einem grund ton von sagen wir 1kHz sieht das schon ganz anders aus denke ich: 1,2,4,8,16,32 < 40 ... irgendwas stimmt an ihrer aussage nicht. warum eigentlich zwingend linear ?

    >der herr vermischt gekonnt die CD (bzw raw daten) wiedergabe mit >mp3 datenkompression um seine teuren plattenspieler an >ahnungslosen zu verkaufen. ganz nebenbei kann eine CD ohne >probleme eine absolut lineare (!) bandbreite von 0Hz bis 22050Hz >übertragen.
    das ist vollkommen richtig. das ist aber nicht wirklich einscheidend, die linearitaeten hoeren spätestens beim verwendeten kabel auf. von den boxen ganz zu schweigen. gibt es nicht diese alte regel : was sich schlecht misst hoert sich meistens auch schlecht an, was sich gut misst muss aber noch lange nicht gut klingen ? wenn ihm also, die verzerrungen die eine platte erzeugt gefallen, was spricht dagegen dann lieber platte zu hoeren als cd ?

    >von gleichlaufproblemen, sich verschiebende stereobilder je nach >position der nadel, die extreme einschränkung der dynamik und >frequenzbereiche vor der herstellung, mechanische >unzulänglichkeiten und natürlich staub und kratzern spricht der >herr natürlich nicht.

    ich gehe davon aus das sowohl cd als auch platte so ihre problemchen haben. auch ueber cd bits muss eine fehlerkorrektur laufen, die interpoliert. niemand bestreitet, das die platte einen geringeren dynamikumfang hat. das muss aber nicht zwingend ein argument fuer guten klang sein. an ein orchester kommen beide nicht ran. btw, eine gewasche platte knackt nicht.

    >die "natürliche wiedergabe" und die qualität eines mediums läßt >sich ganz einfach überprüfen: die ach so tolle platte nehmen und >nochmal eine platte daraus erstellen und anhören... ...nach 2 >oder 3 wiederholungen ist das original-signal im rauschen kaum >noch zu erkennen. was ist hier bitte "unverfälscht"?!

    auf der bit ebene ist auch eine audio cd nicht 1 zu 1 kopierbar. zu den verzerrungen siehe oben, sie muessen einem ja nicht gefallen.

    >grausig. ein elektronikstudium würde solchen leuten den kopf >kräftig waschen.

    ich waere da vorsichtig. mein haendler ist etechniker ...

    >high-end bedeutet esoterik. selbst das vokabular teilt sich die >szene. hier eine sammlung: >http://www.ilikejam.dsl.pipex.com/audiophile.htm

    ja das ist tatsaechlich bloedsinn. von so etwas spricht der gute mann auch nicht. sondern von geraeten im 2000-6000 euro bereich.

    >blindtests mit eingeschleusten placebos und ein oszillioskop >reichen aus solchen scharlatanen das handwerk zu legen - nur wer >macht das schon? sicher nicht derjenige, der gerade 5000€ für >sein lautsprecherkabel ausgegeben hat - man will die stimmung >doch nicht vermiesen...
    ohne quellenangabe ist diese aussage nur ein blase. uebrigens koennte das auch nur ein beweis dafuer sein das der mensch ein sehr schlecht hoergedaechnis hat.

    >guter klang ist mir auch wichtig, aber der ist woanders zu >suchen: [snip]
    jedes gute high end model ist so gebaut. die raumakustik ist sehr wichtig, voellig klar. es bleibt noch ein wichtiger weiterer faktor den du vergessen hast: der geschmack. verzerrungen treten immer auf.seine erfahrung ist einfach : die von platten gefallen vielen leute besser.

    ...
    >und der notorisch verzerrten wiedergabe des mediums zu tun.
    genau die gefallen ihm. mir uebrigens auch.

    >er mag also das eigentlich degradierende am medium - das dumme >ist nur, er scheint es selbst nicht zu wissen. ist ja im grunde >auch nichts schlechtes dazu einzuwenden - es mag sogar >"musikalischer" klingen, hat aber mit unverfälschtheit oder >"high-end" absolut nichts zu tun. es ist halt ne schöne rosa >brille durch die alles irgendwie "groß" und "warm" klingt - hat >aber nichts mehr mit dem zu tun, was der künstler mit seienm >sound-design beabsichtigte.
    erstaunlich das er dann sagt, das cd genauso gut klingen koennen, die endgeraete nur viel teurer sind. wieso sind die super teuren geraete auf einmal genauso verzerrt, wie eine schallplatte ?
    zitat:
    -Irgendwann trifft sich die Qualität, aber dann kosten CD-Player -auch um die 10.000 Euro, und der Plattenspieler liegt vielleicht -bei 4000 Euro.
    ende zitat
    und jetzt erzaehlen sie mir nicht, das liegt daran, dass kunden es so erwarten ...
    seine darstellung entspricht ziemlich genau meiner alltaeglichen hoererfahrung und glauben sie mir, ich muss mir genau ueberlegen, was fuer ein geraet ich mir kaufe.

    juliusD

    • musi
    • 26.08.2007 um 23:30 Uhr

    Sorry, der hardliner erwähnt Argumente die nicht der Realität entsprechen und physikalisch, akustisch haltlos sind.

  2. Danke, dass Sie es mir abgenommen haben, über soviel Unfug ein paar wahre Worte zu schreiben.

    Nun zweifelt ja niemand daran, dass eine gute Anlage einen besseren Klang verspricht, aber gerade der Unfug mit der angeblichen größeren Dynamik der LP und den gar so schlechten MP3s wird wirklich langsam lästig.

  3. 2x Danke meinen beiden Vorkommentatoren! Als ehemaliger Tonstudiobetreiber kann ich die Aussagen des Herrn Schütt ebenfalls als vollkommenen Blödsinn bezeichnen. Den Audiophilen sollte man Ihren Glauben lassen, Sie zahlen ja gerne so viel Geld für Ihren Selbstbetrug, aber normale Menschen sollten sich keinesfalls ver..... lassen.
    LP-Aufnahmen mussten ganz im Gegenteil oft im Dynamikumfang erheblich reduziert werden, aufgrund der mechanischen Abtastung. Von wegen natürliche Wiedergabe!
    Herr Schütt vergleicht auch gern High-End-Austattung mit miserabel konvertierten MP3-Files. Ja, wenn ich die Musikstücke mit einer viel zu niedrigen Datenrate umwandle (wie es Herr Schütt wahrscheinlich macht, um seinen Kunden die miese Qualität digitaler Musik zu demonstrieren), dann kommt klar Schrott dabei raus und Herr Schütt hört seine geliebten Obertöne nicht mehr.
    Wenn ich aber die Musik mit einer ordentlichen Einstellung digitalisiere und über meine sehr gute HiFi-Anlage für insgesamt ca. 1000,- Euro abspiele (jawohl, das geht, Herr Schütt!), dann möchte ich denjenigen sehen, der im Blindtest die Unterschiede erkennt.

    • ca3sar
    • 24.08.2007 um 21:38 Uhr

    > .... mit "natürlicher, unverfälschter wiedergabe" hat >dies absolut nichts zu tun.

    sie wollen mir also damit sagen _jeder_ schallplatte liegt ein grundrauschen von, ja wieviel dba eigentlich? im bereich oberhalb 18 kHz vor ? warum hoere ich die dann nicht bei _jeder_ schallplatte, wenn ich an stellen mit 0 signalen weit aufdrehe, wo ich doch die zeilenfrequenz des fernsehers hoere ?

    >die harmonischen einer violine, aha. was sind denn harmonische? es >sind ganzzahlige vielfache des grundtons. die platte müsste bis zu >etwa 40000Hz linear (!) übertragen können um auch nur eine (!) >harmonische mehr als die CD enthalten zu können. das ist wieder >eine typische high-end halbwahrheit.

    das ist der fall, wenn der grundton 20kHz betraegt. bei einem grund ton von sagen wir 1kHz sieht das schon ganz anders aus denke ich: 1,2,4,8,16,32 < 40 ... irgendwas stimmt an ihrer aussage nicht. warum eigentlich zwingend linear ?

    >der herr vermischt gekonnt die CD (bzw raw daten) wiedergabe mit >mp3 datenkompression um seine teuren plattenspieler an >ahnungslosen zu verkaufen. ganz nebenbei kann eine CD ohne >probleme eine absolut lineare (!) bandbreite von 0Hz bis 22050Hz >übertragen.
    das ist vollkommen richtig. das ist aber nicht wirklich einscheidend, die linearitaeten hoeren spätestens beim verwendeten kabel auf. von den boxen ganz zu schweigen. gibt es nicht diese alte regel : was sich schlecht misst hoert sich meistens auch schlecht an, was sich gut misst muss aber noch lange nicht gut klingen ? wenn ihm also, die verzerrungen die eine platte erzeugt gefallen, was spricht dagegen dann lieber platte zu hoeren als cd ?

    >von gleichlaufproblemen, sich verschiebende stereobilder je nach >position der nadel, die extreme einschränkung der dynamik und >frequenzbereiche vor der herstellung, mechanische >unzulänglichkeiten und natürlich staub und kratzern spricht der >herr natürlich nicht.

    ich gehe davon aus das sowohl cd als auch platte so ihre problemchen haben. auch ueber cd bits muss eine fehlerkorrektur laufen, die interpoliert. niemand bestreitet, das die platte einen geringeren dynamikumfang hat. das muss aber nicht zwingend ein argument fuer guten klang sein. an ein orchester kommen beide nicht ran. btw, eine gewasche platte knackt nicht.

    >die "natürliche wiedergabe" und die qualität eines mediums läßt >sich ganz einfach überprüfen: die ach so tolle platte nehmen und >nochmal eine platte daraus erstellen und anhören... ...nach 2 >oder 3 wiederholungen ist das original-signal im rauschen kaum >noch zu erkennen. was ist hier bitte "unverfälscht"?!

    auf der bit ebene ist auch eine audio cd nicht 1 zu 1 kopierbar. zu den verzerrungen siehe oben, sie muessen einem ja nicht gefallen.

    >grausig. ein elektronikstudium würde solchen leuten den kopf >kräftig waschen.

    ich waere da vorsichtig. mein haendler ist etechniker ...

    >high-end bedeutet esoterik. selbst das vokabular teilt sich die >szene. hier eine sammlung: >http://www.ilikejam.dsl.pipex.com/audiophile.htm

    ja das ist tatsaechlich bloedsinn. von so etwas spricht der gute mann auch nicht. sondern von geraeten im 2000-6000 euro bereich.

    >blindtests mit eingeschleusten placebos und ein oszillioskop >reichen aus solchen scharlatanen das handwerk zu legen - nur wer >macht das schon? sicher nicht derjenige, der gerade 5000€ für >sein lautsprecherkabel ausgegeben hat - man will die stimmung >doch nicht vermiesen...
    ohne quellenangabe ist diese aussage nur ein blase. uebrigens koennte das auch nur ein beweis dafuer sein das der mensch ein sehr schlecht hoergedaechnis hat.

    >guter klang ist mir auch wichtig, aber der ist woanders zu >suchen: [snip]
    jedes gute high end model ist so gebaut. die raumakustik ist sehr wichtig, voellig klar. es bleibt noch ein wichtiger weiterer faktor den du vergessen hast: der geschmack. verzerrungen treten immer auf.seine erfahrung ist einfach : die von platten gefallen vielen leute besser.

    ...
    >und der notorisch verzerrten wiedergabe des mediums zu tun.
    genau die gefallen ihm. mir uebrigens auch.

    >er mag also das eigentlich degradierende am medium - das dumme >ist nur, er scheint es selbst nicht zu wissen. ist ja im grunde >auch nichts schlechtes dazu einzuwenden - es mag sogar >"musikalischer" klingen, hat aber mit unverfälschtheit oder >"high-end" absolut nichts zu tun. es ist halt ne schöne rosa >brille durch die alles irgendwie "groß" und "warm" klingt - hat >aber nichts mehr mit dem zu tun, was der künstler mit seienm >sound-design beabsichtigte.
    erstaunlich das er dann sagt, das cd genauso gut klingen koennen, die endgeraete nur viel teurer sind. wieso sind die super teuren geraete auf einmal genauso verzerrt, wie eine schallplatte ?
    zitat:
    -Irgendwann trifft sich die Qualität, aber dann kosten CD-Player -auch um die 10.000 Euro, und der Plattenspieler liegt vielleicht -bei 4000 Euro.
    ende zitat
    und jetzt erzaehlen sie mir nicht, das liegt daran, dass kunden es so erwarten ...
    seine darstellung entspricht ziemlich genau meiner alltaeglichen hoererfahrung und glauben sie mir, ich muss mir genau ueberlegen, was fuer ein geraet ich mir kaufe.

    juliusD

    Antwort auf "Unsinn"
  4. "sie wollen mir also damit sagen _jeder_ schallplatte liegt ein grundrauschen von, ja wieviel dba eigentlich? im bereich oberhalb 18 kHz vor ? warum hoere ich die dann nicht bei _jeder_ schallplatte, wenn ich an stellen mit 0 signalen weit aufdrehe, wo ich doch die zeilenfrequenz des fernsehers hoere ?"

    das meine ich nicht. das grundrauschen einer guten aufnahme + kette kann durchaus vernünftig sein. ein 18kHz ton liegt allerdings technisch gesehen weit ausserhalb der für das medium optimalen bandbreite - es wird eben durch technische einschränkungen "ins grundrauschen gejagt".

    "das ist der fall, wenn der grundton 20kHz betraegt. bei einem grund ton von sagen wir 1kHz sieht das schon ganz anders aus denke ich: 1,2,4,8,16,32 < 40 ... irgendwas stimmt an ihrer aussage nicht. warum eigentlich zwingend linear ?"

    ja, sie haben absolut recht. es war auch eigentlich gar nicht erforderlich so extrem zu werden, da eine schallplattenwiedergabe ohnehin schwierigkeiten hat faktisch über 16kHz zu kommen. wie bereits erwähnt, ist ab diesem bereich das grundrauschen höher als das signal - was praktisch bedeutet, das wir es nicht mehr wahrnehmen können.

    linear weil nur so authentizität und naturtreue erhalten bleibt. und zwar linear im frequenz und phasenbereich und auch in der amplitude. technisch gesehen kann nur ein absolut lineares system auch authentisch sein.

    "ich gehe davon aus das sowohl cd als auch platte so ihre problemchen haben. auch ueber cd bits muss eine fehlerkorrektur laufen, die interpoliert. niemand bestreitet, das die platte einen geringeren dynamikumfang hat. das muss aber nicht zwingend ein argument fuer guten klang sein. an ein orchester kommen beide nicht ran. btw, eine gewasche platte knackt nicht."

    nun das ist eben der punkt: die "problemchen" von denen sie sprechen sind nahezu ausnahmslos aus audiophilen kreisen entsprungen. so viele probleme gibt es absolut nicht, sie lassen sich alle auf die DA wandlung reduzieren (die puristisch gesehen aber gar nichts mit der CD an sich zu tun hat). diese lächerlichen probleme sind doch kein vergleich zu den von mir gelisteten schallplatten einschränkungen (die im übrigen jeder sofort hört, dazu ist kein esoterik kurs nötig).

    ein hoher dynamikumfang wird nachweislich als natürlicher empfunden. heutzutage wird der dynamikumfang von musik ohnehin extrem eingeschränkt - da braucht man kein medium, dass "noch eins drauflegt".

    "auf der bit ebene ist auch eine audio cd nicht 1 zu 1 kopierbar. zu den verzerrungen siehe oben, sie muessen einem ja nicht gefallen."

    das ist völlig falsch - oder wie sollte sonst ihr betriebsystem funktionieren?! wieder eine legende aus diesem bereich:

    die daten auf einer audio CD sind mehrfachfach redundant abgelegt. interpoliert wird hier absolut nichts, wenn, dann macht das der DA wandler (macht er sowieso die ganze zeit) aber nicht die fehlerkorrektur (die ist nur für das leiten der linse da). die abtastung kann mit mittelklasse laufwerken als perfekt bezeichnet werden - was sich auch problemlos mit einem delta test belegen läßt.

    "ohne quellenangabe ist diese aussage nur ein blase. uebrigens koennte das auch nur ein beweis dafuer sein das der mensch ein sehr schlecht hoergedaechnis hat."

    in einer sound on sound ausgabe letzten jahres (irgendwo auch im netz) wurden unverschämte line kabel von high end herstellenrn miteinander verglichen. wie kommen sie auf das hörgedächnis?! wieder eine typische "audiophilie". kabel kann man auch ganz simpel vergleichen: wieder der von "audiophilen" so gern ignorierte delta-test (auch null-test genannt). dazu braucht man kein hörgedächnis, wenn man nichts hört und im oszilloskop nichts sieht gibt es einfach keinen unterschied zwischen den verglichenen objekten.

    die ergebnisse des test?! große ernüchterung - und daran erinnert man sich :)

    "genau die gefallen ihm. mir uebrigens auch." (hinsichtlich verzerrungen bei der schallplattenwiedergabe)

    das ist ja genau der punkt. seine definition von "high-end" geht aber in eine ganz andere richtung, nämlich authentizität. ich verstehe absolut, das eine gute verzerrung vorzüge hat (wird im studio ständig verwendet), aber es hat nichts mit einer authentischen wiedergabe zu tun. es ist eben eine schöne rosarote brille. vom künstler gewollte kontraste werden glattgebügelt.

    "erstaunlich das er dann sagt, das cd genauso gut klingen koennen, die endgeraete nur viel teurer sind. wieso sind die super teuren geraete auf einmal genauso verzerrt, wie eine schallplatte ?"

    weil er eine wortwörtlich verzerrte sicht der dinge hat. er erläutert zuerst seine definition von high-end (autentisch, naturgetreu) und dann behauptet er völlig unmißverständlich, das eine schallplatte besser als eine CD klingt. das ist eben ein verlogener ansatz - jedoch gut geeignet für verkaufsgespräche.

    "erzaehlen sie mir nicht, das liegt daran, dass kunden es so erwarten ...
    seine darstellung entspricht ziemlich genau meiner alltaeglichen hoererfahrung und glauben sie mir, ich muss mir genau ueberlegen, was fuer ein geraet ich mir kaufe."

    10.000 Euro für ein digitales abspielgerät?! geht's noch?

    eine festplatte für 100€ und gute wandler für 500€ sind klanglich und technisch kaum noch zu überbieten.

    selbst high end studio geräte von crane song, weiss und manley kosten nicht so viel - und haben dabei auch noch eine ernsthafte funktionalität! selbst die teuersten digital-analog wandler im profi bereich kosten nicht mehr als 5.000€. genau hiermit werden die derzeit am besten klingenden aufnahmen hergestellt und abgehört. und glauben sie mir, dort wird signaltreue sehr ernst genommen und technisch ständig geprüft - schönfärberei ist dort unbrauchbar.

    ganz ernsthaft, wenn es ihnen oder dem "fachhändler" um schönen klang geht, dann kaufen sie sich einen billigen CD player, ein studio-effekt processor wie der SPL vitalizer, K-Stereo oder einen edlen röhren equalizer und genießen sie ihren unverschämt guten sound. aber verkaufen sie es nicht als ein "authentische" oder "naturgetreue" musikwiedergabe. verwirren sie nicht laien mit naiven vergleichen, halbwahrheiten und hinter technisch anmutenden begriffen versteckte esoterische verkaufsargumente.

    die selbe gute aufnahme auf CD und schallplatte ist auf der CD zu 100% erhalten während das signal auf der schallplatte noch unzählige male verarbeitet und eingeschränkt wurde, nur um die gröbsten technischen probleme zu minimieren.

    ich habe selbst ziemlich teure B&W lautsprecher, bryston verstärker, benchmark DA wandler, ect. ich mag also durchaus "high-end". und natürlich auch platten (wenn ich davon aber eine CD habe, ziehe sie ich lieber vor). was mich ärgert sind die unzähligen scharlatane in diesem bereich, dort auf vernunft zu treffen ist nahezu unmöglich.

    für alle interessierten: suchen sie lieber im professionellen studiofachhandel.

    • iDog
    • 25.08.2007 um 18:01 Uhr

    ... stimme ihnen - hardliner- 100% zu ... habe selber jahrelang professionel musik produziert - analog und digital - genau in der zeit , als digitale technik die analogtechnik abgeloesst hat - mensch waren wir froh.

    allen betroffenen high ender aber, die gerne mal richtig viel geld lowerden wollen fuer den totalen musikgenuss empfehle ich doch eher ein unterstuetzenswuerdiges orchester/band/musikprojekt zu sponsern ...oder fuer einen privaten abend zu hause zu buchen ... oder noch beser ein öffentliches konzert zu bezahlen und dann in der ehrenloge zu sitzen.
    gute musik muss unterstuetzt werden , weil sie sonst ausstirbt . die industrie ist fast ausschliesslich an schlechter bzw nicht gerade kunstlerischer musik interessiert.
    fuer 5000 euro bekommen sie schon ganz tolle musiker - alle mal abenteuerlicher als die alte schubert aufnahme durch ein neues goldkabel zu hören.
    viel spass dann bei ihrem ersten selbstbezahlten konzert ( kann man auch mitschneiden lassen).

    • bibop
    • 26.08.2007 um 17:47 Uhr

    Warum muss mann sich bei dieser Diskussion eigentlich in einen solch diffamierenden Ton hineinsteigern?

    Was hat High End mit Esoterik, Weltanschauungen oder Wahrheiten zu tun?

    In erster Linie geht es doch um ein Wahrnehmungserlebnis. Wobei wir uns alle darüber im Klaren sein sollten, das Wahrnehmung immer selektiv und subjektiv ist.

    Ein jeder von uns hat also sein ganz individuelles Klangerleben und darf sich seine eigene Meinung bilden, auch wenn er kein studierter Akustiker oder Studiotechniker ist.

    Um die persönlichen Neigungen und Präferenzen zu entdecken und gegebenenfalls zu entwickeln bedarf es durchaus keines theoretischen Überbaus.

    So kann auch der eine sich an Musik im komprimierten mp3-Format erfreuen und der andere seine Freude im Hören von CD und- oder LP ausleben. Wieviel Geld er dafür ausgeben möchte entscheidet doch jeder selbst - keiner wird zum Kauf gezwungen.

    Wenn ich das Interview mit Herrn Schütt richtig gelesen habe, gehört er doch wohl kaum zu jenen Vertretern die dem Kunden mehr Schein als Sein verkaufen wollen - ganz im Gegegenteil, er spricht offen von Statusobjekten mit symbolischen Preisen. Nebenbei bemerkt gibt es natürlich auch ein Klientel, das genau diese Statussymbole einfordert und bedient werden möchte.

    Aber ist High End deswegen nur Schein ohne Sein? Wohl kaum - im Einzelfall kann jeder Kaüfer die Verhältnismäßigkeiten selbst ausloten und darf sich hoffentlich auch weiterhin ein eigenes Urteil bilden.

  5. das versuchte ich anhand einer - zugegeben - sehr persönlichen Beschreibung meiner Einstellung zu Musik-Konserven darzustellen. Eine kleine Bemerkung zu den Reaktionen auf den Artikel "Da ist guter Klang teuer" gestatte ich mir. Musik erleben und geniessen zu können ist dermassen wichtig und wertvoll für die menschliche Existenz, dass sich allein schon aus diesem Grund Kommentare,die anderen Dummheit, Unwissen u.ä. unterstellen, erübrigen sollten. Wer Freude an guter Musik aus digitalen Quellen zu gewinnen vermag, sollte diese geniessen...wer die gute analoge Quelle (wir hören ja auch nicht digital) bevorzugt, sollte sich dann eben davon anrühren und begeistern lassen. Meinen Beitrag, der auch auf diese Diskussion bezogen war, lesen Sie unter:

    http://kommentare.zeit.de...

    Sollte größeres Interesse an Musikbeispielen aus analogen Quellen bestehen, die sich durch überragende Musikalität auszeichnen, wäre ich gerne bereit, eine kleine Beispielsammlung hier zu veröffentlichen...das natürlich ohne jeden kommerziellen Hintergrund.

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