Bildung Coca-Cola-KidsSeite 3/3
Auf diese Weise muss eine Schule auch keine Angst vor einem kritischen Schüler haben, der den Coca-Cola-Tag boykottiert.
- Datum 31.08.2007 - 12:44 Uhr
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Wenn Unternehmen genug Geld übrig haben um Schulen zu sanieren, warum können sie dann nicht eben dieses Geld in Form von Steuern loswerden? Es wäre beruhigender, wenn der Staat das Geld dort investiert könnte, wo es wirklich benötigt wird, statt fürchten zu müssen, dass Unternehmen nur Schulen mit einer umsatzbringenden, wohlhabenden Klientel fördern.
"20 Millionen Euro sollen beispielsweise Jugendliche zwischen 11 und 19 im Jahr zur Verfügung haben."
wer kurz nachrechnet (sagen wir 50 mit je 20 euro taschengeld) erkennt, dass an den 20mio euro was nicht stimmen kann. sind es vielleicht milliarden? oder stimmt der referenzzeitraum nicht?
Heutige Werbung und kritisches Denken schließen sich aus. Alles Komplizierte gilt als Werbe-Gift. Will mir irgendjemand erzählen, diese Firmen machten dies Sponsoring aus Philanthropie? Wehret den Anfängen!
Erstmal: Ich war an meiner Schule (die "von reichen Kindern mit einflussreichen Eltern besucht wird") sowieso schon mit Werbung konfrontiert. Und zwar nicht in Form von Sponsoring. Oder ist eine Werbetafel in der Pausenhalle Sponsoring?
Gestört hat's nicht, und ich bin sicher, dass durch Werbung an Schulen insgesamt mehr Geld für eine bessere Schulbildung zur Verfügung stehen wird - auch an "armen" Schulen.
Andererseits wird es sich mit Sicherheit bestätigen, dass "reiche" Schulen überproportional unterstützt werden.
Die Frage ist nun, will man eine (im Vergleich zur Alternative) schlechtere Ausbildung für alle, oder eine bessere, in der allerdings eine Gruppe (der es sowieso schon besser geht) gegenüber der anderen bevorzugt wird? Ich persönlich weiß es nicht.
Völlig ernst und ohne Übertreibung: wenn es keine marktingfreien Zonen mehr gibt, dann ist das Ende des aufgeklärten Zeitalters endgültig angebrochen. Dann ist die Demokratie endgültig kaputt. Dann wird es endgültig Zeit für eine richtige Revolution. Die Aussagen des Sprechers der Hamburger Bildungsbehörde machen eigentlich nur deutlich, dass zur Zeit eine Menge Leute an höheren Positionen sitzen, die das Wesentliche unserer Gesellschaftsordnung nicht verstanden haben.
Gute Nacht,
v.
Ich weiss nicht, wozu wir überhaupt noch einen Staat brauchen, wenn auch jetzt die Erziehung noch zum Markt wird.
"Die Reduzierung des Menschen auf das Ökonomische ist verboten!" (Helmut Schmidt)
Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema angesprochen wird! Was meinem Gefühl nach fehlt, ist die Wahrnehmung der riesigen Hilflosigkeit der Lehrer und Schulträger (Gemeinden, Stadtverwaltungen) gegenüber ihrer Funktion als Werbeträger. Die wenigsten unter ihnen wissen oder ahnen das. Im ständigen Stress, sich als Agierende und Motivierende darzustellen, greifen sie zu den Werkzeugen, die der Markt bietet, und die Schule oder der Schulträger zahlt, was gefordert wird. Warum haben Schulen oder Schulträger nicht schon längst Marketingexperten, die analysieren, dass es Werbung ist, wenn die Schule ihre Schüler an Microsoft-Produkte wie Windows, Words, Excel,... gewöhnt, oder auch an Geräte von Texas-Instruments, Siemens, Casio oder Hewlett-Packard,... Werbung, für die es Alternativen gibt, man denke nur an Linux usw... Nur ein Experte mit Ausbildung in Marketingstrategie würde den Werbefaktor dieser schulisch benutzten Software und Geräte richtig abschätzen und die Schulen aus der Naivität eines "Fussballvereins, der für die Banden-Werbung auch noch zahlt anstatt Geld zu verlangen", herausholen können.
Richtig, hier ist die Rede von Werbung, die schon lange unreflektiert stattfindet und nicht von Werbung, die demnächst eingeführt werden soll. Aber gerade diese Erfahrung in der Vergangenheit, die die Firmen mit der Hilflosigkeit im Schulbereich machen konnten, könnte sie dazu ermutigt haben, sich noch massiver ins das Schulleben und -erleben hineinzudrängen.
Die bisherige Generation der Lehrer ist froh, ihre Word-Dateien oder Taschenrechner-Programme endlich beherrschen zu können, sie wird nicht die Kraft haben, sich noch zusätzlich mit ihrer Funktion als Werbeträger zu beschäftigen. Ein Marketingexperte pro Stadt- oder Landkreis könnte sich durch Aushandeln von Werbesummen möglicherweise selbst amortisieren. Oder ist es etwa gottgewollt, dass an Schulen der Putz bröckelt und Elektronikkonzerne Millionengewinne verbuchen?
Wenn das Werben für eine Weltanschauung verboten ist, sollte man sich klarmachen, dass Werbung an sich bereits ein Element einer sehr dominanten Weltanschauung darstellt. Die Welt des Kapitalismus und damit die Werbung ist anti-aufklärerisch und gehört nicht in unsere Schulen.
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