Ein sehr großer und ein deutlich kleinerer Mann haben in den ersten Reihe der Berliner Schaubühne Platz genommen: Florian Henckel von Donnersmarck, rund zwei Meter groß. Daneben Tom Cruise, geschätzte 1,70 Meter. Beide waren am Sonntag in das Theater am Lehniner Platz gekommen, um einen kleinen und doch so großen Kollegen zu ehren: Ulrich Mühe.

Der war am am 22. Juli im Alter von 54 Jahren an Krebs gestorben. Freunde, Angehörige und Wegbegleiter nahmen nun in der Schaubühne Abschied. Unter ihnen seine Tochter, die Schauspielerin Anna Maria Mühe, seine Frau Susanne Lothar und Darsteller wie Otto Sander und Katja Riemann.

Mehr als eine Stunde lang sahen sie gemeinsam den Dokumentarfilm „Die Zeit ist aus den Fugen“ von Christoph Rüter. Dessen Aufführung genau wie die des Psychothrillers „Funny Games“ von Michael Haneke, in dem er die Hauptrolle spielt, hatte sich Mühe vor seinem Tod gewünscht.

„Die Zeit ist aus den Fugen“ widmet sich der Aufführung „Hamlet/Hamletmaschine“ am Deutschen Theater, bei der Mühe mit dem Dramatiker Heiner Müller während der Zeit des Zusammenbruchs der DDR zusammenarbeitete.

„Ulrich Mühe war so ein kraftvoller Schauspieler“, sagte Cruise am Rande der Veranstaltung. Henckel von Donnersmarck übersetzte dem Überraschungsgast Cruise während der Vorführung. „Nur bei Heiner Müllers Ausführungen über seine Hamlet-Interpretation wurde es etwas kompliziert“, sagte er.