In der Nacht zum Sonntag haben sich in Kopenhagen jugendliche Demonstranten eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Im Stadtteil Nørrebro zogen mehrere Hundert randalierend durch die Straßen. Mindestens 25 Demonstranten wurden festgenommen, nach anderen Berichten bis zu 40.

Erst vor sechs Monaten war es in dem Viertel zu Ausschreitungen gekommen , nachdem das Jugendhaus Ungdomshuset von der Stadt verkauft und von dem neuen Besitzer, einer christlichen Sekte, abgerissen worden war.

Auch dieses Mal war der Abriss der Auslöser. Der Protestmarsch sollte an die Räumung im März erinnern. Die Jugendlichen steckten Barrikaden in Brand, schlugen Schaufensterscheiben ein und warfen Brandsätze. Einer davon explodierte in einem Polizeiwagen. Die Beamten reagierten mit Tränengas. Mindestens ein Polizist und eine unbekannte Anzahl Demonstranten wurde verletzt.

Das Ungdomshus war mehr als zwanzig Jahre lang ein Treffpunkt der alternativen Szene in Kopenhagen. Es war in achtziger Jahren besetzt worden und wurde seit dem mit Billigung der Stadt betrieben. Im vergangenen Jahr dann verkaufte die Stadt das Objekt. Der neue Besitzer erwirkte einen Räumungsbefehl, der Anfang des Jahres vollstreckt wurde. Tagelange Krawalle waren die Folge.