Bundesliga Zwei-KlassengesellschaftSeite 2/2

Und weil das so ist, werden die Nebengeräusche umso wichtiger, je vorhersehbarer der sportliche Wettkampf als solcher wird. Wer am Sonntag im Karlsruher Wildparkstadion war, sah Tausende von Fans, die nach dem Schlusspfiff so ausgelassen herumhopsten, als habe ihr KSC gerade die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Das 1:0 gegen den Erzfeind VfB Stuttgart – so der Tenor – sei schon jetzt das Highlight der Saison. Noch vor zehn Jahren war der vermeintliche Erzfeind allenfalls ein Rivale, gegen den man lieber gewann als gegen Dortmund. Heute schreit eine ganze Kurve Hassparolen gegen Schwaben, einen Landstrich, der etwa 30 Kilometer östlich von Karlsruhe beginnt. Auch die Rivalitäten zwischen Dortmund und Schalke oder zwischen Nürnberg und Bayern waren früher spielerischer als heute, die Spottgesänge witziger, weniger fundamental. 

Offenbar laden Fußballfans ein Fußballspiel lieber künstlich mit Emotionen auf als hinzunehmen, dass die Abschlusstabelle schon vor dem ersten Spieltag zu großen Teilen vorherbestimmt ist. Maik Franz, der bärbeißige Verteidiger des KSC weiß das. In der Sportbild hatte er das Verhältnis zwischen VfB- und KSC-Fans mit dem Satz umschrieben, dies sei "wie Krieg". Am Sonntag hatten die Fans der Karlsruher den Spruch auf ein Transparent gemalt und das "wie" durchgestrichen: "Es ist Krieg!" Dabei ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass ein großer Teil der Krakeeler, die "ein Baum, ein Strick, ein Schwabengenick" skandierten, selbst mit einer Schwäbin verheiratet ist.

 
Leser-Kommentare
    • kai123
    • 04.09.2007 um 20:22 Uhr

    Ich sehe die Dinge nicht so wie in diesem Bericht geschrieben. Denn wer das Spiel am Sonntag gesehen hat wird festgestellt haben, dass der FC Bayern keine Übermannschaft hat. Gegen einer von Ausfällen geschwächten HSV war nichts zu sehen von einer Überlegenheit der Bayern. Und hätte ein Kompany,Demel und van der Vaart gespielt wäre die Übelegenheit der Hamburger wohl noch stärker gewesen. Auch von der Technik her konnten die Hamburger durchaus mit den Bayern mithalten. Klar hat Bayern sich im Vergleich zur letzten Saison gesteigert, aber man hat ja icht nur Nieten abgegeben und ob die neuen soviel besser sind muß sich erst noch in der langen Saison beweisen.Ribery war in Hamburg abgemeldet. Vielleicht war Hamburg die erste Mannschaft die nicht vor Angst gelähmt war.Dann kam bei den Bayern Frust auf und das Spiel wurde härter. Und was van Bommel sich wieder geleistet hat ist hier zu sehen: Warum werden andere Spieler für soetwas gesperrt? Und der DFB spricht von einem Rempler! Ohne Worte!!
    http://www.youtube.com/wa...
    Ich hoffe jedenfalls die Saison bleibt so spannend wie in der letzten Saison. Wer auch immer Meister wird.

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