Es ist verständlich, dass die Windsors dem zehnten Todestag von Prinzessin Diana mit gemischten Gefühlen entgegenblickten. Gewiss heilte die Zeit manche Wunden. Doch unter der Oberfläche schwelen nach wie vor Bitterkeit und tiefe Abneigung, allen voran gegen Camilla, die zweite Ehefrau des Thronfolgers Prinz Charles. Sie brachen bereits im Vorfeld des Jahrestages durch.

Viele Frauen sehen in Camilla die " wicked witch ", die böse Hexe, die sie verantwortlich machen für das tragische Geschick ihrer Heldin. Die sentimentale Verehrung, die sie der toten Prinzessin bis heute entgegenbringen, offenbart ihre dunkle Seite in hasserfüllten E-Mails und Leserbriefen. Ein Teil der Massenpresse hat solche Gefühle im Vorfeld des zehnten Jahrestags von Dianas tödlichem Unfall in einem Pariser Tunnel bewusst geschürt. Genüsslich wurden "Freunde" Dianas zitiert, die Camillas Anwesenheit "unsensibel und grausam" nannten. Die Ehefrau des Prinzen von Wales entschied sich wohl auch deshalb, dem Gedenkgottesdienst fernzubleiben.

Die Gästeliste für den Gottesdienst erwies sich als höchst delikate Angelegenheit. Wen einladen, wen draußen lassen? Im Falle von Fergie, der Herzogin von York, fiel die Entscheidung leicht. Ihre Beziehung zu den Windsors ist zerrüttet; sie gilt als zu vulgär. Auch entschied sich der Palast, die Riege der sogenannten "Diana-Profiteure" nicht einzuladen, den Butler Paul Burrell, Bodyguard Ken Wharfe, " Personal Assistant " Victoria Mendham und Patrick Jepson, den langjährigen Pressesekretär. Allesamt hatten sie der Versuchung nicht widerstehen können, ihre Erinnerungen gegen ein stattliches Salär zu verscherbeln.

Ist das Grund genug, sie auszuschließen? Nein, sagen manche Blätter, bezeichnen die Ausladung als "schändlich" und benutzen ein Argument, das dieser Tage oft zu vernehmen ist und dem kaum jemand offen zu widersprechen wagt: "Hätte Diana das gewollt?"