Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Stundenkilometern und noch stärkeren Böen fegte Hurrikan "Felix" über das Meer hinweg. Am Montag hatte "Felix" sich in der Rekordzeit von 15 Stunden von einem Tropensturm der Kategorie zwei zu einem als gefährlich geltenden Hurrikan der Stufe fünf entwickelt. Später wurde er auf die Kategorie vier zurückgestuft. Mit rund 230 Stundenkilometern ist er aber immer noch sehr gefährlich. Ein Hurrikan-Überwachungsflugzeug der USA geriet in einen starken Strudel aus Auf- und Abwinden und musste die Datenerhebung abbrechen.

Am heutigen Dienstag zog "Felix" an der Küste des Inselstaates Jamaika vorbei, wo gerade die Parlamentswahl stattfand. Der Urnengang war wegen des Hurrikans "Dean" verschoben worden, der in der vergangenen Woche in der Karibik gewütet und 30 Menschen das Leben gekostet hatte. In Honduras wurden Hunderte Touristen vor dem nahenden Sturm in Sicherheit gebracht, teilten die Behörden mit. Insbesondere die bei Tauchern beliebten Inseln Roatan und Guanaja würden geräumt.

Bald schon wird "Felix" an den Küsten von Nicaragua, Honduras und Belize erwartet. Am Mittwoch könnte der Tropensturm den Norden Guatemalas und die mexikanische Halbinsel Yucatán treffen.

In Honduras und Nicaragua werden Erinnerungen an den Wirbelsturm "Mitch" vor neun Jahren wach. Damals waren Tausende Menschen ums Leben gekommen. In Honduras haben die Vorbereitungen für Evakuierungen begonnen. Die Behörden betonen, es stehen Notunterkünfte für 10.000 Menschen zur Verfügung. Gefürchtet sind nicht nur die zerstörerische Kraft der Hurrikan-Winde, sondern auch Überschwemmungen durch heftige Regenfälle.

Der Wirbelsturm war am Montag über die Niederländischen Antillen hinweggefegt und hatte auf der Insel Grenada schwere Schäden angerichtet. In Venezuela sorgten seine Ausläufer für heftigen Wind und hohe Wellen. Ein Mensch wird nach Angaben des Zivilschutzes vermisst. Der Sturm zog nördlich der Halbinsel Paraguana an Venezuela vorbei, wo sich die größten Erdölraffinerien des Landes befinden.

An Mexikos Pazifikküste wütet unterdessen der Tropensturm "Henriette", der am Wochenende Erdrutsche auslöste, durch die sieben Menschen starben. Der Tropensturm, der mit Windgeschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern noch nicht in die Hurrikan-Kategorie fiel, nahm ebenfalls an Stärke zu. Es wird erwartet, dass er morgen in den Feriengebieten von Baja California ankommt.