Powerfrauen Angela die Mächtige
Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes hat seine Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt veröffentlicht. Auf Platz eins steht erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Das zweite Jahr in Folge nimmt Angela Merkel, die erste Bundeskanzlerin Deutschlands, Platz 1 der 100 mächtigsten Frauen der Welt ein. Sie beeindruckte die Welt aufs Neue durch ihre souveräne Führung bei zwei aufeinanderfolgenden Gipfeltreffen. Beim ersten bewies sie Prinzipientreue, indem sie die führenden G 8-Vertreter dazu bewegte, u. a. erheblichen Einschnitten bei den CO2-Emissionen zuzustimmen. Dann trieb sie die Länder der Europäischen Union in eine Vereinbarung über die Reform der europäischen Verfassung.
In der Zwischenzeit führt die chinesische Vizepremierministerin Wu Yi (Platz 2) gemeinsam mit ihrer Regierung eine Wirtschaftsmacht an, deren Bruttoinlandsprodukt das deutsche in Kürze wohl überrunden wird und die damit zur dritt größten Wirtschaft der Welt aufsteigt. Wu Yi gab erst vor kurzem dem US-Finanzminister einen Korb, als er während der jüngsten strategischen Wirtschaftsgespräche mit den USA umfangreiche Forderungen stellte, darunter die Aufwertung des Yuan.
China steht indes vor enormen Herausforderungen in Bezug auf die Verbesserung seiner brüchigen sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Infrastruktur, die sich nun auch noch mit einem überhitzten Aktienmarkt, unsicheren und minderwertigen Produkten sowie einer ernsthaften Umweltverschmutzung auseinanderzusetzen hat.
Frauen behaupten sich auch in der Wirtschaft immer sichtbarer. Seit der vergangenen Bewertung übernahm Angela Braly (Platz 16) die Führung des Versicherers WellPoint, der einen von 10 Amerikanern mit Krankenversicherungsleistungen versorgt, während sich das weltweit größte Geldüberweisungsunternehmen Western Union unter der Führung von Christina Gold (Platz 56) von First Data löste, und Chief Executive Indra Nooyi (Platz 5) von PepsiCo zur Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde.
Während zahllose Studien verzweifelt nach Argumenten dafür suchten, dass sich die gläsernen Bürowände für Frauen in Beton verwandelt hätten, fanden wir problemlos 66 Führungskräfte aus der Wirtschaft, die sich für unsere Liste qualifizierten. 34 weitere stammten im Wesentlichen aus politischen Kreisen.
Wenn es auch nicht gelingt, Frauen durch Mauern aufzuhalten, bleibt doch das Argument bestehen, wie hart der Weg für sie ganz an die Spitze sei. Die Forscher von Catalyst, New York, studieren die Entwicklung von Frauen in Managementpositionen der Wirtschaft und berichten, dass die Zahl der Frauen, die in den USA obere Managementposten innehaben, sich in den letzten vier Jahren kaum verändert habe. Sie bekleiden dabei 15,6 Prozent von 10.145 Führungstiteln (CFO, CIO, oder höher) in den 500 größten US-Unternehmen.
Das Forbes-Ranking beginnt mit einer Liste von Frauen, denen es gelungen ist, bestimmte Grenzen zu überwinden. Die meisten leiten ein Wirtschaftsunternehmen, eine Regierungsorganisation oder eine gemeinnützigen Vereinigung oder stehen sehr nahe an der Spitze. Eine Handvoll hat ihre Macht in anderen Bereichen etabliert (eine Unternehmerin der Unterhaltungsbranche, eine Richterin und eine Autorin stehen ebenfalls auf unserer Liste). Der Rang wird durch Bekanntheit (gemessen an Pressezitaten) und wirtschaftlichen Einfluss bestimmt.
In die letztgenannte Bewertung fließen drei Aspekte ein: Lebenslauf (Erfolge und Titel einer Karriere - z. B. wird ein Premierministerposten höher als ein Senatorinnenposten gewertet), Größe des wirtschaftlichen Bereichs, über den die Führungskraft bestimmt, und ein Multiplikator, um die unterschiedlichen Finanzmaßstäbe vergleichbar zu machen. So fließt bei der Bewertung einer CEO der Umsatz ihres Unternehmens in die Berechnung ihrer wirtschaftlichen Einflusskraft ein, während der Verantwortlichen einer Stiftung deren Vermögen zugeordnet wird. Das Vermögen erhält in diesem Fall einen höheren Multiplikator als der Umsatz.
Unterstützung: Laura Liswood, Secretary-General des Council of Women World Leaders.
Beiträge: Megha Bahree, Helen Coster, Suzanne Hoppough und Tatiana Serafin. Weitere Beiträge: Erika Brown, Victoria Murphy Barret, Heidi Brown, Ryan Derousseau, Allison Fass, Matthew Herper, Luisa Kroll, Claire Cain Miller, Anne P. Mintz, Zina Moukheiber, Cristina von Zeppelin und David Whelan.
- Datum 03.09.2007 - 10:02 Uhr
- Quelle ZEIT online, Forbes.com
- Kommentare 9
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na ihren Job in China hat sie aber nicht schlecht gemacht.
Nicht nur nach den wirtschaftlichen Interessen schauen, sondern auch mal das mit dem Menschenrechten ansprechen.
Wirkliche Gleichberechtigung ist erst dann erreicht, wenn Frauen nicht nur die gläsernen Decken nach oben durchstoßen haben, sondern auch die gläsernen Keller nach unten. Denn dort, in den lebensgefährlichen Knochenjobs, lassen sie die Männer ebenso gerne alleine, wie sie ihnen im Top-Management gerne Gesellschaft leisten würden.
"Der Jobs Related Almanac (Handbuch des Arbeitsmarkts) zählt 250 Berufe auf und stuft sie nach Kategorien von sehr gut bis sehr schlecht ein. Die Einstufung wird aus der Kombination der Faktoren Bezahlung, Stress, Arbeitsumfeld, Aufstiegschancen, Gefahren am Arbeitsplatz und körperlicher Beanspruchung ermittelt. Demnach sind von den fünfundzwanzig schlechtesten Jobs vierundzwanzig fast reine Männerjobs.
Hier einige Beispiele: Lastwagenfahrer, Metallarbeiter, Dachdecker, Kesselschmied, Holzarbeiter, Schreiner, Bauarbeiter oder Polier, Baumaschinenfahrer, Footballspieler, Schweißer, Mühlenarbeiter und Hüttenarbeiter. Alle diese »schlechtesten Jobs« haben eines gemeinsam: Sie werden zu 95 bis 100 Prozent von Männern ausgeübt.
Täglich kommen ungefähr so viele Männer an ihrem Arbeitsplatz um wie während des Krieges an einem »durchschnittlichen Tag« in Vietnam." (Aus: Warren Farrell, Mythos Männermacht)
Frauen machen anders Politik, zumindest gefühlt ist Merkel ganz anders als Schröder. Schröder war ein Gockel verglichen mit ihr.
Bessere Politik machen sie leider nicht. Weder sind sie den Nöten ihres Volkes gegenüber empfindsamer (Mindestlohn), noch sind sie demokratischer (durchboxen der von mehreren Referenden abgelehnten EU-Verfassung). Sie nutzt lediglich andere Waffen um ihren Willen durchzusetzen. Die Propagandamaschine beherrscht sie genauso perfekt wie die Männer, kein wässriger Pseudokompromiss, der nicht wie ein riesiger Erfolg in der Presse gefeiert würde.
Das zeigt für mich nur: Macht hat ihre eigenen Spielregeln und nur wer sich daran hält, kommt überhaupt nach oben. Deshalb bin ich (als Mann) genauso wie die meisten anderen Männer und Frauen, als Politiker vollkommen ungeeignet und stolz darauf.
MfG
AKu
Während Führerin Schwarzer selbst zugeben mußte, daß Frau Merkel hierzulande "an die Macht hochgespült" wurde, erdichten die Autorinnen des Artikels eine dicke Betonmauer, die angeblich erst zu überwinden gewesen wäre.
Es fehlt ihnen eben die nötige Reflexion, die die besagte Mauer als den Balken erkennen ließe, den Feministinnen im eigenen Auge haben.
aber auch nicht gleich Gut.So eine Liste wäre auch mal interessant.
"Wenn es auch nicht gelingt, Frauen durch Mauern aufzuhalten, bleibt doch das Argument bestehen, wie hart der Weg für sie ganz an die Spitze sei."
Aber lange bleibt dieses Argument nicht bestehen ... Wer so etwas behaupten will, muss es belegen - und das gilt dann auch im Umkehrschluss dafür, dass es Männer einfacher haben beim Karrieremachen. Und das dürfte empirisch kaum zu belegen sein.
Hierzulande, im Öffentlichen Dienst, haben es Frauen eher leichter als Männer, in gehobene Positionen aufzusteigen: Frauenquoten, Frauenförderprogramme, Gleichstellungspläne. Da stimmt der alte Feministenspruch "Um soviel zu erreichen wie ein Mann, muss eine Frau doppelt so viel leisten" schon mal definitiv nicht mehr.
Und was die "freie" Wirtschaft angeht, harrt dieses Sprüchlein immer noch seines Beweises. Es grenzt schon an gezielte Manipulation, den geringen Anteil weiblicher Top-Manager auf "gläserne Decken" oder gezielte Diskriminierung durch Männer zurückzuführen und nicht, was wahrscheinlicher sein dürfte, auf den mangelnden Willen der meisten Frauen, ihr Leben dem Karrieremachen zu widmen. Was ich im Übrigen für eine sehr sympathische Einstellung halte...
Die "FrauenforscherInnen" sind aus der Sommerfrische zurück.
Sie erfreuen uns wieder mit dem Lied von "den Frauen" welche von "den Männern" bewusst unten gehalten werden und die nur unter unsäglichen Entbehrungen, wenn überhaupt, Karriere machen können.
Nur mal so eine Info noch für @albino. In der Zovjetunion waren die meisten Bauarbeiter Frauen. Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte würde ich das nicht glauben.
Eine weibliche Müllfahrerin habe ich bis jetzt auch noch nicht gesehen. Feministinnen bewerbt Euch! Lasst euch diese schreiende Ungerechtigkeit nicht länger gefallen!
Ich finde es auch immer wieder ärgerlich, wie von Feministinnen immer wieder die Quote der Frauen in Führungspositionen als schreiende Ungerechtigkeit aufgeführt wird. Ich glaube auch, wie albino, dass die meisten Frauen gar nicht in der Karrieremaschinerie mitspielen WOLLEN, weil sie ihre Prioritäten anders setzen und sich eine 60 Stunden-Woche gar nicht antun wollen.
Trotzdem ist es Fakt, dass die meisten Frauen es durchschnittlich etwas schwerer haben weiter nach obern zu kommen, weil sie einfach nicht die Fähigkeiten mitbringen, die man als stromlinienförmiger, erfolgreicher Karrieremensch eben braucht.
Aber das ist doch nicht unbedingt so schlimm, oder?
haben Frauen doch jahrhundertelang gezeigt. Indem sie es waren/ sind die den Kindern,also auch den späteren Männern, bei der Erziehung ein Moralverständnis vermittelt haben.
Und wer weis ob nicht abends zu Hause Frau Blair mal etwas zu ihrem Mann gesagt hat, was ihn dann auf eine ganz andere Sicht auf ein politisches Problem, welcher Art auch immer,gebracht hat.
Für mich persönlich, da ich ja noch voll im Studium stecke und in einer Umfrage wahrscheinlich in der Ecke der später kinderlosen Akademikerinnen landen würde, muss ich allerdings sagen, dass ich überhaupt kein Bedürfnis verspüre, 80% meiner Zeit in das Arbeiten für die Karriere zu investieren. Denn wenn man dann mal oben ist, mit 45 oder 50 Jahren, dann hat man zwar Geld, aber sehr wahrscheinlich keine Zeit es auszugeben.
Dann hat man auch keine Zeit sich selbst weiterzubilden. Andere Sprachen zu lernen, große Reisen zu unternehmen, oder einfach mal in Ruhe im Garten herumzuliegen.
Ich möchte lieber richtig leben. Auch wenn ich dann weniger verdiene, nie in die Forbes-Liste komme und nicht so viel berufliche Verantwortung haben werde.
Und was die Feministinnen betrifft, die sollen nicht maulen, sondern wenn sie Karriere machen wollten und es nicht geschafft haben vielleicht auch mal die Fehler bei sich selbst suchen. Nachgeworfen bekommt auch ein Mann einen guten Job nicht.
*Übrigens ich bin keine tagträumende Studentin, ich studiere auf Magister und arbeite 20 Stunden die Woche in einem Unternehmen.
haben Frauen doch jahrhundertelang gezeigt. Indem sie es waren/ sind die den Kindern,also auch den späteren Männern, bei der Erziehung ein Moralverständnis vermittelt haben.
Und wer weis ob nicht abends zu Hause Frau Blair mal etwas zu ihrem Mann gesagt hat, was ihn dann auf eine ganz andere Sicht auf ein politisches Problem, welcher Art auch immer,gebracht hat.
Für mich persönlich, da ich ja noch voll im Studium stecke und in einer Umfrage wahrscheinlich in der Ecke der später kinderlosen Akademikerinnen landen würde, muss ich allerdings sagen, dass ich überhaupt kein Bedürfnis verspüre, 80% meiner Zeit in das Arbeiten für die Karriere zu investieren. Denn wenn man dann mal oben ist, mit 45 oder 50 Jahren, dann hat man zwar Geld, aber sehr wahrscheinlich keine Zeit es auszugeben.
Dann hat man auch keine Zeit sich selbst weiterzubilden. Andere Sprachen zu lernen, große Reisen zu unternehmen, oder einfach mal in Ruhe im Garten herumzuliegen.
Ich möchte lieber richtig leben. Auch wenn ich dann weniger verdiene, nie in die Forbes-Liste komme und nicht so viel berufliche Verantwortung haben werde.
Und was die Feministinnen betrifft, die sollen nicht maulen, sondern wenn sie Karriere machen wollten und es nicht geschafft haben vielleicht auch mal die Fehler bei sich selbst suchen. Nachgeworfen bekommt auch ein Mann einen guten Job nicht.
*Übrigens ich bin keine tagträumende Studentin, ich studiere auf Magister und arbeite 20 Stunden die Woche in einem Unternehmen.
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