Computerspezialisten aus China sind in ein Netzwerk des US-Verteidigungsministeriums eingedrungen. Nach einem Bericht der Financial Times sollen es Hacker der chinesischen Volksbefreiungsarmee gewesen sein.

Wie die britische Zeitung am Dienstag unter Berufung auf amerikanische Regierungsstellen berichtete, mussten bei dem Hacker-Angriff auch Teile des EDV-Systems im Büro von US-Verteidigungsminister Robert Gates abgestellt werden. Falls das so stimmt, bedeutet es, dass die Computerexperten Chinas inzwischen in der Lage sind, zentrale Systeme andere Länder stillzulegen. 

China hat die Presseberichte zurückgewiesen. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking sprach am Dienstag von "wilden Anschuldigungen", die an die Position der Länder während des Kalten Krieges erinnerten. 

Von Seiten der Volksbefreiungsarmee soll es jedoch regelmäßig Versuche geben, militärische Netzwerke der USA abzusuchen. Und auch das Pentagon versucht, die Rechner und Netzwerke seiner chinesischen Pendants zu scannen. Im aktuellen Fall sollen die Hacker aus China bis zu der erfolgreichen Attacke bereits über viele Monate lang von verschiedenen Orten aus versucht haben, die Sicherheitsschleusen der Amerikaner zu überwinden, berichtet die Financial Times .

Hacker-Angriffe auf Regierungsrechner waren auch Thema beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche. Dabei sagte Regierungschef Wen Jiabao der Kanzlerin die Zusammenarbeit im Kampf gegen Hacker-Angriffe mit Trojaner-Spähprogrammen zu. Zuvor war von umfangreichen Angriffen auch auf deutsche Regierungsrechner berichtet worden. Zu Vermutungen, dass die Volksbefreiungsarmee dahinterstecken könnte, äußerte sich Wen Jiabao nicht.