In Sachsen hat die Krise um die Landesbank Finanzminister Horst Metz um sein Amt gebracht. Wenige Tage nach dem Notverkauf der Bank kündigte Metz an diesem Freitag seinen Rücktritt für den 30. September an.

Es sei für ihn sehr schmerzlich, dass die einzige ostdeutsche Landesbank nicht mehr eigenständig habe erhalten werden können, sagte der 62-Jährige während einer Sondersitzung des Landtags in Dresden.

Die SachsenLB war in Schieflage geraten, weil eine Tochtergesellschaft riskante Geschäfte auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt unternommen hatte. Daraufhin verkaufte das Land die Bank am vergangenen Wochenende Hals über Kopf an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dem Verkauf hatte der Landtag nicht zustimmen können. Nun musste er nachträglich informiert werden. Die CDU-SPD-Regierung hatte sich auf eine Notlage berufen, die es gerechtfertigt habe, das Parlament zu übergehen.

"Ich habe für mich eine persönliche Entscheidung getroffen, eine rein persönliche Entscheidung", sagte Metz. Er wolle sich nicht aus der Verantwortung stehlen und noch zum Übergang beitragen. "Zum 30. September 2007 stelle ich hiermit mein Amt zur Verfügung."

Metz hatte zuvor den Verkauf der Landesbank nochmals verteidigt. Unter den gegebenen schwierigen Umständen sei dies eine gute Lösung. Die SachsenLB sei von einem "historisch einmaligen Versagen der Finanzmärkte" betroffen gewesen, das niemand vorausgesagt habe. Metz war als Finanzminister auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Landesbank. Der Finanzminister sagte auch, er sei nicht ausreichend über das Ausmaß der Krise informiert gewesen. Die Opposition hielt Metz und Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) dagegen vor, für die Krise die politische Verantwortung zu tragen.

In den vergangenen Tagen hatte es viele Rücktrittsforderungen an Metz gegeben. Der aus Mecklenburg stammende Politiker führte das Finanzministerium seit 2002. Er war Milbradt im Amt nachgefolgt. Wer nun statt seiner das Finanzressort übernimmt, ist noch unklar. Als mögliche Alternative gilt der langjährige Finanzstaatssekretär Wolfgang Voß (CDU).