Die Empörung in der Öffentlichkeit war groß, so dass Bürgermeister Ole von Beust (CDU) eingeschritten ist. Jetzt hat die Hamburger Bildungsbehörde die Pläne für die Zulassung von Werbung an Schulen fallengelassen. Es soll auch Zustimmung gegeben haben, aber unter den Eltern habe es große Befürchtungen gegeben, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen leiden könnte, teilte Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) am Donnerstag mit. «Diesen Bedenken wollen wir Rechnung tragen und deshalb den neuen Richtlinien-Entwurf nicht weiterverfolgen.»

«Ich habe heute Morgen sehr ausführlich mit Frau Dinges-Dierig darüber gesprochen und wir sind übereingekommen, dass eine solche Werbung an den Schulen kein guter Weg ist», sagte von Beust dem Radiosender NDR 90,3. «Ich glaube, Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Verbrauchern machen und dazu passt Werbung nicht unbedingt.»

Vom 1. Oktober an hatte es Unternehmen erlaubt werden sollen, an Schulen für ihre Produkte zu werben. Voraussetzung wäre die Zustimmung der jeweiligen Schulkonferenz gewesen. Die Werbeeinnahmen sollten etwa für Klassenreisen, Sportgeräte, Instrumente und Schulveranstaltungen ausgegeben werden dürfen. Ein Sprecher der Bildungsbehörde sagte nun: «Es bleibt alles so, wie es ist.» Allerdings ließen auch die bestehenden Richtlinien Sponsoring zu, was nicht zuletzt von Schulen in besser situierten Stadtteilen genutzt werde. Mit den erweiterten Werbemöglichkeiten habe man Schulen in sozial schwächeren Stadtteilen zusätzliche Einnahmequellen erschließen wollen.