Medien Gelungene Öffentlichkeitsarbeit?
Wer provoziert, verkauft gut. Das dachte sich wohl Eva Herman, als sie die NS-Familienpolitik lobte - auch weil es ihrem Denken entspricht. Dem NDR reichte es jetzt. Zu Recht.
Eva Herman hat ein neues Buch geschrieben. Wahrscheinlich steht dasselbe darin wie in dem vorherigen und dasselbe, was sie sowieso jeder Kamera sagt. Offensichtlich ist der Fokus jetzt nicht mehr allein auf die Frau und ihre Bestimmung als Glucke gerichtet, sondern es geht um die ganze Familie: Wie in der Arche Noah sollen alle Familienmitglieder sich zusammenraufen, „im gleichen Boot sitzen“.
Das Buch
Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen
soll natürlich trotz der alten Kamellen wieder ein Bestseller werden. Damit die Journalisten nicht müde werden, über Evas diverse Prinzipien zu schreiben, musste während der Buchpräsentation auch etwas Zitierfähiges gesagt werden.
Das beherrscht Eva Herman bravourös, oder doch nicht? Sie hat behauptet, was immer noch viele denken, nur keiner mehr ausspricht: Es ist nicht alles schlecht gewesen in der Nazi-Zeit. Gut war die Einstellung zum Muttersein und zur Familie. (Früher hieß es immer, es war die Autobahn.) Dem NDR bestätigte sie ihre Ansichten, dass „Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft.“
Provokation macht neugierig. Ob es diesmal auch funktioniert und die Auflage steigert? Zumindest ihren Arbeitgeber, den NDR, hat sie zu sehr provoziert. Sie ist mit sofortiger Wirkung gefeuert. Zu Recht, daran zweifelt kaum einer. Wenn man nur daran denkt, dass jüdische Familien vergast wurden, dass Kinder an der Front verheizt wurden. Was die Nazis Familien angetan haben, ist unfassbar.
- Datum 10.09.2007 - 11:12 Uhr
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lieber autor, haben sie quellen hierfür?!
ich zweifle sehr stark daran. noch nie habe ich in meinem umfeld (der größtenteils alles andere als "elitär" ist) so eine idiotische aussage gehört.
familienplanung zur ns zeit:
- lebensbaum
- zwangssterilisierung bei misch-ehen
- zersplittung und eine mehr oder weniger vernichtung jüdischer familien und nahezu allen minderheiten.
- zerstörung deutscher familien (vater ist an der front, kommt geistig geschädigt wieder zurück - wenn überhaupt).
- kinder wurden bereits im jungen alter für den krieg vorbereitet bzw eingesetzt.
- ect.
nette verhältnisse frau herman.
"werte" sind nichts anderes als dogmen und vorurteile. sobald öffentlich über werte gesprochen wird ist die sache verlogen: es geht um intoleranz.
werte sind in uns, sie brauchen nicht von aussen zugetragen werden.
Eva Hermann Nazi-Sympathien unterstellt, muss man dem noch lange nicht zustimmen. (Das fascho-feministische Gequatsche von Frau Dorn ist nämlich mindestens genauso fragwürdig.) Dazu war es schon erforderlich, dass Frau Hermann selbst jeden Zweifel ausräumt - und das hat sie ja nun wohl getan.
Beate Uhse, ja die mit den Gummis, war Fliegerin im sog. Dritten Reich. War das für sie nun gut oder schlecht, darf man das heute öffentlich erwähnen oder nicht, ist es für denjenigen dann gut oder schlecht?
Fragen über Fragen!
vielleicht sollte ich auch mal ein Buch schreiben, über das andere sich dann mächtig aufregen, irgendeines, das Grundsatzdiskussionen lostritt. Mal sehen, was fällt mir denn da so ein? Vielleicht: "Das-Arche-Noah-Prinzip - lasst alle Asylbewerber nach Deutschland hinein" oder "Es-geht auch mit weniger - Hartz IV ist noch zu hoch". Da ist gewiss eine Menge Zündstofft drin. Die Leute regen sich auf, kaufen mein Buch, um mitreden zu können und sich hinterher in zahlreichen Foren verbal niederzumachen und ich fülle mein Portmonee. Wozu brauche ich dann noch einen regulären Job? So und nun regt euch alle schön auf, Ihr Rabenmütter und Superväter, Frau Hermann freut's.
Tja, so ist das nun mal bei den Öffentlich-Rechtlichen: "Extratouren" von Mitarbeitern werden dort äußerst ungern gesehen. Das musste damals auch schon Susan Stahnke erfahren.
Aber vielleicht startet Eva Herman ja bald eine neue Karriere bei RTLVOXProSiebenSat1RTL2&Co.
Die Politisierung ihrer Aussage markierte E. H. mit dem Hieb auf die 68er, die man kritisieren kann, aber man sollte wissen wann und in welchen Zusammenhängen. Eine Familienpolitik der 68er gab es sehr wohl, u. a. die anti-autoritären Methoden – inkl. die Reduktion auf die Kleinfamilie aufzulösen. Für Viele scheint allein der Gedanke daran immer noch Rollenunsicherheit auszulösen, wer unsicher ist, lässt sich schnell einfangen, sowohl von Ideologien als auch von E. H.
Der Journalist hat schon alles gesagt dazu, mehr muss es nicht sein.
Wer aber und das fehlt, die Familie längst in Frage stellte, war die Moderne und deren emanzipative Grundhaltung, vgl. bspw. 20er Jahre bis in die 30er Jahre. Die Nazis versuchten das zurückzudrehen – die Emanzipation war keine Erfindung von 68. Vgl. die Sufraggetten in UK, H. G. Wells etc. bis zu Virginia Woolf. E. H. ist nicht Virginia Woolf. Und E. H. definiert sicher nicht den Begriff Schriftsteller. Sie definiert nicht mal den Begriff Bildung. Sie fängt mit ihrem Schreiben all das ein, das Lebenshilfe gegen Wandel braucht, egal wie – und das kann man gewissenlos nennen und den Realitäten gegenüber unbewusst -
schlagen wir doch einmal nach, im Orinial:
... "Diese Jugend , die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln. Und wenn nun dieser Knabe und dieses Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort nun so oft zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen haben und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder für vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei oder in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeiterdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alle mit dem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre. Und wenn sie dann zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in SA, SS und so weiter. Und sie werden nicht mehr frei, ihr ganzes Leben."
oder
"Meine Pädagogik ist hart" ... "Das Schwache muss weggehämmert werden. Es wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich ..."
Aber seien wir nicht zu streng mit Eva Hermann. Die Nationalsozialisten waren an anderen Stellen besonders familienorientiert. In Ravensbrück wurden die Frauen immerhin mit ihren Kindern eingeliefert.
Die Verantwortlichen des NDR sollten sich fragen, weshalb sie diese Frau solange gewähren ließen.
Also die Familienpolitik des NS Reiches als Argument zu nehmen um die 68'er zu kritisieren war vielleicht taktisch nicht besonders klug. Aber sie hat in der Sache recht. Die 68'er Ideologie der antiautoritaeren Erziehung usw. hat viel zu der heutigen demographischen Problematik beigetragen. Es muss in einer Demokratie moeglich sein ueber solche Sachen zu diskutieren. Wir sind schliesslich nicht in China. Aber die verantwortlichen beim NDR benehmen sich als waeren sie "gleichgechaltet". Das ist traurig. Ausserdem bin ich sicher das sie vielen Menschen in Deutschland (besonders vielen Frauen!), was den Wert der Familie und Familiengruendung angeht, aus der Seele spricht.
Hannes
stimmt zwar, aber die nahezu gleichgeschalteten Medien sind doch sehr linientreu. Die Liste der Tabus wird immer länger !
..hat niemand mehr die berge von kinderschuhen in auschwitz und buchenwald undundund vor augen? wie kann man nur!
stimmt zwar, aber die nahezu gleichgeschalteten Medien sind doch sehr linientreu. Die Liste der Tabus wird immer länger !
..hat niemand mehr die berge von kinderschuhen in auschwitz und buchenwald undundund vor augen? wie kann man nur!
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