Kapitalismuskritik Die Folterkeller der GlobalisierungSeite 6/6
ZEIT online: Stattdessen unterziehen Sie Ihre Leser selber einer Schocktherapie ...
Naomi Klein: ... ah, ist das die Linie, die Sie in Ihrem Artikel fahren wollen?
ZEIT online: Sie starten mit einem eindrucksvollen ersten Kapitel, in dem Sie Folteropfer vorstellen, und es läuft einem kalt den Rücken herunter. Macht Ihre Leser bereit, ebenso schlimm über die ökonomischen Schocks zu denken, die Sie auf den Seiten danach beschreiben.
Naomi Klein: Das war so sicher nicht geplant. Ich wollte eine menschliche Geschichte voranstellen, bevor so viel trockenes Zeug folgt, über Hyperinflation und so weiter. ( Pause ) Ich wollte, dass diese Geschichte einen menschlichen Zugang zu diesem Thema eröffnet. Aber ich kann schon nachvollziehen, was Sie sagen.
ZEIT online:(Pause)
Naomi Klein:(lacht laut)
Ist doch ein toller Einstieg für Ihre Geschichte!
Naomi Klein: Die Schock-Strategie.
Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus.
S. Fischer Verlag. 768 Seiten, gebunden, 22,90 Euro
- Datum 11.09.2007 - 09:33 Uhr
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habe ich mein erstes Buch geschrieben. Wiso war?
Irgendwie habe ich den Eindruck, das das Mädchen dem Eklektizismus frönt und leider auch fixiert ist.
Man nehme, mehr oder weniger, wahllos zusammengetragene "Quellen". Diese werden aus dem Zusammenhang gerissen und in das Schema "Kapitalismus ist böse!" hineingequetscht.
Vola! Schon kann man mit dem Verkauf dieses "Werkes" absahnen. Nur ist das nicht eigentlich auch böse?
Für das "linke" Qualitätssiegel "Naomi Klein" sollte jeder, der es ernst mit der Verbesserung der Welt meint, dankbar sein.
Soviel […] auf kleinem Platz machen ihr wahrscheinlich wenige nach. Besser kann man Inkompetenz eigentlich nicht mehr outen. Da kommen nicht einmal mehr der "linke" Feudalfürst Oskar und der pensionierte Herz-Jesu-Marxist Norbert mit.
Solche Leute können nicht von dieser Welt sein.
[Dieser Kommentar entsprach leider nicht den Regeln. Bitte achten Sie auf ihre Wortwahl. Die Redaktion / mst]
@DasunheimlicheHolg
"wahllos zusammengetragene Quellen...Diese werden aus dem Zusammenhang gerissen und in das Schema "Kapitalismus ist böse!" hineingequetscht."
Das tut sie doch gar nicht. Sie ist keine Kommunistin, lediglich Globalisierungkritikerin. Und ja: es gibt einen Unterschied zwischen Globalisierungskritik und Kapitalismuskritik.
"mehr oder weniger wahllos zusammengetragene Quellen" bilden außerdem die Basis fast jeden Sachbuches, es ist schliesslich die Aufgabe eines Sachbuches diese zu ordnen und einen übergeordneten Zusammenhang herauszustellen.
Ob diese Frau hierbei gar zu einseitig vorgeht, weiß ich (noch) nicht. Das Buch werde ich bestimmt lesen, schon weil es sehr gut recherchiert zu sein scheint (mehrere Jahre Recherche mit einem kompletten Team!) und sicher eine Menge interessante und wenig bekannte Fakten enthält.
Übermässig aus dem Rahmen fallen würde sie mit Einseitigkeit sowieso nicht, auch im Wirtschaftsjournalismus wird fast immer ideologisch und einseitig interpretiert. Lies einfach mal einen der Pro-Globalisierungsartikel von Joffe: viele kaum haltbare Vorurteile und viel wirtschaftliches Halbwissen.
Tatsächlich ist Milton Friedmann auch mir extrem unsymphatisch. Er mag hervorragende Wirtschaftskenntnisse haben, aber die Abschaffung jeglicher staatlicher Fürsorge zu propagieren ist einfach nur krank und nicht vernünftig begründbar. Für mich ist der Mann ein äußerst einflussreicher Fanatiker. Nichtsdestotrotz werde ich wohl auch seine Bücher mal lesen müssen, nur um die Argumente zu kennen. Immerhin hat der mal einen Nobelpreis bekommen. Ganz dumm scheint er nicht zu sein...
MfG
AKu
Hier Kernthesen des von Noami Klein so verachteten Milton Friedman:
"Im Zentrum seiner theoretischen Überlegungen steht, dass es eine feste langfristige Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation gibt. Damit ist für ihn Inflation ein rein monetäres Phänomen, dem die Zentralbank durch eine strikte Kontrolle der Geldmenge begegnen kann. Er griff die Idee Walter Euckens auf, Geschäftsbanken eine 100-prozentige Mindestreserve vorzuschreiben.
Zugleich lehnt er die Finanzpolitik als Instrument der Nachfragesteuerung ab. Inflation entsteht nach seiner Theorie immer dann, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wertschöpfung in der Realwirtschaft. Staatliche Ausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft würden mittelfristig verpuffen. Die von Keynes entwickelte antizyklische Fiskalpolitik zur Abfederung der Konjunkturschwankungen könne deshalb nicht funktionieren. Zwei seiner wesentlichen Beiträge zur ökonomischen Debatte sind "Die quantitative Theorie des Geldes" und "The expectations-augmented Phillips Curve".
Als Vertreter des Liberalismus steht die Freiheit des Einzelnen im Zentrum der Argumentation Friedmans. Er hält die freie Wahl des Einzelnen zwangsläufig für nutzenbringender als Regelungen des Staates. Somit unterstützt er eine Reduzierung der Staatsquote, freie Wechselkurse, stetiges Geldmengenwachstum, den Wegfall staatlicher Handelsbeschränkungen, die Aufhebung von Beschränkungen zu regulierten Berufsgruppen und eine Reduzierung staatlicher Fürsorge.
Friedman stellte auch die Luxusguthypothese des Geldes auf.
Er griff in den 1960er Jahren die Idee der negativen Einkommensteuer von Juliet Rhys-Williams aus den 1940er Jahren auf."
Quelle: http://www.bwl-studium.or...
Die, und dass meine ich keineswegs so böse, wie es klingen mag, brave schulmäßige Aufzählung ökonomischer Postulate Milton Friedmans stehen doch gar nicht zur Debatte. Sie mögen sogar unter besonderen Umständen also "ceteris paribus" wie in der Beschreibung ökonomischer Theorien üblich eventuell richtig sein. Die aber daraus resultierende Neoliberale Politikberatung ist in vielen Fällen aber einfach nur zynisch und menschenverachtend, weil sie auf den den methodischen Grundlagen des "Homo Oeconomicus" basiert, die nicht nur im Sinne eines "Common sense" als unsittlich bezeichnet werden können, sondern schlichtweg anthropozentrische Ideologie bar jeder Wissenschaft ist. Die Fallstricke der Diskurse innerhalb Volkswirtschaftslehre/Nationalökonomie sind hinreichend durch Gunnar Myrdals Werk "Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung" beschrieben worden und es sollte wirklich Pflichtlektüre werden, da oftmals modelltheoretische Annahmen über Wirkungsmechanismen des Marktes innerhalb gegebener politischer Rahmenbedingungen mit moralphilosphischen Überlegungen allgemeiner Art fröhlich miteinander vermengt werden. Was dabei herauskommt mag zwar immer zum Teil noch eine gewisse Plausibilität besitzen, ist in vielen Fällen aber sogar tautologisch, gerade in Bezug auf die methodologischen Grundlagen des "Homo Oeconomicus".
Die, und dass meine ich keineswegs so böse, wie es klingen mag, brave schulmäßige Aufzählung ökonomischer Postulate Milton Friedmans stehen doch gar nicht zur Debatte. Sie mögen sogar unter besonderen Umständen also "ceteris paribus" wie in der Beschreibung ökonomischer Theorien üblich eventuell richtig sein. Die aber daraus resultierende Neoliberale Politikberatung ist in vielen Fällen aber einfach nur zynisch und menschenverachtend, weil sie auf den den methodischen Grundlagen des "Homo Oeconomicus" basiert, die nicht nur im Sinne eines "Common sense" als unsittlich bezeichnet werden können, sondern schlichtweg anthropozentrische Ideologie bar jeder Wissenschaft ist. Die Fallstricke der Diskurse innerhalb Volkswirtschaftslehre/Nationalökonomie sind hinreichend durch Gunnar Myrdals Werk "Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung" beschrieben worden und es sollte wirklich Pflichtlektüre werden, da oftmals modelltheoretische Annahmen über Wirkungsmechanismen des Marktes innerhalb gegebener politischer Rahmenbedingungen mit moralphilosphischen Überlegungen allgemeiner Art fröhlich miteinander vermengt werden. Was dabei herauskommt mag zwar immer zum Teil noch eine gewisse Plausibilität besitzen, ist in vielen Fällen aber sogar tautologisch, gerade in Bezug auf die methodologischen Grundlagen des "Homo Oeconomicus".
Au Backe!
Ich gehe jetzt von folgender Voraussetzung aus: Mit dem Verkauf des Buches werden die Kosten gedeckt und ein erklecklicher Provit wird erwirtschaftet.
Wenn dies zutrifft ist die Autorin eine "Kapitalistin" die ihr Team "ausbeutet" und sie operiert global (weltweiter Vertrieb).
Weiterhin hat sie die für Unternehmer wichtige Kompetenz ihr Produkt auch gut vermarkten zu können. Denn wer so einen "Bullshit", wie Flieger51 zutreffend bemerkt, verkaufen kann, muss schon was drauf haben und auch ein bisschen skrupellos sein.
@DasunheimlicheHolg
"Ich gehe jetzt von folgender Voraussetzung aus: Mit dem Verkauf des Buches werden die Kosten gedeckt und ein erklecklicher Provit wird erwirtschaftet."
Und? Weil sie globalisierungskritisch ist, darf sie mit ihrer Arbeit kein Geld verdienen? (und bitte: "Profit")
"Wenn dies zutrifft ist die Autorin eine "Kapitalistin" die ihr Team "ausbeutet" und sie operiert global (weltweiter Vertrieb)."
Jeder Kapitalist beutet seine Mitarbeiter aus? Welcher Ideologie hängst du denn an? Nur damit du es auch mal kapierst: Naomi ist nicht prinzipiell antikapitalistisch, sondern globalisierungskritisch. Das ist ein Unterschied.
Und ja, sie vertreibt es global. Das könnte sie nicht, wenn es die Globalisierung nicht gäbe, dann hätte sie aber wahrscheinlich auch kein Buch darüber geschrieben, nicht wahr?
Im Ggs. zu vielen anderen sieht sie eben nicht nur IHREN Profit, sondern all die Nachteile einer Entwicklung, auch wenn sie selbst von dieser Entwicklung profitiert. Das hat eine gewisse Größe.
"Weiterhin hat sie die für Unternehmer wichtige Kompetenz ihr Produkt auch gut vermarkten zu können. Denn wer so einen "Bullshit", wie Flieger51 zutreffend bemerkt, verkaufen kann, muss schon was drauf haben und auch ein bisschen skrupellos sein."
Du hast ihr neuestes Buch bereits gelesen?
Dann zitiere doch mal was von dem "Bullshit", ich bin gespannt.
MfG
AKu
@DasunheimlicheHolg
"Ich gehe jetzt von folgender Voraussetzung aus: Mit dem Verkauf des Buches werden die Kosten gedeckt und ein erklecklicher Provit wird erwirtschaftet."
Und? Weil sie globalisierungskritisch ist, darf sie mit ihrer Arbeit kein Geld verdienen? (und bitte: "Profit")
"Wenn dies zutrifft ist die Autorin eine "Kapitalistin" die ihr Team "ausbeutet" und sie operiert global (weltweiter Vertrieb)."
Jeder Kapitalist beutet seine Mitarbeiter aus? Welcher Ideologie hängst du denn an? Nur damit du es auch mal kapierst: Naomi ist nicht prinzipiell antikapitalistisch, sondern globalisierungskritisch. Das ist ein Unterschied.
Und ja, sie vertreibt es global. Das könnte sie nicht, wenn es die Globalisierung nicht gäbe, dann hätte sie aber wahrscheinlich auch kein Buch darüber geschrieben, nicht wahr?
Im Ggs. zu vielen anderen sieht sie eben nicht nur IHREN Profit, sondern all die Nachteile einer Entwicklung, auch wenn sie selbst von dieser Entwicklung profitiert. Das hat eine gewisse Größe.
"Weiterhin hat sie die für Unternehmer wichtige Kompetenz ihr Produkt auch gut vermarkten zu können. Denn wer so einen "Bullshit", wie Flieger51 zutreffend bemerkt, verkaufen kann, muss schon was drauf haben und auch ein bisschen skrupellos sein."
Du hast ihr neuestes Buch bereits gelesen?
Dann zitiere doch mal was von dem "Bullshit", ich bin gespannt.
MfG
AKu
Angebot und Nachfrage regeln den Preis.
Wird das Buch für […] gehalten, verkauft es sich nicht, dann ist Essig mit Asche machen.
Verkauft es sich gut, dann kann man jetzt schon erkennen, daß das wohl Vielen nicht gefällt.
[Dieser Kommentar entsprach leider nicht den Regeln. Bitte achten Sie auf ihre Wortwahl. Die Redaktion / mst]
Vor Kurzem las ich einen Artikel zum "notorischen" summer of love und seiner 40-jährigen Wiederkehr. Da sagte einer der Veranstalter des Monterey POP, mittlerweile ein älterer Herr: Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein Land das damals war, alle haben gleichmässig Steuern bezahlt und es gab eine breite Mittelschicht, die sich sicher fühlte in ihrem Wohlstand und die jedem offen stand, der sich bemühte.
Das klingt nicht wie das Amerika von heute, oder... Da war der Friedman dazwischen. Die Reichen zahlen keine Steuern mehr, der Mittelstand ist bankrott und gehört den Banken, das Stromnetz ist marode, die Strassen katastrophal und gelegentlich stürzt mal eine Brücke ein. So geht's, wenn die Chikago Boys das Sagen haben. Denn natürlich hat sich derweil der Reichtum der Reichen in obszönster Weise vervielfacht.
Was tun die Plutokraten (und ihre Knechte) also mit einem solchen Buch, wie dem von Frau Klein? Sie schlagen den Überbringer der Nachricht, die sie nicht hören wollen. Es fällt ihnen offenbar leicht, in einer Welt zu leben, in der alle 4 Sekunden ein Kind verhungert, wenn man nur weiterhin ungestört seine Gier befriedigen kann.
Und, natürlich, immer wieder, dieses alte, dämliche Rechts- Links- Schema, angewendet nur zur zur Diskreditierung kritischer Stimmen. Bah.
Der Unterschied ist nicht mehr "rechts oder links". Er heisst: Menschlich oder unmenschlich. Die Evolution schreitet voran und die Neoliberalisten bleiben, wie die Islamisten, zurück...
Danke, Frau Klein, für dieses Buch
In der Schweiz zahlen die Reichen auch wenig Steuern, ohne Milton Friedman.
Im Übrigen, Ihre Erinnerunen sind unkomplett, denn erst nach Reformen, die auf Friedman zurückgingen, ging es mit den USA wirschaftlich wieder aufwärts.
Allerdings möchte ich einschränkend sagen, es gibt auch andere erfolgreiche Wege in der Wirschaft als der Friedmans.
In der Schweiz zahlen die Reichen auch wenig Steuern, ohne Milton Friedman.
Im Übrigen, Ihre Erinnerunen sind unkomplett, denn erst nach Reformen, die auf Friedman zurückgingen, ging es mit den USA wirschaftlich wieder aufwärts.
Allerdings möchte ich einschränkend sagen, es gibt auch andere erfolgreiche Wege in der Wirschaft als der Friedmans.
"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."
"Aus den Leidenschaften wachsen die Meinungen, die Trägheit des Geistes läßt diese zu Überzeugungen erstarren."
"Das Halbwissen ist siegreicher als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung faßlicher und überzeugender."
"Wer viel denkt, eignet sich nicht zum Parteimann: er denkt sich zu bald durch die Partei hindurch."
Nitzsche ist ganz gut... aber für wen ist das jetzt gültig? Für Naomi Klein oder jemand anderes?
Nitzsche ist ganz gut... aber für wen ist das jetzt gültig? Für Naomi Klein oder jemand anderes?
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