Sexualität Pornostar als Freizeitspaß

Ist Pornografie Gewalt? Im Internet jedenfalls verschwimmen die Grenzen zwischen Konsumenten und Akteuren, zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Und die Reize müssen immer stärker werden

Das Internet hat  der Pornografie eine neue Dimension eröffnet. Da drückt sich niemand mehr in dunklen Ecken herum, um verschämt in einem Sexshop zu schlüpfen und heimlich  schmuddelige Heftchen oder Videos zu kaufen.  Im Netz kommt der Konsument nicht nur einfacher, anonymer und preisgünstiger an die Bilder vom nacktem Fleisch und kann sich aus einer riesigen Auswahl bedienen. Er wird darüber hinaus, wenn er will, vom passiven Zuschauer zum aktiven Darsteller oder Mitspieler.

Weil das Internet besteht, müssen wir uns mit neuen Gefahren der Pornografie auseinandersetzen, die weit über die klassische feministisch-moralische Diskussion hinausgehen. Und wir müssen lernen, Phänomene neu zu bewerten. Denn vieles funktioniert zwar wie früher auch schon,  sowohl in seiner harmlosen als auch in seiner grausamen Spielart. Doch die Interaktivität macht es nicht nur viel leichter als früher, Sexualpartner zu finden. Sie fordert auch ständig nach dem neuen Kick. Nicht jeder kommt damit zurecht, und manchen verleitet es zu Dingen, die ihn im realen Leben tief erschrecken lassen würden.

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Inzwischen agieren nicht mehr nur vereinzelte Webcam-Besitzer, deren private Seiten man suchen muss. Etliche Portale stellen große Porno-Sammlungen zur Verfügung. Zum bekannten Portal für private Filme YouTube gesellt sich zum Beispiel eine Seite, die sich YouPorn nennt. Menschen laden hier ihre Lieblingsszenen hoch oder zeigen ihre eigenen Geschlechtsteile beim Sex ganz umsonst und der ganzen Welt. Normale Leute imitieren die Profis. Die Titel der Filmchen heißen ganz vertraut Hot Asian Chick , Tanja Schlampe wird vollgespritzt oder Schoolgirl . Nicht immer ist man sich sicher, ob die Darsteller volljährig sind. Wer doch Geld damit verdienen will, kann das bei My dirty hobby versuchen – so eine Art eBay für Pornos, wo der Produzent auf die guten Bewertungen der Betrachter angewiesen ist. Es gibt auch kleinere Anbieter wie die Suicide Girls, die eine Perspektive einnehmen, die Frauen besser gefallen soll.

Egal über welchen Kanal sie vertrieben wird, Pornografie zeigt Menschen als Objekte der Begierde, sie zeigt die Genitalien, aber nicht die psychischen und zärtlichen Seiten von Sexualität in einer Partnerschaft. Deshalb gilt sie vielen Menschen auch in ihrer legalen, gewaltfreien Form als obszön und sozial nicht akzeptabel. Doch ist Pornografie immer auch Gewalt und gefährlich?

Die Zeitschrift Emma behauptet, dass Pornografie grundsätzlich mit sexueller Gewalt gleichzusetzen ist und hat gerade ihre dritte Kampagne gegen die Pornografisierung der Gesellschaft (PorNo) gestartet . Es gibt aber auch die gegenteilige These, dass Pornografie eine Art kathartischen Effekt hat, also als „Sicherheitsventil“ dienen kann. Demnach soll sie gefährdete Menschen davor bewahren, solche sexuellen Fantasien in die Realität umzusetzen, die andere oder sich selbst schädigen könnten.

Der Sexualwissenschaftler Andreas Hill vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am UKE in Hamburg hat diverse Studien zum Thema untersucht und ausgewertet ( Pornografie und sexuelle Gewalt im Internet ). Er kommt zu dem Schluss, dass Pornografie nur einer von vielen Faktoren ist, die sexuelle Gewalt provozieren kann. Nach seinen Auswertungen ist zumindest die Softcore-Pornografie, also Bilder von nackten Menschen, zum Beispiel im Playboy oder auf den Titelseiten des Stern harmlos. Auch gewaltfreie Hardcore-Pornos sind es meist, selbst wenn sie Aggressionen in bestimmten Situationen steigern können. Die H&M-Bikini-Schönheiten auf den Plakaten an den Bushaltestellen jedenfalls erregen oder verärgern zwar eventuell die Leute – sie lösen aber wahrscheinlich keine Aggressionen gegen Frauen aus, wie Emma unterstellt.

Leser-Kommentare
    • Zel
    • 08.09.2007 um 12:04 Uhr

    Diesen Satz im Artikel finde ich nachdenkenswert:"Der „echte“ Sex kann plötzlich enttäuschend langweilig erscheinen, Beziehungen leiden, so dass die Flucht in die virtuellen Welten noch verstärkt wird."

    Gilt das nicht auch für sämtliche sonstige Medienformen? Ist es nicht so, daß gerade deshalb Medien egal welcher Inhalte konsumiert werden-weil sie die Realität überzeichnen bzw. Welten darstellen, die eben gerade nicht alltäglich sind?

    Warum warnt man nicht vor der Lindenstraße oder GZSZ, wo ja doch überproportional menschliche Abgründe nachgezeichnet werden und nicht etwa gezeigt wird, wie mal nichts passiert, so wie es eben normal ist, das mal nix los ist.

    Und genauso ist es bei Pornographie, wer sie anschaut, der weiß, daß das überzeichnet ist. Wer das nicht weiß, der hätte folgegemäß nicht nur ein Problem mit Pornographie, sondern eben auch mit der Lindenstraße.

    Klar, auch die Abnutzung bzw. der nächstbessere Kick ist normal. Hat man im Actionkino auch, da wird ja mittlerweile mehr gefoltert, als in realen Kriegsregionen. Aber wer sich selbst kennt, der wird beim xten Folterfilm vielleicht auch sagen, daß es ihm oder ihr langsam reicht mit dem Gemetzel und das gevierteilt auch genug ist und nicht noch geachtelt werden muss.

    Gleiches gilt für Pornographie. Klar, auch dort gibt es härteres und schnelleres. Aber der Klassiker und unangefochtener Spitzenreiter ist im Pornobereich immer noch das, was auch zu Anfängen der Pornographie ausreichend war. Auch hier gilt, die Menschen entscheiden nach Ausflügen in härtere Bereiche oft dagegen und besinnen sich auf verträglicherere Kost. Die Selbstregulation funktioniert besser, als Panikpostillen wie die EMMA glauben wollen.

    Die Folterfilme sind auch nicht die Renner bei den DVD-Verkäufen, da sind die Renner wie eh und jeh die Herz-und-Schmerz Schmonzetten, Komödien und man staune, alte Schinken, die man eigentlich schon müsste mitsprechen können. Schaut man sich in Tauschbörsen/P2P um, dann wird zwar auch die Uncut-Version des neuesten Schockers getauscht, ebenso wie Pornographie, aber sehr dominant ist auch das künstlerische Kino, kleinere Filme mit Anspruch und dergleichen, ganz groß nachgefragt auch Dokumentationen.

    Befremden löst die neue Prüderie bei mir aus. Wenn ich mal so zurück denke und dem glaube, was man so filmisch im Internet findet, dann gab es vor wenigen Jahrzehnten etwas, was heute undenkbar wäre: Porno im ganz normalen Kino!

    Alice Schwarzer brauchte sich nichts aus dem Internet laden, die musste nur ins Kino gehen. Was zu ihrer Zeit im Kino gezeigt wurde, darf heute nichtmal im normalen Fernsehen laufen.

    Problematisch ist nicht die Pornographie oder der Folterschocker aus Hollywood, sondern die Stigmatisierung derer, die das anschauen. Scham ist ein Motor für psychische Verhaltensstörungen, das ist bekannt. Sich schämem zu müssen, weil man bewusst ein überzeichnetes Medium konsumiert, das macht krank.

    Warum fragt sich eigentlich keiner, weshalb bspw. bei Jugendlichen Pornos auf dem Handy landen? Spricht es für oder gegen unsere Zeit, wenn das einzige, was die jugendlichen Freiräume füllen kann, Pornographie ist? Sexualität ist ein starkes Bedürfnis, aber auch wieder nicht so stark, daß man ihrer nicht Herr werden kann. Wo sind all die Dinge hin, die Jugendliche sonst noch machen könnten, anstatt sich für MySpace und PornTube auszuziehen?

    Machen wir Erwachsene denn etwas anderes aus unserem Leben, als uns zu prostituieren? Man zeigt, was man hat-ein Ermangelung eines jugendlichen Körpers eben den akademischen Titel, die Wohnung, die Kleidung, den Lebensstil.

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    _Machen wir Erwachsene denn etwas anderes aus unserem Leben, als uns zu prostituieren? Man zeigt, was man hat-ein Ermangelung eines jugendlichen Körpers eben den akademischen Titel, die Wohnung, die Kleidung, den Lebensstil._
    Schade, dass dieser Artikel hier endet, denn hier liegen die Wurzeln.

    Warum endet hier Ihr Kommentar??(erster Eintrag zum Artikel, gaaanz unten)Jetzt würde es erst richtig interessant werden! Schade.
    Ich wiederhole mich, sorry, bin neu hier.

    Der erste Kommentar hat eigentlich schon alles gesagt - natürlich bis auf das was ich zum Thema beitragen möchte (Nebensatz = Vorsicht Ironie, wusste nicht dass es eine Regel gibt Ironie zu kennzeichnen, eigentlich absurd, oder?)
    ---

    IST nicht genau das Gegenteil der Fall? Da Porno 2.0 aus user generated content besteht und eben NICHT von professionellen Akteuren betrieben wird sieht man doch viel weniger Hochleistungssex/perfekt geformte Körperteile und viel mehr normale Malheurs, da klappt was nicht so wie es sein sollte, da wird gekichert, da ist die Erektion plötzlich weg, da schwabbelt der Bierbauch, da ist Cellulite etc. Wird aber trotzdem gepostet, auch weil das Nicht-Funktionieren und nicht-perfekt sein natürlich ist und auch zum Sex dazugehört.

    Zum Abstumpfungsargument (man brauche immer krassere Pornographie): WARUM sind die beliebtesten Pornofilme (da ist meist ein Zähler dran) Blümchensexfilme und keine extremen (Gewalt)Orgien? Warum gibt es dann überhaupt noch Blümchensexpornos? Nach dieser Theorie dürfte es keine mehr geben da Blümchensexpornos genauso wie das Telegramm ausgestorben sein müssten.

    _Machen wir Erwachsene denn etwas anderes aus unserem Leben, als uns zu prostituieren? Man zeigt, was man hat-ein Ermangelung eines jugendlichen Körpers eben den akademischen Titel, die Wohnung, die Kleidung, den Lebensstil._
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    Warum endet hier Ihr Kommentar??(erster Eintrag zum Artikel, gaaanz unten)Jetzt würde es erst richtig interessant werden! Schade.
    Ich wiederhole mich, sorry, bin neu hier.

    Der erste Kommentar hat eigentlich schon alles gesagt - natürlich bis auf das was ich zum Thema beitragen möchte (Nebensatz = Vorsicht Ironie, wusste nicht dass es eine Regel gibt Ironie zu kennzeichnen, eigentlich absurd, oder?)
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    IST nicht genau das Gegenteil der Fall? Da Porno 2.0 aus user generated content besteht und eben NICHT von professionellen Akteuren betrieben wird sieht man doch viel weniger Hochleistungssex/perfekt geformte Körperteile und viel mehr normale Malheurs, da klappt was nicht so wie es sein sollte, da wird gekichert, da ist die Erektion plötzlich weg, da schwabbelt der Bierbauch, da ist Cellulite etc. Wird aber trotzdem gepostet, auch weil das Nicht-Funktionieren und nicht-perfekt sein natürlich ist und auch zum Sex dazugehört.

    Zum Abstumpfungsargument (man brauche immer krassere Pornographie): WARUM sind die beliebtesten Pornofilme (da ist meist ein Zähler dran) Blümchensexfilme und keine extremen (Gewalt)Orgien? Warum gibt es dann überhaupt noch Blümchensexpornos? Nach dieser Theorie dürfte es keine mehr geben da Blümchensexpornos genauso wie das Telegramm ausgestorben sein müssten.

  1. Derlei Plattformen sind doch nur ein Ventil für Bedürfnisse, die sowieso vorhanden sind.

    Und Porno ist, auch auf YouPorn & Co., natürlich in erster Linie Geschäft.
    Die bieten diese Dienste ja nicht an, weil
    sie die Menschen so mögen. Da wird über Werbung Geld verdient, wie anderswo auch.

    Es ist geradezu grotesk wenn die EMMAInnen und EMMAer annehmen, dass eine der grundlegensten menschlichen Eigenschaften nicht mehr zum Geld verdienen benutzt wird, wenn sie knufffige Aufkleber drucken.

    Dass Sexualität immer mehr zum Konsumgut wird, liegt an unserer Marktwirtschaft.
    Wer Pornos abschaffen will, muss die Marktwirtschaft abschaffen.

  2. Gibt es eigentlich keine Möglichkeit, bei uns illegale Inhalte im Internet zu sperren? Ich wundere mich immer wieder, dass es keine Bestrebungen gibt, Hardcore und Gewaltpornos im Internet nicht zu verbieten. Kein Kind/Jugendlicher kann sich im Geschäft einen Porno kaufen - im Internet bekommt man die übelsten Sachen ohne Probleme! Wieso wird eigentlich so getan, als sei das Internet ein Medium, das sich völlig jeglicher Kontrolle entzieht? Die entsprechenden Server sind doch leicht ausfindig zu machen, und wenn diese in exotischen Ländern stehen, müsste doch wenigstens auf diplomatischem Wege versucht werden Druck zu machen.

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    "Gibt es eigentlich keine Möglichkeit, bei uns illegale Inhalte im Internet zu sperren? ..." ( von damuero am Sa, 08/09/2007 - 14:54.)

    Nein, die gibt es nicht (wirklich). Das liegt einfach daran das überall auf der Welt eine andere Einstellung existiert, auch zu Sex, aber auch zur Zensur (was ja ein Pornoverbot wäre).

    Es gibt genügend Länder in denen Menschen ab 10 Jahre heiraten dürfen, es gibt Länder wie Japan die Porn-Comics oder Spielfiguren als das sehen was sie sind .. nette Fantasien die aber keine Realität beinhalten, und wo Mädels die sich als Schulmädels verkleiden einfach Bedingung für einen verkaufbaren Pornofilm darstellen.

    Auf der anderen Seite wären dort unsere beliebten Modelle die fast jede Werbesendung begleiten höchst anstößig, man zeigt sich öffentlich eben nicht mit nackter Haut.

    Gerade die dt. Vorstellungen über Zensur sind wohl die Ausnahme weltweit. In den Staaten gibt es den First Admendum, der jedem das Recht auf Freie Meinungsäusserung absolut zugesteht. Sogar der Bush muss sich diesem Unterordnen - aber es erlaubt eben auch das jegliche Art von Pornographie veröffentlichbar ist.
    Und, obwohl die Amerikaner in der Öffentlichkeit die Puristen spielen, sind sie das Volk was am meisten und intensivsten da konsumiert.
    Aber die Amerikaner, wie andere Länder haben auch kein solches Problem, weil überall sich Eltern und Gesellschaft als solches um Kinder weitaus mehr kümmern als Deutschland. Kein Land leistet sich 1,9 Mio Kinder unter der Armutsgrenze die praktisch von Staatswesen aus schon in kriminelle Bereiche gedrückt werden.

    Deutschland kann natürlich seine Verbindung zum Internet kappen, aber das wäre der einzige Weg mit den total unterschiedlichen Wert, Moral und Zensurvorstellungen auf dieser Welt umzugehen.

    Und, Sex ist das älteste, biologisch notwendigste und wohl das beliebteste Spiel der Menschen miteinander, in allen Formen, Facetten und Variationen. Und Pornographie ist letztlich nichts anderes als die "technische" Speicherung davon, macht weder schlechter noch besser - ist unschädlicher als jeder Krieg , und sogar von der Natur her sogar perfekt abgesichert. Vor der Pubertät haben Kinder kein "Bild" im Kopf von Sex - sie schmunzeln und Kichern darüber, danach probieren sie es gerne selber aus .. Auch aus diesem Grunde sehen andere Kulturen einfach keinen Grund "Pornographie" irgendwelchen grossen Restrektionen auszusetzen.

    Und, D. ist nur ein winziges Land - gut 60 Mio Erwachsene stehen da weltweit gut 2.000 Mio Erwachsene gegenüber, sie können sich leicht vorstellen das da dt. Gesetze so wenig interessieren wie ein Schuhplattler - nämlich uninteressant für alle anderen sind.

    "Gibt es eigentlich keine Möglichkeit, bei uns illegale Inhalte im Internet zu sperren? ..." ( von damuero am Sa, 08/09/2007 - 14:54.)

    Nein, die gibt es nicht (wirklich). Das liegt einfach daran das überall auf der Welt eine andere Einstellung existiert, auch zu Sex, aber auch zur Zensur (was ja ein Pornoverbot wäre).

    Es gibt genügend Länder in denen Menschen ab 10 Jahre heiraten dürfen, es gibt Länder wie Japan die Porn-Comics oder Spielfiguren als das sehen was sie sind .. nette Fantasien die aber keine Realität beinhalten, und wo Mädels die sich als Schulmädels verkleiden einfach Bedingung für einen verkaufbaren Pornofilm darstellen.

    Auf der anderen Seite wären dort unsere beliebten Modelle die fast jede Werbesendung begleiten höchst anstößig, man zeigt sich öffentlich eben nicht mit nackter Haut.

    Gerade die dt. Vorstellungen über Zensur sind wohl die Ausnahme weltweit. In den Staaten gibt es den First Admendum, der jedem das Recht auf Freie Meinungsäusserung absolut zugesteht. Sogar der Bush muss sich diesem Unterordnen - aber es erlaubt eben auch das jegliche Art von Pornographie veröffentlichbar ist.
    Und, obwohl die Amerikaner in der Öffentlichkeit die Puristen spielen, sind sie das Volk was am meisten und intensivsten da konsumiert.
    Aber die Amerikaner, wie andere Länder haben auch kein solches Problem, weil überall sich Eltern und Gesellschaft als solches um Kinder weitaus mehr kümmern als Deutschland. Kein Land leistet sich 1,9 Mio Kinder unter der Armutsgrenze die praktisch von Staatswesen aus schon in kriminelle Bereiche gedrückt werden.

    Deutschland kann natürlich seine Verbindung zum Internet kappen, aber das wäre der einzige Weg mit den total unterschiedlichen Wert, Moral und Zensurvorstellungen auf dieser Welt umzugehen.

    Und, Sex ist das älteste, biologisch notwendigste und wohl das beliebteste Spiel der Menschen miteinander, in allen Formen, Facetten und Variationen. Und Pornographie ist letztlich nichts anderes als die "technische" Speicherung davon, macht weder schlechter noch besser - ist unschädlicher als jeder Krieg , und sogar von der Natur her sogar perfekt abgesichert. Vor der Pubertät haben Kinder kein "Bild" im Kopf von Sex - sie schmunzeln und Kichern darüber, danach probieren sie es gerne selber aus .. Auch aus diesem Grunde sehen andere Kulturen einfach keinen Grund "Pornographie" irgendwelchen grossen Restrektionen auszusetzen.

    Und, D. ist nur ein winziges Land - gut 60 Mio Erwachsene stehen da weltweit gut 2.000 Mio Erwachsene gegenüber, sie können sich leicht vorstellen das da dt. Gesetze so wenig interessieren wie ein Schuhplattler - nämlich uninteressant für alle anderen sind.

    • Taalib
    • 08.09.2007 um 15:46 Uhr

    @Rennioh:
    Nur schafft die Marktwirtschaft mittels Werbung eben neue Bedürfnisse, die es vorher eben so nicht gab. Insofern wäre, auch wenn Ihre These "Pornographie=Marktwirtschaft" stimmte, es eben falsch, dass Pornographie NUR Bedürfnisse befriedigt, die auch so schon vorhanden sind. Nein, sie schafft eben (s.Artikel) auch neue. Dem muss sich die Gesellschaft stellen und ggf. der Staat intervenieren (wie es in der Marktwirtschaft mancherorts bezüglich der Zigarettenwerbung ja schon geschehen ist).

  3. 5. EMMA

    Aus dem Artikel:

    "In ihrer neuen Kampagne gegen Pornographie möchte Emma Aufkleber verteilen, mit denen man Pornographisches anprangern soll."

    Ich denke, da wird EMMA kläglich scheitern. Porno hat es immer geben, gibt es und wird es immer geben. Die Konsumenten und die Akteure, ob weiblich oder männlich, werden ganz sicher nicht aussterben.

    Es gibt auch bereits schon Web-Cam-Orgien, an denen ganz alltägliche Paare teilnehmen. Die schaden wohl auch niemand.

    Ich wüsste nicht, mit welcher ethischen Begründung man/frau Porno verbieten sollte, außer natürlich in Grenzfällen (Kinder, Unfreiwilligkeit). Die sollen lieber Reisen in Terroristen-Lager und verfassungsfeindliche Religionen/Ideologien verbieten. Hier liegen die echten Destruktivitäts-Potenziale.

  4. djackie
    ja, richtig, die marktwirtschaft abschaffen - mach ich mit, und bitte das patriarchat und die leib-,daseins- und frauenfeindliche christlich-abendländisch-monotheistische kultur dazu - das wär mal ein konsequenter schritt in die richtige richtung, scham, abwertung der frau, der körperlichkeit und entfremdung des menschen von sich und seiner sakralen, sowie säkularen sinnhaftigkeit zu revolutionieren und zu beheben, und das meine ich nicht ironisch! packen wir das übel an der wurzel anstatt immer nur verlogene kosmetische korrekturen vorzunehmen! der kapitalismus basiert auf entfremdung, abhängigkeit und unmündigkeit des menschen hinsichtlich seiner wahren inneren und äußeren bedürfnisse, ein wirklich seelisch gesunder mensch wirkt sich denkbar schlecht auf die nachfrage aus! wären wir nicht alle irgendwie neurotisch und immer am kompensieren, sublimieren unserer zerissenheit und leere, hätte die marktwirtschaft keinerlei ansatzpunkte, konsumenten zu ködern, von verschiedensten produkten abhängig zu machen, suchtpotentiale zu fördern und bedürfnisse zu wecken! es ist verlogen, wenn sucht-und gewaltprävention subventioniert
    wird - die marktwirtschaft kann nicht interessiert sein an zufriedenen, gewaltlosen, seelisch integren menschen, sie schaufelte sich ihr eigenes grab!
    und dass der mensch nach mehr als 3000 jahren patriarchat und dementsprechender gewaltsamer unterjochung der hälfte der menschheit, nämlich den frauen, und errichtung einer sexual-, diesseits- und körperfeindlichen moraltheologie ein erbärmlich verkorkstes verhältnis zum eigenen wie auch zum anderen geschlecht inkl. zur sexualität und lust hat, dürfte auch keine/n weiter wundern. dit war halt schon immer so, prost, prost, kamerad - ist da einer vielleicht ganz schön system-infiltriert und denkfaul? das war halt schon immer so, pornos hat es immer gegeben und wird es immer geben...ähh, sagt zumindest mein opa, und der herr polizist und ich, jenau - wenn mir sonst nix mehr einfällt!
    ach genau, ich errinner mich! damals in der bronzezeit, in dieser höhle, als ich vor der klotze saß und "titten-tatschen-leicht-gemacht" geschaut hab, stimmt! hätt ich fast vergessen!
    prost.

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    Marktwirtschaft ist eine Folge der Arbeitsteilung.

    Also Ihr Weg geht wohl wie folgt:

    Arbeitsteilung abschaffen
    Marktwirtschaft ist weg
    Porno ist weg

    Und wehe, die Archäologen finden Höhlenpornos aus Vorarbeitsteiligerzeit. Die kommen vor's Gericht.

    "und dass der mensch nach mehr als 3000 jahren patriarchat und dementsprechender gewaltsamer unterjochung der hälfte der menschheit, nämlich den frauen"

    Gewaltsame Unterjochung? Wann wurden Frauen "gewaltsam unterjocht"? Können Sie Beispiele nennen? In "patriarchalischen" Gesellschaften sind es die Männer, die die menschenverachtenden Praktiken ggü. Männern und die Frauen die die menschenverachtenden Praktiken ggü. den Frauen weitertragen - Tradition eben.

    Die Frau wurde nicht gewaltsam unterdrückt, soetwas wäre dauerhaft auch gar nicht möglich. Und wenn, wieso hätte diese gewaltsame Unterdrückung in den letzten paar Generationen plötzlich enden sollen? Das ist unsinnig.

    Die "Unterdrückung der Frau" gab es nie, es gab eine Unterdrückung des Individuumsdurch die Gesellschaft, das Erziehen von Männern und Frauen zu Rollengerechtem Verhalten. Dabei hatten i.d.R. weder die Männer noch die fRauen irgendeine Wahl- sie mussten das Verhalten zeigen,d ass von ihnen erwartet wurde. In den letzten paar Jahrtausenden war dabei bei vielen Gesellschaften die geschlechtliche Arbeitsteilung derart, dass Männer gesellschaftliche (politische, militärisch, ökonomische) Pflichten übernahmen, und dafür die entsprechenden Rechte hatten, die Frauen waren von diesen Pflichten befreit - da sie nur sehr eingeschränkt in der Lage wären, sie zu erfüllen, und hatten darum auch die entsprechenden Rechte nicht. Genausowenig wie Kinder, die ebenfalls rechte- aber auch pflichtenlos waren.

    Deswegen von einer "gewaltsamen Unterdrückung" von Kindern zu sprechen, wäre idiotisch, ebenso ist auch die These von der "gewaltsamen Unterdrückung" der Frau unsinnig.

    Marktwirtschaft ist eine Folge der Arbeitsteilung.

    Also Ihr Weg geht wohl wie folgt:

    Arbeitsteilung abschaffen
    Marktwirtschaft ist weg
    Porno ist weg

    Und wehe, die Archäologen finden Höhlenpornos aus Vorarbeitsteiligerzeit. Die kommen vor's Gericht.

    "und dass der mensch nach mehr als 3000 jahren patriarchat und dementsprechender gewaltsamer unterjochung der hälfte der menschheit, nämlich den frauen"

    Gewaltsame Unterjochung? Wann wurden Frauen "gewaltsam unterjocht"? Können Sie Beispiele nennen? In "patriarchalischen" Gesellschaften sind es die Männer, die die menschenverachtenden Praktiken ggü. Männern und die Frauen die die menschenverachtenden Praktiken ggü. den Frauen weitertragen - Tradition eben.

    Die Frau wurde nicht gewaltsam unterdrückt, soetwas wäre dauerhaft auch gar nicht möglich. Und wenn, wieso hätte diese gewaltsame Unterdrückung in den letzten paar Generationen plötzlich enden sollen? Das ist unsinnig.

    Die "Unterdrückung der Frau" gab es nie, es gab eine Unterdrückung des Individuumsdurch die Gesellschaft, das Erziehen von Männern und Frauen zu Rollengerechtem Verhalten. Dabei hatten i.d.R. weder die Männer noch die fRauen irgendeine Wahl- sie mussten das Verhalten zeigen,d ass von ihnen erwartet wurde. In den letzten paar Jahrtausenden war dabei bei vielen Gesellschaften die geschlechtliche Arbeitsteilung derart, dass Männer gesellschaftliche (politische, militärisch, ökonomische) Pflichten übernahmen, und dafür die entsprechenden Rechte hatten, die Frauen waren von diesen Pflichten befreit - da sie nur sehr eingeschränkt in der Lage wären, sie zu erfüllen, und hatten darum auch die entsprechenden Rechte nicht. Genausowenig wie Kinder, die ebenfalls rechte- aber auch pflichtenlos waren.

    Deswegen von einer "gewaltsamen Unterdrückung" von Kindern zu sprechen, wäre idiotisch, ebenso ist auch die These von der "gewaltsamen Unterdrückung" der Frau unsinnig.

  5. Marktwirtschaft ist eine Folge der Arbeitsteilung.

    Also Ihr Weg geht wohl wie folgt:

    Arbeitsteilung abschaffen
    Marktwirtschaft ist weg
    Porno ist weg

    Und wehe, die Archäologen finden Höhlenpornos aus Vorarbeitsteiligerzeit. Die kommen vor's Gericht.

  6. Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag.

    Wunderbar!

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