Unkommerziell sind dagegen Monats-Rankings, die für jede Ecke in Deutschland den aktuell günstigsten Preis auflisten. Stiftung Warentest veröffentlicht fast alle vier Wochen solche Listen. Unproblematisch sind aber auch sie nicht. "Bundesweite Anbieter im Überblick" heißt so etwas dann. Bundesweit gelten dennoch nur ein Viertel der Tarife. Die restlichen Tarife gibt es entweder in den neuen oder den alten Bundesländern. Zusätzlich gelten 47 Ausnahmen – bei 78 Stromtarifen in der Liste. Spätestens dann ist die Verwirrung komplett. Immerhin: Paket-Preise mit Vorauskasse tauchen in den Warentest-Rankings nicht auf.

Rechner, Rankings, Rabatte – die meisten Verbraucher schielen bei einem Anbieterwechsel auf das billigste Angebot. Ein Trend, den Experten kritisch sehen. "Mit einem massiven Wechsel der Stromkunden hin zu Billiganbietern wird die regionale Wertschöpfung beeinträchtigt", sagt Rosa Hemmers, Vereinsvorsitzende von "Grüner Strom Label". So würden Arbeitsplätze vor Ort gefährdet und das Steueraufkommen der Kommunen geschmälert. Ähnlich sieht das IWR-Chef Norbert Allnoch. "Beim ortsansässigen Stromanbieter gibt es in der Regel günstigere Tarife als den Standardtarif." Und für Detailauskünfte solle man sich direkt an die Anbieter wenden.

Der ausschlaggebende Aspekt ist für Experten ohnehin die Herkunft des Stroms. „Die erste Frage sollte sein: Möchte ich Strom aus regenerativen Quellen beziehen?“, sagt Energie-Experte Holger Brackemann von der Stiftung Warentest. „Wir empfehlen Ökostrom-Anbieter, die eines der Öko-Label besitzen.“