Anne Will Eine Tour d'HorizonSeite 2/2
Dem vermutlich für Schlagzeilen sorgenden Streit zwischen Beck und Rüttgers fehlte nicht nur das Gegengewicht der Moderatorin. Es fehlten an entscheidenden Stellen auch ein paar ökonomische Widerworte.
Wie kann man heutzutage behaupten, man wolle den Menschen die Sicherheit wiedergeben (Beck), so, als könne man die Globalisierung und globale Arbeitsteilung einfach ausschalten? Rüttgers war nicht besser. Wo war die Stimme, die nur kurz darauf hätte hinweisen können, durch welche Entwicklung so viele Jobs in den vergangenen Jahren entstanden sind? Wie sehr die deutsche Industrie davon profitiert? Weder tat es Anne Will selbst, noch lud sie René Obermann dazu ein.
Klar, Anne Will war nervös, das sah man. Eine Stunde hat sie gefüllt, und es gibt keinen Grund zu glauben, dass sie in der nächsten Sendung nicht zupackender mit ihren Gästen umgehen könnte. Als Zuschauer kann man nur hoffen, sie tut es. Das war's, und nun zum Tagesgeschehen.
- Datum 17.09.2007 - 14:18 Uhr
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Zu einer Diskussionsrunde gehört nunmal der Streit. Aber hier waren ja alle einer Meinung. Wenn die Bischöfin Kässmann dem Vorstandsvorsitzenden Obermann recht gibt, stimmt irgendetwas mit den Gästen nicht:
Warum statt Obermann nicht jemanden einladen, der weniger bezahlt als den Mindestlohn? Warum statt Rüttgers nicht einen wirtschaftsliberalen, der munter weiterkürzen will?
So stiessen sie alle in das gleiche Horn. Manchmal hatte ich das Gefühl, die kleine Anne Will würde Unterschriften gegen Armut sammeln. Und alle unterschrieben. Wie schön.
Außer einigen platten Lügen nichts als Langeweile. Und dann noch das gelb-orange-rot-dunkelrot-braune Interieur der 1970er Jahre - entsetzlich. Bertrand Russell sagte: "Wenn es im Fernsehen ein schlechtes Stück gibt, lese ich ein gutes Buch." Freut euch, Buchhändler!
Fand die Sendung sehr interessant
Hier darf ich zitieren aus "Laotse," Die Angelegenheiten der Menschen werden oft einen Schritt vor der Vollendung verdorben;
durch Behutsamkeit am Ende, gleich wie am Anfang,
wird Mißlingen verhütet.
Hier darf ich zitieren aus "Laotse," Die Angelegenheiten der Menschen werden oft einen Schritt vor der Vollendung verdorben;
durch Behutsamkeit am Ende, gleich wie am Anfang,
wird Mißlingen verhütet.
Wie man einen Leistungssportler zugesteht, dass er langsam sein Können steigert so muß man Anne Will auch Zeit geben, dass sie auf Hochform aufläuft. Übrigens fand ich die Sendung sehr interessant.
Hier darf ich zitieren aus: Laotse, "Die Angelegenheiten der Menschen werden oft einen Schritt vor der Vollendung verdorben;
durch Behutsamkeit am Ende, gleich wie am Anfang,
wird Mißlingen verhütet". - Weiter so Anne Will!
Wer benötigt die Foren tatsächlich noch ? Ergeben sich aus diesen Stammtisch-Runden neue Erkenntnisse ? Politik im Fernsehen hat sich mittlerweile auf Selbstdarstellung von Politikern und Abgeordneten reduziert, Politiker erweisen sich immer mehr als beratungsresistent - sie leiden durch die Bank unter dem Gotteskomplex (ausführlich beschrieben bei Horst-E. Richter); auch Frau Will ist relativ schnell im typischen Politiker-Gechatter untergegangen.
Im Prinzip hilft nur eines: Politiker haben künftig in diesen Runden nichts mehr verloren !
Hätte Sie zu diesem Thema einen Philosophen eingeladen, einen Verfassungsrechtler-der Therapeut gehört auf die Bühne-nicht ins Auditorium - und die Fragen müssen natürlich viel pointierter gestellt werden. Politiker muß man stellen, man muß nachhacken !
Laßt endlich Leute sprechen, die von Sachthemen Ahnung haben und nicht das Gerede von Parteisoldaten.
Natürlich wird sich erst auf Dauer zeigen, was Anne Will aus dieser Sendung macht, aber ... von einer Runderneuerung des Formats Christiansen kann ja wohl keine Rede sein. Und da stellt sich schon die Frage, ob die MacherInnen um Anne Will vielleicht einem fatalen Irrtum aufgesessen sind:
Irgendwie ist es ja ein feststehendes Gerücht, dass Sabine Christiansen das Interesse an der Politik neu belebt hätte ... ich bin allerdings der Überzeugung, dass die Einschaltquoten nicht auf die zweifelhafte Qualität der Diskussionen zurückzuführen waren.
Die Sendung Christiansen lebte von der Frage, ob in dem Raubtierkäfig irgendwie was passiert ... jemand die Fassade verliert, in seinen Äußerungen entgleist oder mindestens beleidigt ist, dass ein anderer noch medientauglicher agiert.
Sobald man mit den selben TeilnehmerInnen versucht, ein Thema seriöse zu erörtern, wird man an die ritualisierten Grenzen der Öffentlichkeit von Politik stoßen und feststellen, dass sich kaum ein Schwe... für den Rest interessiert.
Christiansen war BigBrother für die Öffentlich Rechtlichen. Wirklich politische Diskussionen an diesem Sendeplatz zu etablieren, ist ein schwieriges Unterfangen und bedarf mehr Veränderungen als dem Austausch der Moderatorin. Es könnte sich sonst schnell erweisen, dass die Massen eher Verbotene Liebe als das Brave Mädchen gucken.
ist, daß veröffentlichte Realität und die tatsächliche Situation im Land immer schlechter zueinander passen wollen. beide sind deutlich zu unterscheiden in offiziell (viele Veröffentlichungen) und inoffiziell, also die konkreten Problemlagen.
Wenn kritisch breichtet wird, dann oft in so einem Unterton: "Die Armen!" und noch als unausgesprochener Subtext: "Kann man nicht wirklich was machen, so sind nun mal die Realitäten".
Dann kommt sehr häufig Kinder im Zoo (süß!) und diese Lokalplatituden ("Der schönste Seerosenteich" oder sowas) auf den Dritten und bei den Privaten.
Mich erinnert das an das DDR-Fernsehen der 80er Jahre. Mal sehen, ob ich mich mit den dazugehörigen Implizitäten täusche.
MfG
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