USA

Tag der Protestbewegung

Am Ende der Antikriegsaktionen vom Samstag nahm die Polizei 200 Demonstranten fest.

Ein Jahr lang war Geoffrey Millard im Irak. Als Unteroffizier in der 42. Infanterie Division sah er Amerikaner und Iraker sterben. Zurückgekehrt in die Heimat litt der 26-Jährige an Panikattacken und Schlaflosigkeit. Und allmählich stellte er den Krieg infrage.

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Nun ist er Präsident der lokalen Ortsgruppe „Irakveteranen gegen den Krieg“; am vergangenen Samstag führte er in Washington das sogenannte „Die-In“ an, ein simuliertes Massensterben auf den Stufen des Kapitols. Aufgereiht legten sich mehr als 1000 Menschen auf die Stufen und den Rasen rund um das Gebäude, um der Toten im Irak zu gedenken.

Aus 23 Staaten und über 100 Städten waren am Samstag Kriegsgegner in die Hauptstadt gereist. Nach Angaben der Veranstalter vom Samstagabend marschierten fast 100.000 Demonstranten über die Pennsylvania Avenue vom Weißen Haus zum Kapitol. Nur 10.000 seien es gewesen, schätzte indes ein Polizist am Ort des Geschehens. Angaben, mit denen man nicht viel anfangen kann. Aber die Szenerie selbst war schon recht aufschlussreich.

Es hatten sich auch ein paar Befürworter des Krieges eingefunden. Auf dem Grünstreifen zwischen Kapitol und Washington Monument kamen unter anderem Vietnamveteranen, Motorradclubs und zahlreiche Mitglieder der Republikaner zusammen. Sie beschimpften die Kriegsgegner, und die Aufschriften auf ihren Plakaten lauteten „Vaterlandsverräter“, „Rettet die Welt – tötet mehr Terroristen“, „Osamas neue beste Freunde – die Friedensdemonstranten“, „Hippies stinken“ oder „Deportiert alle Antikriegsdemonstranten“.

Einige Eltern, deren Kinder im Irak getötet wurden, hielten Poster mit dem Titel „Unterstützt unsere Truppen“. Doch dies war der Tag jener Eltern, die um ihre Kinder trauernd gegen den Krieg demonstrierten.

Wie Cindy Sheehan. Sie kämpft seit drei Jahren gegen den Krieg im Irak, in dem ihr Sohn Casey mit 24 Jahren sein Leben lassen musste. Im Sommer 2005 erlangte die Antikkriegsaktivistin internationale Aufmerksamkeit in den Medien, als sie tagelang vor der Ranch des Präsidenten in Texas demonstrierte.

Die Organisatoren des Friedensmarsches sprachen davon, dass in Zukunft „härter“ demonstriert werde, von „zivilem Ungehorsam“ war die Rede. In der Tat hatte sich schon in den vergangenen Tagen gezeigt, dass die Auseinandersetzungen schärfer werden. Während General Petraeus am vergangenen Montag im Kongress seinen Bericht abgab, protestierten Kriegsgegner im Saal lautstark und unterbrachen immer wieder die Verhandlungen, bis sie abgeführt wurden. Vor dem Gebäude prügelte die Polizei auf den demonstrierenden Geistlichen Lennox Yearwood ein; er musste mit einem gebrochenen Bein ins Krankenhaus.

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    • Von Charlotte Potts
    • Datum 17.9.2007 - 11:57 Uhr
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