Die Entscheidung des Sicherheitskabinetts sei eine Reaktion auf Raketenangriffe der Palästinenser, sagte am Mittwoch ein israelischer Regierungsvertreter. "Die islamistische Bewegung Hamas ist eine terroristische Organisation, die die Kontrolle im Gazastreifen übernommen und ihn zu feindlichem Gebiet gemacht hat", teilte das Büro des israelischen Regierungschefs am Mittwoch zur Begründung mit.

Israel wird dem Regierungsvertreter zufolge die Treibstofflieferungen sowie den Handel mit einigen Exportwaren aussetzen. Die Versorgung werde nach einer juristischen Prüfung und unter Berücksichtigung humanitärer Aspekte gedrosselt. Die israelische Regierung wirft der radikal-islamischen Hamas, die den Gazastreifen seit Juni beherrscht, vor, für "feindliche Aktivitäten gegen den Staat Israel und seine Bürger" verantwortlich zu sein.

Israel ist im Jahr 2005 nach fast 40 Jahren Besatzung aus dem Küstenstreifen abgezogen. Die 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen hängen bei Versorgung und humanitärer Hilfe allerdings weitgehend von Israel ab.

Die Hamas-Regierung im Gazastreifen kündigte an, mit den Verantwortlichen für die Umsetzung der "drastischen Maßnahmen" in Kontakt zu treten. Die Drohungen würden sehr ernst genommen, sagte Regierungssprecher Taher al Nunu. "Der israelische Feind trägt die Verantwortung für diese folgenschwere Eskalation und für jegliches Gemetzel und jede Dummheit, die begangen werden", warnte er. Ein Sprecher der Hamas bewertete die Erklärung Israels "als Kriegserklärung". "Wir sind bereit für eine Konfrontation", sagte er.

Die Erklärung fiel mit der Ankunft von Condoleezza Rice in Israel zusammen. In Gesprächen mit beiden Seiten wollte die US-Außenministerin den seit sieben Jahren brachliegenden Nahostfriedensprozess voranbringen und eine internationale Konferenz zu dem Thema vorbereiten, die im Herbst in Washington stattfinden soll. Rice sagte, auf der Konferenz müssten ernsthafte Verhandlungen über Grenzen, den Status von Jerusalem und eine Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge geführt werden. "Wir können nicht einfach ständig sagen, wir wollen eine Zwei-Staaten-Lösung. Wir müssen auch anfangen, uns in diese Richtung zu bewegen."