Mindestlohn Lohndrücken wozu?
Auch Briefzusteller sollen einen Mindesttarif bekommen, doch die Höhe ist unklar. Muss Wettbewerb immer auf Kosten der Arbeitnehmer gehen? Ein Kommentar
Die Koalition hat sich mal wieder gerettet. Nachdem der Streit über die Einführung eines
Mindestlohns
für Postdienstleister in den vergangenen Tagen an den schwarz-roten Nerven gezehrt hatte,
hat das Kabinett einen Kompromiss gefunden, der allen Beteiligten zumindest vorerst erlaubt, das Gesicht zu wahren
. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich nicht vorwerfen lassen, sie hielte sich nicht an Koalitionsvereinbarungen; Arbeitsminister Franz Müntefering kann sich als Erfolg anrechnen, dass es auch in der Postbranche demnächst – wenn auch nicht für alle – einen Mindestlohn geben wird, sofern die Unionsfraktion mitzieht, was bis zu diesem Mittwoch noch in Zweifel stand.
Trotzdem: Das Nachsehen haben die Arbeitnehmer. Die Briefzusteller müssen sich auf einen deutlich niedrigeren Mindestlohn einstellen, als zuletzt im Gespräch war. Denn der Kabinettsbeschluss betont ausdrücklich, dass sich das Gesetz nicht auf einen bestimmten Mindesttariflohn bezieht. Nicht auf denjenigen nämlich, den der von der Deutschen Post AG dominierte Arbeitgeberverband Postdienste mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgehandelt hat und der sich zwischen 8 und 9,80 Euro bewegt. Stattdessen möchte die Union Post und Gewerkschaft dazu bewegen, gemeinsam mit den neuen Konkurrenzunternehmen nochmals zu verhandeln. Das Ergebnis dürfte spürbar niedriger ausfallen.
Tatsächlich können die Konkurrenten geltend machen,
dass sie von den Verhandlungen über einen tariflichen Mindestlohn bisher ausgeschlossen waren.
Und es ist wohl nicht ganz falsch, wenn sie der Post vorwerfen, ihr relativ großzügiges Angebot resultiere nicht zuletzt aus der Absicht, auf diese Weise die kleineren privaten Wettbewerber, die diese Löhne nicht zahlen können oder wollen, aus dem Markt zu werfen, bevor sie richtig eingestiegen sind.
Allerdings ließe sich die Sache auch ganz anders betrachten. Warum, kann man ja auch fragen, sollen Firmen auf einen Markt drängen dürfen, auf dem sie nur deshalb wettbewerbsfähig sind, weil sie deutlich niedrigere Löhne zahlen als der bisherige Monopolist? Warum also muss Wettbewerb immer auf Kosten der Arbeitnehmer gehen? Sicherlich kann nicht das Unternehmen mit den höchsten Löhnen (und Gewinnen) einfach die Messlatte festlegen. Insofern wäre es sinnvoll, wenn unter Einbeziehung der Konkurrenten neu verhandelt würde.
Andererseits sollte ein Mindestlohn, der seinen Namen verdient, mehr als nur existenzsichernd sein. Er sollte in jedem Fall verhindern, dass sein Bezieher neben seinem Lohn auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Und er sollte den Arbeitnehmer darüber hinaus besser stellen als denjenigen, der nur von staatlicher Stütze lebt. Unternehmen, die einen solchen Lohn nicht bezahlen können, müssen entweder versuchen, an anderer Stelle einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten zu erreichen, also etwa durch besonders effiziente Arbeitsabläufe oder durch Spezialisierung, oder sie können eben auf dem Markt nicht mitmischen.
„Das kostet aber Arbeitsplätze“, lautet das Lamento gegen eine solche Argumentation. Sicher. Die Frage ist nur, was für Arbeitsplätze? Im Zweifelsfall solche, für die der Staat dann einen Aufstockerzuschuss bezahlen muss. Für den Steuerzahler und Verbraucher bedeutet das, dass die paar Cent, die er künftig bei Briefen sparen könnte, wenn diese ab 1. Januar 2008 wegen der neuen Konkurrenz billiger werden, ihm für höhere Sozialausgaben wieder abverlangt werden.
- Datum 19.09.2007 - 06:24 Uhr
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Ich würde einen Maximallohn einführen, und das dann übriggebliebene Geld direkt auf alle Mitarbeiter verteilen.
Und einen solchen nicht nur in der Postbranche, sondern generell.
In einer freien, offenen und plaralistischen Gesellschaft kommt man oft mit Meinungen in Kontakt, die mehr als abwegig sind.
Eine Lohnnivellierung, wie von "bregalad" vorgeschlagen wäre bar jeder Vernunft, würde jeden Anreiz erlahmen lassen. Die Leistungsträger würden eine solche Gesellschaft panikartig verlassen. Mit Recht!!
Leistungsprinzip ist unerläßlich. Wo kämen wir hin, wenn jeder Voll-, Zu- und/oder Dummgesoffene soviel Einkommen erzielte, wie ein Leistungsträger. Ich war immer sehr entschiedener und konsequenter Gegner Kohls ( Gründe hier nicht interessant!!), sage aber, sein Satz von "Leistung muss sich (wieder) lohnen", war, ist und bleibt richtig!!
Sind 750 Mrd EURO Sozialbudget hierzulande ( ein Drittel des Erwirtschafteten ) nicht genug??
Man muss auf der einen Seite zielgenauer fördern ( die Trickreichen, die Betrüger, Schwindler, Hypochonder, und Leute, die über "Umwege" zu Leistungen kommen, d. h. ihre Familienmitglieder "vorschieben") jedoch identifizieren und richtig "einnorden", will heissen: diesen den Brotkorb sehr viel höher hängen!!
Auf der andern Seite müssen die, die in der Hängematte hängen, aber gesund und taff genug sind, bereits früh um 8.00 Uhr die erste Dose öffenen / "reinzukübeln" und noch um 22.00 Uhr an der gleichen stelle ihren Konsum haben, viel mehr und gnadenlos zu fordern
( aus Erlkönig: "und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt")
Will heissen: Solchen Leuten, die ihr Glück mit Füßen getreten haben und noch treten und ihr Schicksal herausfordern konsequent das Geld sperren.
Komme was immer da wolle.
Es muss einigen Leuten hierzulande beigebracht werden, dass wir in keiner "Spaßgesellschaft" leben.
Und dass ein härter Wind hierzulande weht, ja aufgrund esellschaftlicher Fehlentwicklungen und politscher Fehlleistungen leider wehen muss!.
Auch wenn es in unserer Gesellschaft viele Ungerechtigkeiten, Skandale und Defizite gibt: Dies kann kein Vorwand sein für Versager und gescheiterte Existenzen, ihre Lebenslügen vorzuschieben als Vorwand für asoziales und parasitäres Verhalten!
Hier darf keinen Millimeter Toleranz geben. Sicher: In anderen Bereichen auch nicht, steht hier jedoch nicht zur Debatte!
Es gibt in unserem Land Leute, die jetzt bereits in dritter Generation Sozialhilfeempfänger sind.
Diesen Leuten udn auch den hochbezahlten Leuten der Sozialämter gehörte so gewaltig der Marsch geblasen, dass es von Nord bis Süd unseres deutschen Vaterlandes nicht zu überhören wäre.
Und, wenn es beliebt, auch den obersten Chefs dieser Behörden. Ja, ich setze noch eines drauf: Man müßte diese Führungspersonen sogar persönlich in Regreß nehmen.
Anklage: Veruntreuung öffentlicher Gelder!!
Dienstenthebung.
Raus ohne Pension und Rente.
Wer den Staat bescheisst oder sein Geld verschwendet, müsste mit größter Härte zur Verantwortung gezogen werden.
Wer immer es von diesen vorzieht, außerhalb der deutschen Grenzen fürderhin zu leben, dem sollte man ohne Zögern 2.000 Euro mit auf den Weg geben. Gehe mit Gott, aber komme niemals wieder!
Ein Maximallohn von einfach mal 100 Euro/h für 200h Monat ist wohl immer noch ein Lohn, den ziemlich wenige Leute erreichen.
Davon, dass alle gleichviel Lohn/Gehalt verdienen, halte ich auch nichts. Aber die Bewertung von Leistung ist eine so eine Sache, die ziemlich schwierig ist. Ist die Leistung eines Vorstandsvorsitzenden, der einige Millionen Mark im Jahr erhält, dieses Geld wirklich wert? Würde ein Mensch, der nur einen Bruchteil davon erhält (wovon er immer noch locker leben kann), diese Leistung nicht erbringen? Wenn das Unternehmen dann die Lohnausgaben beibehält, dann kann jeder einen Tick mehr verdienen, und die Welt wäre ein Stückchen gerechter.
Auch den Punkt, Führungspersonen in Regress nehmen zu können, bejahe ich. Genauso die Politik, Wahlversprechen sollten gehalten werden oder das Brechen desselben mit Haft, Geldstrafe, sonstwas...
Hallo wartaweil, deine Argumentation geht absolut am Thema vorbei. Du schimpfst ueber Sozialhilfe-Empfaenger etc. und unterstellst hier das vom gleichen Lohn fuer alle geredet wird dies ist natuerlich unsinn.
Ich halte oftmals heutige Top-manager gehaelter fuer nicht gerechtfertigt und leistungsgerecht.
Beispielsweise halte ich eine Obergrenze gerechtfertigt welche sich an der Groesse des Unternehmens und der niedrigsten lohnklasse orientiert, z.b. eine Obergrenze koennte dann sein dass man "nur" (man muss sich das mal wirklich ueberlegen) 50 mal soviel verdienen kann wie die unterste lohnklasse, z.b. 50*10.000 Euro. Dies ist immer noch mehr als genug. Was heute z.T. in Management gehaelter bezahlt ist nicht zu rechtfertigen. Natuerlich sprechen dann die allzu klugen Manager von einem Markt fuer Manager-Gehaelter. Aber entschuldigung:Maerkte gibt es viele auch fuer waffen,drogen, illegale geschaefte etc. Was diese Herren also bewusst auslassen ist die moral und die Gerechtigkeit des Marktes. Ich habe z.B. im moment ueberhaupt keine motivation fuer grosse Firmen zu arbeiten wo Manager Top-Gehaelter abkassieren und z.T. sogar korrupt sind (siehe Siemens,VW, etc.). Denn eines ist klar: diese Gehaelter kann ein Individuum als Selbst-staendiger nicht erzielen, sondern nur deshalb weil viele top-qualifizierte in diesen Firmen zu sehr viel niedrigeren Gehaeltern arbeiten und die Gewinne erwirtschaften (siehe z.b. gehaltsunterschied ingenieure und top-manager).
Wir sollten uns von den vielzitierten Stundensätzen einmal trennen, entscheidend ist für den einzelnen was am Monatsende auf der Abrechnung steht.
Da ja die Post, hier in München zumindest, Zusteller in der Regel auf Teilzeit setzt und neues Personal nur auf dieser Basis einstellt.
Aber was ist mit den postinternen Zulieferern? Ein Zusteller ohne die Ablagefahrer, oder ohne die Vorlauffahrer die die Post aus den Briefzentren in die jeweiligen Zustellämter liefern, ist ziemlich arbeitslos.
Dieses Fahrpersonal ist zum überwiegenden Teil bei Speditionen beschäftigt. Deren Wettbewerb ist ruinös, die Auswirkung für deren Angestellte ist ein Desaster.Da hat man in der Regel Mit "Hartz IV"
mehr!
Ich finde die Betrachtung des Nettolohns für einen Monat sinnvoller, weil was nutzt der Mindestlohn wenn aufgrund der Betriebsorganisation der Angestellte nie auf volle Monatsstunden kommt. Da ist er mit seinem Mindestlohn auch nicht weiter. Als vorher.
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