Kindstötung Ein "kleines Glück" zerstört

Die junge Frau, die ihr neugeborenes Kind von einem Hochhausbalkon warf, ist zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden

Die Richter des Hamburger Landgerichts hielten die Mutter des Totschlags in einem minder schweren Fall sowie der falschen Verdächtigung für schuldig. Die 27-Jährige hatte zunächst den Kindsvater der Tat bezichtigt und erst vor Gericht ein Geständnis abgelegt.

"Es handelte sich um eine Spontantat aus tiefer Hilflosigkeit", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Das Gericht ging daher von verminderter Schuldfähigkeit aus. Die Angeklagte nahm das Urteil ohne sichtbare Regung entgegen, schirmte aber ihre Augen mit der Hand ab.

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Sie hatte das gesunde Mädchen im März etwa eine halbe Stunde nach der Geburt in eine Plastiktüte gesteckt und aus 25 Meter Höhe vom Balkon in Hamburg-Osdorf geworfen. Das gesunde Kind erlitt bei dem Sturz aus 25 Metern Höhe tödliche Schädel- und Hirnverletzungen. Einem Psychologen zufolge handelte die Mutter, die in einer zerrütteten Partnerschaft lebte, in einer "akuten Belastungsreaktion".

Die Angeklagte betonte in ihrem letzten Wort, dass es keine Entschuldigung für die Tat gebe. Sie habe sich "ein kleines Glück" in ihrem Leben selber zerstört. "Ich muss weiterleben und das ist sehr schwer", sagte die 27-Jährige.

 
Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 18.09.2007 um 17:51 Uhr

    Hi @ll
    Spontan fällt mir das Urteil zum Mörder des kleinen Mitjas ein.
    Es lautet *lebenslänglich, mit Sicherheitsverwahrung*,[Ein Teil des Kommentars wurde gelöscht. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl! Die Redaktion / sue]
    Es ist schon ein starkes Stück erst den Kindesvater zu belasten und dann stellt sich raus sie war es selber.
    Ich hoffe das die Dame den Mut hat das Grab der Kleinen selber zu pflegen.
    Grusss
    Rene

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    • andrku
    • 18.09.2007 um 19:08 Uhr

    Spontan fällt mir das Urteil zum Mörder des kleinen Mitjas ein. Es lautet *lebenslänglich, mit Sicherheitsverwahrung*. [Ein Teil des kopierten Kommentars wurde gelöscht, da er nicht den Regeln entsprach. Die Redaktion / sue]

    Na na. Da gibt es ja wohl einige Unterschiede. Wie dem Artikel zu entnehmen, handelte die Frau in einer akuten Belastungssituation. Das kann ich mir gut vorstellen, schon die Tatsache, dass sie nicht in einer Klinik entbunden hat, spricht für sich.

    Postnatale Depression ist zudem eine anerkannte Krankheit: http://www.medizinfo.com/...
    die, in seltenen Fällen, zu starker Entfremdung, Misshandlung oder Tötung des Kindes führen kann. In einer Klinik hätte man ihr sicher Hilfe anbieten können, bzw sie vorher aufklären.

    Das Einzige, damit nicht erklärbare Vergehen, ist die Belastung ihres unschuldigen Mannes. Alles zusammengenommen hat sie die Strafe verdient, aber mehr auch nicht. Im Ggs zum Mörder von Mitja, stellt sie aufgrund der speziellen Tatsituation, schliesslich keine Gefahr für die Gesellschaft dar. Auch wird sie ihre Tat mit ziemlicher Sicherheit bereuen, wenn die PND erst mal abgeklungen ist und sie Abstand gewonnen hat. Eine Mutter tötet ihr Kind wohl kaum aus reinem Sadismus, oder um sich daran zu befriedigen.

    MfG
    Aku

    • andrku
    • 18.09.2007 um 19:08 Uhr

    Spontan fällt mir das Urteil zum Mörder des kleinen Mitjas ein. Es lautet *lebenslänglich, mit Sicherheitsverwahrung*. [Ein Teil des kopierten Kommentars wurde gelöscht, da er nicht den Regeln entsprach. Die Redaktion / sue]

    Na na. Da gibt es ja wohl einige Unterschiede. Wie dem Artikel zu entnehmen, handelte die Frau in einer akuten Belastungssituation. Das kann ich mir gut vorstellen, schon die Tatsache, dass sie nicht in einer Klinik entbunden hat, spricht für sich.

    Postnatale Depression ist zudem eine anerkannte Krankheit: http://www.medizinfo.com/...
    die, in seltenen Fällen, zu starker Entfremdung, Misshandlung oder Tötung des Kindes führen kann. In einer Klinik hätte man ihr sicher Hilfe anbieten können, bzw sie vorher aufklären.

    Das Einzige, damit nicht erklärbare Vergehen, ist die Belastung ihres unschuldigen Mannes. Alles zusammengenommen hat sie die Strafe verdient, aber mehr auch nicht. Im Ggs zum Mörder von Mitja, stellt sie aufgrund der speziellen Tatsituation, schliesslich keine Gefahr für die Gesellschaft dar. Auch wird sie ihre Tat mit ziemlicher Sicherheit bereuen, wenn die PND erst mal abgeklungen ist und sie Abstand gewonnen hat. Eine Mutter tötet ihr Kind wohl kaum aus reinem Sadismus, oder um sich daran zu befriedigen.

    MfG
    Aku

    • andrku
    • 18.09.2007 um 19:08 Uhr

    Spontan fällt mir das Urteil zum Mörder des kleinen Mitjas ein. Es lautet *lebenslänglich, mit Sicherheitsverwahrung*. [Ein Teil des kopierten Kommentars wurde gelöscht, da er nicht den Regeln entsprach. Die Redaktion / sue]

    Na na. Da gibt es ja wohl einige Unterschiede. Wie dem Artikel zu entnehmen, handelte die Frau in einer akuten Belastungssituation. Das kann ich mir gut vorstellen, schon die Tatsache, dass sie nicht in einer Klinik entbunden hat, spricht für sich.

    Postnatale Depression ist zudem eine anerkannte Krankheit: http://www.medizinfo.com/...
    die, in seltenen Fällen, zu starker Entfremdung, Misshandlung oder Tötung des Kindes führen kann. In einer Klinik hätte man ihr sicher Hilfe anbieten können, bzw sie vorher aufklären.

    Das Einzige, damit nicht erklärbare Vergehen, ist die Belastung ihres unschuldigen Mannes. Alles zusammengenommen hat sie die Strafe verdient, aber mehr auch nicht. Im Ggs zum Mörder von Mitja, stellt sie aufgrund der speziellen Tatsituation, schliesslich keine Gefahr für die Gesellschaft dar. Auch wird sie ihre Tat mit ziemlicher Sicherheit bereuen, wenn die PND erst mal abgeklungen ist und sie Abstand gewonnen hat. Eine Mutter tötet ihr Kind wohl kaum aus reinem Sadismus, oder um sich daran zu befriedigen.

    MfG
    Aku

    Antwort auf "Strafmaß"
    • Rellem
    • 18.09.2007 um 21:10 Uhr

    Hi @ll
    Wie jetzt?
    Ich werfe mein Kind aus dem Fenster, und wenn ich erwischt werde dann lüge ich erst, und dann mache ich einen auf Psycho und ich bekomme mildernde Umstände?
    Gerade für junge Mütter gibt es in diesem Land soviele Hilfsangebote, das wohl niemand sagen kann wieviele es sind.
    Update folgt
    Gruss
    Rene

  1. Männer sind glückliche Menschen. Bei ihnen gibt es nie "akute Belastungssituationen". Bei Männern gibt es nur niedere Motive.

    • e
    • 18.09.2007 um 22:28 Uhr

    was mir hier nur auffällt alle abfälligen Kommentare von Männern über die Frau : kein Mann hat je ein Kind bekommen und, weiss wie eine Frau sich fühlen muss - die unter solch psychischem Druck handelt noch dazu in ihrem Umständen Beziehungsstress mit dem Partner ertragen muss, welcher offenbar zu dieser Tat geführt hat. Lasst die Männer erst mal unter diesen Hormonschwankungen handeln . Ist der Mann der diesen Beziehungsstress verursacht hat vor Gericht gekommen? Tut mir leid Männer ,solche Kommentare bitte erst abgeben when ihr die junge Frau und ihre Lebensumstände UND den Mann dazu kennt . Es ist leicht als Mann auf sie einzudreschen aber schwieriger sich in ihre offenbar hoffnunglose Lage hineinzuversetzen und Mitgefühl aufzubringen. Keine Frau wirft zum Spass ihr Neugeborenes über den Balkon. Wörter wie Tittenbonus zeigen nur den geistigen Horizont des Schreibers in diesem Zusammenhang. Und der letzte Satz ist einfach nur zynisch und unfair.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Rellem
    • 18.09.2007 um 22:58 Uhr

    Hi @ll
    Ich habe für MörderInnen keinerlei Verständnis, warum auch.
    Mord aus Notwehr und Affekt sind mit dem Vorgehen der Dame nun mal nicht vergleichbar, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das das Kleine gegen die Mutter handgreiflich geworden ist.

    Was mir auf den Zeiger geht ist schlicht die Tatsache das bei Kindsmord mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Bei einem Mann sofort Maximalstrafe (zu Recht), bei Frau mildernde Umstände, wegen was auch immer.

    Früher als fast alle Generationen noch *unter einem Dach* lebten, war immer jemand da der einer Mutter die überfordert war, unter die Arme greifen konnte.
    Ob das Oma/Opa/Tante oder wer auch immer, einer war da.
    Und im Gegensatz zu heute gab es einen enormen Druck auf BEIDE Elternteile ihrer Verantwortung dem Kind gegenüber nachzukommen.
    Solche Wohlstandspsychosen wurden auf diese Art ganz effektiv unterdrückt.
    Gruss
    Rene
    *edit*
    http://www.welt.de/berlin...
    Nicht ganz vergleichbar mit obigem Fall.

    • Rellem
    • 18.09.2007 um 22:58 Uhr

    Hi @ll
    Ich habe für MörderInnen keinerlei Verständnis, warum auch.
    Mord aus Notwehr und Affekt sind mit dem Vorgehen der Dame nun mal nicht vergleichbar, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das das Kleine gegen die Mutter handgreiflich geworden ist.

    Was mir auf den Zeiger geht ist schlicht die Tatsache das bei Kindsmord mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Bei einem Mann sofort Maximalstrafe (zu Recht), bei Frau mildernde Umstände, wegen was auch immer.

    Früher als fast alle Generationen noch *unter einem Dach* lebten, war immer jemand da der einer Mutter die überfordert war, unter die Arme greifen konnte.
    Ob das Oma/Opa/Tante oder wer auch immer, einer war da.
    Und im Gegensatz zu heute gab es einen enormen Druck auf BEIDE Elternteile ihrer Verantwortung dem Kind gegenüber nachzukommen.
    Solche Wohlstandspsychosen wurden auf diese Art ganz effektiv unterdrückt.
    Gruss
    Rene
    *edit*
    http://www.welt.de/berlin...
    Nicht ganz vergleichbar mit obigem Fall.

  2. Die Schuldfrage hat der Richter entschieden. Un dmal ehrlich - eigentlich sind wir alle mit einem blauen Auge davon gekommen. Wir als Gesellschaft, die auf die vielen Hilfsangebote hinweisen, aber selst wegschauen. Unsere Gemeinschaft von Menschen, die nicht mal selbstverschuldet immmer nur sich im Blick hat. Der andere wird immer fremder. So auch Menschen in Not. Freiheit ist nicht das man alles darf! Und daher kann ich nur an alle appellieren: Fordert Moral, Anstand, Gewissen und Achtung schon von Kindern und ganz besonders von Jungen Erwachsenen! Und vor allem von euch selbet!
    Gut's Nächtle.

    • Rellem
    • 18.09.2007 um 22:58 Uhr
    7. @ E

    Hi @ll
    Ich habe für MörderInnen keinerlei Verständnis, warum auch.
    Mord aus Notwehr und Affekt sind mit dem Vorgehen der Dame nun mal nicht vergleichbar, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das das Kleine gegen die Mutter handgreiflich geworden ist.

    Was mir auf den Zeiger geht ist schlicht die Tatsache das bei Kindsmord mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Bei einem Mann sofort Maximalstrafe (zu Recht), bei Frau mildernde Umstände, wegen was auch immer.

    Früher als fast alle Generationen noch *unter einem Dach* lebten, war immer jemand da der einer Mutter die überfordert war, unter die Arme greifen konnte.
    Ob das Oma/Opa/Tante oder wer auch immer, einer war da.
    Und im Gegensatz zu heute gab es einen enormen Druck auf BEIDE Elternteile ihrer Verantwortung dem Kind gegenüber nachzukommen.
    Solche Wohlstandspsychosen wurden auf diese Art ganz effektiv unterdrückt.
    Gruss
    Rene
    *edit*
    http://www.welt.de/berlin...
    Nicht ganz vergleichbar mit obigem Fall.

    Antwort auf "Männer"
  3. [Dieser Kommentar entsprach leider nicht den Regeln. Bitte unterlassen
    Sie pauschale Herabwürdigungen.
    Die Redaktion / mst]

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