Geldanlage Welche Religion gewinnt?

Immer mehr Fonds nutzen ethische oder religiöse Kriterien, um zum Kauf geeignete Wertpapiere auszuwählen. Was bringt das dem gläubigen Anleger?

Ein Kampf der Kulturen am Kapitalmarkt? Fast scheint es so, denn religiös angehauchte Investmentfonds jeglicher Glaubensrichtung sind derzeit en vogue. Im April legte die schweizerische Großbank Crédit Suisse den Scharia-konformen Islam-Aktienfonds "Equity Al-Buraq" auf, einen Monat später folgte der Crédit-Suisse-Mischfonds "Christian Values", der sogar von der päpstlichen Universität Regina Apostolorum bescheinigt bekam, dass seine Anlagestrategie mit katholischen Werten vereinbar ist - zumindest bei Crédit Suisse zeigt man sich in Glaubensangelegenheiten äußerst wendig.

Die Schweizer sind damit keineswegs Vorreiter. Weltweit gibt es rund 100 Scharia-Investmentfonds, die bei der Kapitalanlage die Regeln des Islam beachten: Keine Alkoholproduzenten, keine Schweinefleischverarbeiter und vor allem keine Banken, die ihre Erträge mit dem Zins erwirtschaften - denn das Verlangen von Zinsen widerspricht dem muslimischen Kodex.

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In den USA werden zweistellige Milliardenbeträge in Fonds verwaltet, die ausdrücklich nach christlichen Kriterien anlegen und Alkohol, Waffen, Glücksspiel und Unternehmen mit ethisch fragwürdigen Methoden und Produkten meiden. Ein deutsches Beispiel ist der vor fünf Jahren aufgelegte und mittlerweile 60 Millionen Euro schwere "LIGA-Pax-Cattolico-Union"-Aktienfonds von der zum genossenschaftlichen Bankensektor zählenden Union Investment.

Daneben gibt es - passend zu einer in Europa weit verbreiteten Haltung - die Fonds, die ohne das Festlegen auf eine bestimmte Religion die ethische Fahne hochhalten. Dazu zählt die ganze Palette der Nachhaltigkeitsfonds, die je nach Anbieter konsequent aussortieren oder sich mit einem Hauch von Grün begnügen und ansonsten auch gerne mal ein Auge zudrücken.

Nun hat das österreichische Fondsanalysehaus e-fundresearch untersucht, welche Geisteshaltung den besten Profit bringt. Ganz vorne liegen die religionsfreien Ethiker: Der Carnegie Ethical Worldwide Fund konnte auf Sicht der letzten drei Jahre im Jahresdurchschnitt den MSCI-Weltaktienindex um sieben Prozent schlagen, während der katholische Fonds der Union Investment um jährlich 0,2 Prozentpunkte hinter dem Weltaktienindex lag. Islam-Fonds hinkten hingegen im Schnitt jährlich um vier Prozent dem MSCI-Weltaktienindex hinterher, während der Durchschnitt der Ethik-Fonds die Messlatte um 1,8 Prozent schlagen konnte.

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