Entwarnung in Shanghai. Taifun "Wipha" hat an Stärke verloren und wird auf seinem Weg nach Norden wohl an der Finanzmetropole Shanghai vorbeiziehen. Die Wetterbehörden stuften den Taifun von Kategorie vier auf eins herunter, nachdem der Taifun rund 650 Kilometer südlich von Shanghai an der östlichen Küste Chinas das Festland erreicht hatte.

Dort hinterließ "Wipha" eine Spur der Verwüstung, zerstörte hunderte Häuser und legte Strom- und Wasserversorgung lahm. In der 20-Millionen-Metropole Shanghai kam durch die starken Regenfälle im Vorfeld bereits ein Mensch ums Leben. Der Mann erlitt im Wasser einen durch eine defekte Lampe verursachten tödlichen Stromschlag. Weitere Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Offiziellen Berechnungen zufolge soll das Auge des Sturms in den nächsten 24 Stunden rund 250 Kilometer westlich von Shanghai vorbeiziehen. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, der Sturm sei bereits zu einem Tropensturm heruntergestuft worden.

Vorsorglich waren am Dienstag in den bedrohten ostchinesischen Gebieten bereits mehr als zwei Millionen Menschen in Sicherheit gebracht worden. Vor allem die Küstengebiete wurden evakuiert, aber auch Bewohner baufälliger Häuser im Stadtzentrum Shanghais wurden aufgefordert, diese zu verlassen. Flüge wurden gestrichen, Fährverbindungen unterbrochen und Arbeiten auf Baustellen eingestellt. Schulen und Kindergärten blieben geschlossen.

Insgesamt sind mehr als fünf Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen, die unmittelbaren wirtschaftlichen Verluste wurden auf 38 Millionen Dollar beziffert.

"Wipha" wütete bereits in Japan und Taiwan und forderte dort insgesamt drei Menschenleben. In der chinesischen Küstenstadt Zhejiang war der Sturm ähnlich stark wie der letzte große Tropensturm „Saomai“ im Jahr 2006, der 400 Menschen das Leben kostete. In Zhejiang wurden fast 40.000 Schiffe und Boote zurück in die Häfen beordert.