Birma "Freiheit für Aung San Suu Kyi!"
Der Widerstand gegen die Militärjunta in Birma wird immer stärker. Am Sonntag demonstrierten in der Hafenmetropole Rangun etwa 15 000 Menschen erstmals mit offen politischen Parolen gegen das Regime.
3000 Mönche waren zum größten Heiligtum des Landes, der 100 Meter hohen Shwedagon-Pagode, gezogen. Sie trugen erstmals politische Plakate mit. Darauf stand zum Beispiel: «Gerechtigkeit wird Ungerechtigkeit bezwingen». Zu den Mönchen in ihren safranroten Roben gesellten sich erstmals auch 300 Nonnen ganz in weiß. Anschließend marschierten sie gemeinsam in das Zentrum der früheren Hauptstadt und riefen dabei: "Unsere Erhebung muss gelingen."
Mehr als 10 000 Menschen säumten die Straßen um die Pagode. Dort konzentrierte sich bereits 1988 mit zehntausenden Protestlern der Widerstand gegen das Militär. Damals wurde der Aufstand brutal niedergeschlagen. Etwa 3000 Menschen kamen dabei ums Leben.
Insgesamt gab es in Rangun fünf Protestmärsche mit mehr als 5000 Teilnehmern, in Mandalay fanden mindestens zwei weitere Demonstrationen statt. Die Stimmung war fröhlich und die Menschen auf den Straßen klatschten, als die Mönche vorbeizogen. Polizisten in Zivil überwachten die Proteste, es waren jedoch keine uniformierten Sicherheitskräfte auf den Straßen zu sehen.
Auslöser der Unruhen war eine drastische Erhöhung der Benzin- und Gaspreise im vergangenen Monat gewesen. Doch inzwischen geht es längst um mehr, vor allem um die Solidarisierung mit der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi, die als Symbol der Widerstandsbewegung in dem südostasiatischen Land gilt. Sie wird seit Jahren als politische Gefangene unter Hausarrest festgehalten.
Bereits am Samstag hatten rund 2000 Mönche eine Straßensperre umgangen und waren zu ihrem Haus gezogen. Suu Kyi zeigte sich daraufhin entgegen den Arrestauflagen erstmals seit vier Jahren kurz in der Öffentlichkeit.
Sie trat nach Angaben der Augenzeugen kurz vor ihre Haustür und begrüßte die Mönche mit Tränen in den Augen, berichteten Augenzeugen. «Gut gemacht», sagte sie nach diesen Angaben. Dann betete sie unter den Augen von Soldaten 15 Minuten lang mit den Mönchen. Danach zogen die Mönche weiter.
"Wir waren überwältigt, einige von uns konnten die Tränen nicht zurückhalten", sagte ein Augenzeuge. Suu Kyi hat seit dem haushohen Sieg ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), bei den Parlamentswahlen 1990 zwölf der vergangenen 17 Jahre entweder in Haft oder unter Hausarrest verbracht.
Am Sonntag allerdings waren die Zufahrtstraßen zu Suu Kyis Anwesen wieder völlig verbarrikadiert. Mehrere Feuerwehr- und Polizeiwagen standen am Anfang der zum Haus führenden Straße, und Dutzende mit Schildern ausgestattete Polizisten sicherten die Stacheldrahtbarrikaden. Weder dort noch an der Shwedagon-Pagode schritten sie jedoch gegen Demonstranten ein.
«Dies ist der Anfang vom Ende», prophezeite der frühere BBC-Analyst und Birma-Spezialist Jarry Jagan in einem Interview mit dem Fernsehsender ChannelNewsAsia . Mit dem Besuch bei Suu Kyi hätten die Mönche ihren Protest nun mit der Demokratieforderung der Opposition verknüpft und dem Militärregime den Kampf angesagt.
Eine im Untergrund gegründete Mönchsvereinigung namens "All Burma Monks Alliance" rief erstmals auch die Zivilbevölkerung auf, sich den friedlichen Protesten anzuschließen. Die Birmesen sollen in ihren Hauseingängen abends als Zeichen der Solidarität 15 Minuten öffentlich beten. Der Kampf gegen die schlimme Militärdiktatur müsse bis zu deren kompletten Fall fortgeführt werden, hieß es in der Stellungnahme, die auf der Internetseite www.burmanet.org veröffentlicht wurde. Die Angaben ließen sich aber schwer prüfen. In dem Polizeistaat mit hunderten Spitzeln wagt niemand, offen zu reden. Bisher hatten die Mönche Zivilisten davon abgeraten, bei ihren Märschen mitzulaufen, da sie Vergeltungsmaßnahmen der Regierung und gewalttätige Ausschreitungen befürchten.
Bereits am Montag wollen die Generäle in der neuen Hauptstadt Naypyidaw zu ihrem vierteljährlichen Treffen zusammenkommen. Die Proteste dürften dann ganz oben auf der Agenda stehen. Seitdem wurden bei Demonstrationen mehr als 150 Menschen festgenommen.
Birma wird seit einem Putsch im Jahr 1962 vom Militär regiert. 1988 hat die Militärjunta Proteste blutig niedergeschlagen worden, rund 3000 Menschen wurden getötet. Seitdem ist das Regime wegen eklatanter Menschenrechtsverletzungen weltweit geächtet. Beobachter gehen davon aus, dass das Militär diesmal den Einsatz von Gewalt vermeiden will, um eine Ausweitung der Demonstrationen zu verhindern.
- Datum 23.09.2007 - 08:41 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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Man vergleiche einfach die Protestformen der buddhistischen Mönche mit den Gewaltorgien einer anderen Weltrereligion.
Dann studiere man die grundlegenden Schriften. Vielleicht hat dann der eine oder andere unserer "linken" Islamversteher eine Erleuchtung.
Im Koran und in den Ahadith findet man Gewaltaussagen en mass. In buddhistischen Schriften nicht.
Also ist Religion nicht gleich Religion, und es gibt Religionen, die stehen im Widerspruch zu westlichen Verfassungen, und welche, die es nicht tun, wie Birma und der vorbildliche Protest zeigen.
Ich wünsche dem Widerstand in Birma allen nur denkbaren Erfolg.
@Flieger
Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.
Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.
Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.
Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...
@Flieger
Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.
Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.
Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.
Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...
@Flieger
Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.
Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.
Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.
Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...
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