Birma "Freiheit für Aung San Suu Kyi!"Seite 2/2

"Wir waren überwältigt, einige von uns konnten die Tränen nicht zurückhalten", sagte ein Augenzeuge. Suu Kyi hat seit dem haushohen Sieg ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), bei den Parlamentswahlen 1990 zwölf der vergangenen 17 Jahre entweder in Haft oder unter Hausarrest verbracht.

Am Sonntag allerdings waren die Zufahrtstraßen zu Suu Kyis Anwesen wieder völlig verbarrikadiert. Mehrere Feuerwehr- und Polizeiwagen standen am Anfang der zum Haus führenden Straße, und Dutzende mit Schildern ausgestattete Polizisten sicherten die Stacheldrahtbarrikaden. Weder dort noch an der Shwedagon-Pagode schritten sie jedoch gegen Demonstranten ein.

«Dies ist der Anfang vom Ende», prophezeite der frühere BBC-Analyst und Birma-Spezialist Jarry Jagan in einem Interview mit dem Fernsehsender ChannelNewsAsia . Mit dem Besuch bei Suu Kyi hätten die Mönche ihren Protest nun mit der Demokratieforderung der Opposition verknüpft und dem Militärregime den Kampf angesagt.

Eine im Untergrund gegründete Mönchsvereinigung namens "All Burma Monks Alliance" rief erstmals auch die Zivilbevölkerung auf, sich den friedlichen Protesten anzuschließen. Die Birmesen sollen in ihren Hauseingängen abends als Zeichen der Solidarität 15 Minuten öffentlich beten. Der Kampf gegen die schlimme Militärdiktatur müsse bis zu deren kompletten Fall fortgeführt werden, hieß es in der Stellungnahme, die auf der Internetseite www.burmanet.org veröffentlicht wurde. Die Angaben ließen sich aber schwer prüfen. In dem Polizeistaat mit hunderten Spitzeln wagt niemand, offen zu reden. Bisher hatten die Mönche Zivilisten davon abgeraten, bei ihren Märschen mitzulaufen, da sie Vergeltungsmaßnahmen der Regierung und gewalttätige Ausschreitungen befürchten.

Bereits am Montag wollen die Generäle in der neuen Hauptstadt Naypyidaw zu ihrem vierteljährlichen Treffen zusammenkommen. Die Proteste dürften dann ganz oben auf der Agenda stehen. Seitdem wurden bei Demonstrationen mehr als 150 Menschen festgenommen.

Birma wird seit einem Putsch im Jahr 1962 vom Militär regiert. 1988 hat die Militärjunta Proteste blutig niedergeschlagen worden, rund 3000 Menschen wurden getötet. Seitdem ist das Regime wegen eklatanter Menschenrechtsverletzungen weltweit geächtet. Beobachter gehen davon aus, dass das Militär diesmal den Einsatz von Gewalt vermeiden will, um eine Ausweitung der Demonstrationen zu verhindern.

 
Leser-Kommentare
  1. Man vergleiche einfach die Protestformen der buddhistischen Mönche mit den Gewaltorgien einer anderen Weltrereligion.

    Dann studiere man die grundlegenden Schriften. Vielleicht hat dann der eine oder andere unserer "linken" Islamversteher eine Erleuchtung.

    Im Koran und in den Ahadith findet man Gewaltaussagen en mass. In buddhistischen Schriften nicht.

    Also ist Religion nicht gleich Religion, und es gibt Religionen, die stehen im Widerspruch zu westlichen Verfassungen, und welche, die es nicht tun, wie Birma und der vorbildliche Protest zeigen.

    Ich wünsche dem Widerstand in Birma allen nur denkbaren Erfolg.

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    @Flieger

    Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.

    Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.

    Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.

    Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...

    @Flieger

    Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.

    Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.

    Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.

    Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...

  2. 2. ?!

    @Flieger

    Wie schön, dass es noch Menschen mit einem differenzierten Weltbild gibt, die in der Lage sind, nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Wie schön, dass es Menschen gibt, die vorurteilsfrei und dennoch mit Verstand und Wissen um das Wesentliche an die Substanz herangehen.

    Wie schade, dass es meist gerade nicht diese Menschen sind, die allerorten ihre Meinung kundtun.

    Den Buddhismus mit einer abrahamitischen Religion vergleichen zu wollen, ist schierer Unverstand. Von dem, was man von einer Religion meint zu wissen, pauschal auf das Wesen dieser Religion oder ihrer Anhänger zu schließen zeugt von Naivität, die ich keinem Kind zutrauen würde.

    Erstaunlich und erschreckend finde ich auch, wie einfach es inzwischen ist, durch plumpe - noch nicht einmal (sinnvoll) argumentativ unterlegte - Islampolemik Lobhudeleien einzukassieren. Ich warte nur auf den Tag, an dem jemand unter Beifall behauptet, Muslime vergifteten unsere Brunnen oder verbreiteten die Pest ...

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  • Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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