Irak Ködern und schießen

Das US-Militär hat eine neue perfide Taktik gegen Aufständische im Irak: Es legt Waffen aus und erschießt diejenigen, die sie aufheben. Nun werden die Vorfälle untersucht

Wie die Washington Post berichtet, hat das Pentagon Scharfschützen der amerikanischen Streitkräfte im Irak aufgefordert, Munition und Sprengstoffgürtel auszulegen und anschließend diejenigen zu erschießen, die sie aufheben. "Baiting" (Ködern) nennt sich dieser Vorgang. Damit sollten vermutete Aufständische ausgeschaltet werden.

Dieses geheime Programm wurde öffentlich im Zusammenhang mit den Mordanklagen gegen drei US-Scharfschützen. Diese wurden beschuldigt, Iraker getötet zu haben, aufgrund von Beweisen, die sie selbst zuvor platziert hätten. Wie viele Iraker bisher durch diese Taktik getötet wurden, ist nicht bekannt.

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" Baiting bedeutet, dass wir einen Gegenstand auslegen, von dem wir wissen, dass die Aufständischen ihn gegen uns verwenden werden", sagt Matthew P. Didier, Leiter einer Elite-Scharfschützeneinheit der US-Armee. "Wir legen etwas aus und beobachten. Wenn es jemand findet und damit verschwindet, greifen wir an."

Eugene Fidell, Vorsitzender des amerikanischen Instituts für Militärjustiz, fordert, das Köder-Programm "peinlich genau" zu untersuchen. Es befördere zusätzliche Probleme und Konflikte – zumal, wenn Zivilisten diese Gegenstände aufhöben. "Wenn man in einem Land, das überflutet ist von Waffen, jeden erschießt, der eine aufhebt, könnte man ebenso gut die Iraker bitten, mit einer Zielscheibe auf dem Rücken herumzulaufen."

US-Soldaten sagten aus, etwa ein Dutzend aus der Einheit hätten vom Programm gewusst. Offizielle der Armee verweigerten bisher eine Stellungnahme.

 
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