Einkommen Der Skandal um den LohnSeite 2/2
Dann ist da noch die Sache mit dem dreisten Staat. Hier hilft ein Anruf im Sozialministerium. Dort erfährt man beispielsweise, dass die neue Statistik, die die
Bild-
Zeitung bemüht,
jedes Jahr erscheint
, ergo so neu nicht ist. Man hört auch, dass - falls nicht mehr erinnerlich - die Bundesrepublik seit 1990 um einige Millionen Menschen größer geworden ist. Weshalb der Vergleich von Durchschnittszahlen von 1986 (West) und 2006 (Gesamt) unzulässig sei.
Auch dass jene Statistik, die im Online-Angebot des Ministeriums direkt unter der von Bild zitierten steht, die Netto-Quote ausweist, also jene Zahl, die das Verhältnis aus Netto- und Bruttolohn darstellt. Sie ist seit zehn Jahren ungefähr gleich. Der Staat, so zeigt sich, greift dem Lohnempfänger nicht tiefer in die Tasche als die ganze Zeit schon.
Ist der Skandal also abgesagt? Natürlich nicht! Wenn Unternehmen fulminante Gewinne machen, aber die Mitarbeiter daran nicht beteiligen; wenn Betriebe normale Arbeit aufteilen, um daraus 400-Euro-Jobs zu machen; wenn Löhne gezahlt werden, von denen man nicht leben kann; wenn Jobs ausgelagert werden, um die Gehälter zu drücken - ist das nicht skandalträchtig genug? Es fiele uns noch mehr ein. Vielleicht schreibt Bild ja morgen darüber.
Die einzelnen Statistiken des "Statistisches Taschenbuch 2007 - Arbeits- und Sozialstatistik", herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
finden Sie hier.
- Datum 25.09.2007 - 12:36 Uhr
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In der „Essener Beschäftigungsagentur“ – einem hundertprozentigen Unternehmen der Stadt Essen – arbeiten 160 festangestellte Mitarbeiter und rund 500 Ein-Euro-Jobber. Sie werden als „ganz normale“ Arbeiterinnen und Arbeiter in den verschiedenen Abteilungen der Gesellschaft eingesetzt, etwa in der Tischlerei, der Maler- und Lackiererwerkstatt, im Garten- und Landschaftsbau.Dafür sind sie gut genug. Sie sind auch willkommen, wenn es darum geht, reguläre Arbeitsplätze in prekäre Ein-Euro-Jobs zu verwandeln. Für die Geschäftsleitung der Gesellschaft sind sie allerdings Arbeitende 2. Klasse. Deshalb dürfen sie nicht mit auf den Betriebsausflug. Geschäftsführer Lorch mit unverhohlenem Zynismus: „Das sind auf keinen Fall Mitarbeiter.“ Auf die demütigenden und menschenunwürdigen Ein-Euro-Jobs setzt die Geschäftsleitung also noch eins drauf. Aber damit nicht genug. Weil die Kolleginnen und Kollegen nicht mit zum Betriebsausflug dürfen, müssen sie zwangsweise Urlaub nehmen. Wer das ablehnt, muss sich z.B. von seinem Meister etwa als „Spinner und Pisser“ beschimpfen lassen. Das ist einem Kollegen passiert, der inzwischen Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt hat.
Es ist inzwischen ja überhaupt kein Geheimnis mehr, dass Ein-Euro-Jobs immer mehr„reguläre“ Arbeitsplätze verdrängen. Ein besonders gutes Beispiel dafür sind die Schulen in Frankfurt am Main. Offenbar besteht hier ein erheblicher Bedarf an BibliotherkarInnen für die Schulbibliotheken. Es werden aber keine festen, nach Tarif bezahlten Arbeitsplätze eingerichtet. Nein, es werden, wie das Bildungsdezernat stolz mitteilt, zwanzig Kolleginnen und Kollegen über Ein-Euro-Jobs eingestellt.
Insgesamt sind an Frankfurter Schulen inzwischen 42 Ein-Euro-Jobs eingerichtet.Und das sind genau 42 Rin-Euro-Jobs zuviel und 42 Normalarbeitsplätze zuwenig!
Guter Artikel, der besonders im letzten Absatz den Nagel auf den Kopf trifft.
Sehr geehrter Herr Polke-Majewski,
selbstverständlich hat die Bild-Zeitung recht.
Was heißt hier Arbeitnehmer spürend den Aufschwung verzögert, Langzeitarbeitslose fast gar nicht?
In welcher Welt leben Sie? Welcher Aufschwung? Der Aufschwung existiert nur in den Büchern der exportorientierten Industrie und der ins Ausland flüchtenden Bundeskanzlerin.
Wer glaubt denn noch den Statistiken der Regierung? Diese Statistiken haben den gleichen Realitätsgehalt wie die Planfortschrittszahlen des DDR-Staatsrates.
Vergessen hat die Bild-Zeitung die Rentner und alle jene, die aus der Statistik eliminiert wurden.
Vergessen hat die Bild-Zeitung wie die Arbeitnehmer um ihre Beiträge zur Arbeitslosenversicherung betrogen wurden.
Statt eine Altersversorgung aufzubauen, lösen viele Mitbürger die Ersparnisse auf. Die vormalige Bundesregierung hat mit den unseligen Hartz-Gesetzen ein Klima geschaffen, daß jeden Aufschwung, der diesen Namen verdient, im Keime erstickt.
...liefert die ZEIT nicht die Gründe für diese Entwicklung, davon würde ich mir mehr erhoffen als von der B**D - Zeitung ?
Unter anderem fände ich zur Meinungsbildung ungemein nützlich:
1) Vergleich mit anderen Industrienationen, ist es dort ähnlich? Wo und warum gibt es Unterschiede?
2) Vergleich mit Entwicklungsländern, profitieren wenigstens die?
3) Aufklären der wahren Ursachen, ist die: Staatsverschuldung, der Zinseszinseffekt, der Freihandel oder die neoliberale Ein-Euro-Job-Politik schuld? Oder alle ein wenig? Oder ganz jemand anderes?
4) Gibt es irgendeinen Staat, der >100 Jahre die selbe Währung hatte und keine großen Kriege und Krisen?
5) Und last not least: gibt es eine Möglichkeit den Trend umzukehren oder werden bald wieder die Ersten hungern? Was für Lösungsmodelle gibt es und wie realistisch sind diese?
Dabei dürfen ruhig auch anschauliche Charts verwendet werden, wie z.B. dieser:
http://inwo.de/index.php?...
(Übrigens vielen Dank für den Link im Artikel!)
Das Ergebnis mag zieloffen sein, ich schwanke derzeit zwischen mehreren Übeltätern, ohne dass die Fakten für einen Bestimmten aussagekräftig genug wären.
MfG
AKu
@korftroem: Ich kann Ihnen nur zustimmen.Löhne so niedrig wie vor 20 Jahren, Kinderarmut so hoch wie noch nie und auch Hochschulabsolventen werden häufig nur noch als unbezahlte Praktikanten verheizt...und trotzdem wird munter weiter auf das PR - Lied vom anegblichen Aufschwung gesungen.
Irgendwo war vor einigen Wochen zu lesen, dass unsere Bundesministerien zwar in den letzen Jahren ihr Fachpersonal immer weiter abgespeckt haben, gleichzeitig die Zahl der PR Mitarbeiten in eben diesen Ministerien um mehr als 200% gestiegen ist. Was dabei wohl rauskommt...von den Lobbyisten die sich dort jetzt tummeln will ich mal lieber gar nicht erst anfangen zu reden.
Mancher aus unserer so genannten Elite ( von geistiger Elite kann dabei wohl kaum die Rede sein) schwafelt ja mittlerweilse sogar vom angeblich "dritten Wirtschaftswunder".Ich frag mich nur wie besoffen man sein muss um solchen Unsinn zu plappern.Und die ZEIT? Die macht munter mit.Überall das gleiche sinnentleerte Blabla.So meint der Autor zur Lohnzurückhaltung der letzten Jahre:
"Sie hat dem Land, wenn es auch schmerzlich war, darin geholfen, seine wirtschaftliche Schwäche der vergangenen Jahre zu überwinden."
Belege?..Natürlich Fehanzeige. Wahrscheinlich hat der Autor sich gar nicht erst die Mühe gemacht, über seinen Satz nachzudenken, sondern einfach nur nachgeplappert, was er den lieben langen Tag in seinem geistigen Umfeld an Blödsinn aufschnappt.
Wenn Unternehmen fulminante Gewinne machen, aber die Mitarbeiter daran nicht beteiligen; wenn Betriebe normale Arbeit aufteilen, um daraus 400-Euro-Jobs zu machen; wenn Löhne gezahlt werden, von denen man nicht leben kann; wenn Jobs ausgelagert werden, um die Gehälter zu drücken - ist das nicht skandalträchtig genug?
Aber das die Nettoquote absurd niedrig ist, das ist kein Skandal. Weil, das war schon immer so.
Oder gibt es einen anderen Grund, weshalb die ZEIT auf diesem Auge blind ist?
Liegt´s daran, dass die Kostgänger der Gemeinschaft die Masse der Abonnenten bilden?
Ich frage ja nur.
So wirkt dieser Aufsatz! Dass sich der Verfasser beim Schreiben nicht totlachte ist alles.
Lohnzurückhaltung wird bestraft, indem die Arbeiter immer noch mehr zurückstecken müssen, damit die Gewinne überdimensional ansteigen. Die Großunternehmen erhalten sogar noch Steuervorteile und Arbeit wird durch die Streichung der Pendlerpauschale zum Luxus.Gewerkschaften gehorchen schon lange dem Kapital und sollten von Grund auf neugewählt werden wie unsere Regierung. Ein Austausch an der Spitze bringt nichts.
Die Regierung erhöht die MwSt. und ist nicht im Stande, die Mineralölsteuer zusenken, obwohl der Ölpreis immer weiter steigt. Diese lukrative, versteckte Steuer, die mit dem Preis steigt, will sich Merkel nicht entgehen lassen.
Die Pendlerpauschale wurde gestrichen. So wird Arbeiten mit langen Wegen zum Luxus und die Arbeitsagentur findet Anfahrtswege von 200 km noch für zumutbar.
Irgendwie haben die deutschen Regierungen etwas falsch verstanden - sie entscheiden für die Wirtschaft nicht für das Volk. Die Wirtschaft hat sich schon lange als Versprechensbrecher entlarvt und die Regierungen halten ihr die Treue. Wir brauchen keinen Mercedes. Sollte dieser ins Ausland abwandern, erfinden wir ebenen eine neue Automarke. Die Welt vertraut Produkten aus Deutschland und nicht deutschen Markennamen, die im Ausland gefertigt werden.
Deshalb kaufe schon lange keine deutsche Marken (Adidas) mehr, die billigst in Taiwan, China oder sonstwo gefertigt werden und dem Preisschild nach zu höchst Löhnen in Deutschland in Handarbeit produziert ist.
Lebensmittel gibt es nur noch aus Deutschland und Pestizid verseuchte Kartoffeln aus Litauen brauche ich nun wirklich nicht.
Der Konsument hat die Macht. Das haben aber leider viel zu wenige begriffen. Wer dem Diktat der Werbung für überteuerte Produkte aus Drittländern nicht folgt kann viel für uns tun.
Packen wirs an!
Würde die Urlaubsnation Deutland ein Jahr zuhause bleiben, sähe vieles anders aus.
Aber das wird von selber kommen, weil wir uns bald nichts mehr leisten können. Als Dankeschön wird die Wirtschaft wie die Heuschrecken weiterziehen. Also lohnt sich die ganze Anstregung mit Subventionen und Steuervorteilen überhaupt nicht.
Bleiben wird das Kleinhandwerk, das ohnehin von der Politik vergessen und ruiniert wird.
”Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug dafür kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen.”
Voltaire
Die Online-Ausgabe der großen Wochenzeitung "Die Zeit" als Claqueur von Spiegel-Online. Spiegel-Online auf dem Niveau von ???
Die Leser sind besser beraten, die Bild-Zeitung zu abonnieren. Dort werden sie wenigstens von dem akademischen Geschwätz verschont.
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