Aussenpolitik Die Rückkehr der Moral
Angela Merkel empfing den Dalai Lama - zum Ärger der Chinesen und zur Freude der deutschen Medien. Denn der Schröder'sche Schmuse-Pragmatismus ist vorbei.
Wie ein Feuerwerk zieht der Dalai Lama die Blicke der Deutschen auf sich. Schon vor wenigen Wochen, als er in Hamburg gastierte, bekam nur Harry Potter ähnlich viel Aufmerksamkeit von der deutschen Medienlandschaft. Auch an diesem Montag fand man den Dalai Lama in allen Zeitungen. Nun handelte es sich bei diesem Besuch nicht um eine mehrtägige Podiumsveranstaltung zum Thema Buddhismus, sondern um ein Treffen im Kanzleramt. Der Ort allein macht aus der Begegnung mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel schon ein Politikum, auch wenn offiziell von "privatem Gedankenaustausch" gesprochen wird.
Nun werden der Dalai Lama und Angela Merkel mit Sicherheit keine Umsturzpläne für Tibet entworfen haben. Ein Land, das China als sein Eigentum betrachtet und den Dalai Lama als dessen widerständlerischen Führer. Doch ungehalten zeigte sich die chinesische Regierung dennoch ob des Treffens: Sie hat Medienberichten zufolge Deutschland aufgefordert, den Dalai Lama nicht einreisen zu lassen, und mit Konsequenzen gedroht, falls es tatsächlich zu der Unterredung mit Merkel kommt. Ihre Teilnahme an einem "Rechtsstaatsdialog" beider Länder sagte die chinesische Regierung deshalb ab. Die deutsche Wirtschaft zuckte zusammen und fürchtete eine Verschlechterung der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. Dennoch hielt Merkel an dem Treffen fest unter einhelligem Applaus seitens der Kommentatoren.
Mehr als ein um des kurzfristigen Effekts willen inszenierter Coup sei das Treffen gewesen, findet die Rheinpfalz . Vielmehr setze die Kanzlerin damit ihren bisherigen außenpolitischen Kurs fort: Ein Kurs, bei dem der Wille zur politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit ergänzt werde durch den Anspruch, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte auch dann offen zu thematisieren, wenn es dem Gegenüber nicht ins Konzept passe. So habe Merkel es auch im Verhältnis zu US-Präsident Bush wie zu Russlands Putin gehalten. Genau diese Konsequenz, verbunden mit Merkels unaufgeregter Art, mit solch heiklen Themen umzugehen, verleihe ihrem Handeln Glaubwürdigkeit.
In dieser selbstbewussten, moralisch orientierten Außenpolitik imponiert die Kanzlerin den Kommentatoren. Der wirtschaftlich orientierte Pragmatismus sei nun endlich vorbei, freuen sich einige Blätter. Mit dem Empfang beschäme Merkel ihre männlichen Vorgänger, die nicht den Mumm für eine solche Geste gehabt hätten, steht in der Neuen Presse aus Hannover. Zivilcourage sei eben nicht käuflich. Die neue Außenpolitik komme als wohltuender Kontrast zur Schröderschen und Kohlschen daher, findet der General-Anzeiger aus Bonn.
Der Schmusekurs, den Schröder verfolgt habe, habe niemandem genützt und nur bestehende Konflikte verschleiert, schreibt die Berliner Zeitung . Die Stuttgarter Zeitung ruft gar das Ende der Heuchelei im Umgang mit dem boomenden China aus, dank der nicht duckmäuserischen Außenpolitik Merkels. So zeige man, schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung , dass europäische Werte mehr seien als nur der Wert des Euro.
Auch vom diplomatischen Ergebnis her befinden einige Blätter Merkels Haltung als Erfolg. So schreibt die Bild -Zeitung: Merkels klare Haltung wird ihr in dieser Woche bei der UN-Vollversammlung Beifall einbringen - und Deutschland zusätzliches Gewicht. Die Mischung aus verbindlichem Ton und Klarheit in der Sache, die die Kanzlerin bereits während ihres Besuches in Peking an den Tag legte, dürfte die chinesische Regierung auf Dauer mehr beeindrucken als die übertriebene Freundlichkeit ihres Vorgängers Schröder, finden die Kieler Nachrichten . Klarheit und Zusammenarbeit sollten die Grundsätze deutscher Außenpolitik definieren, fordert die Frankfurter Rundschau . Es ehre die Regierung, dass sie anders als das offizielle Peking und die Vorgängerkanzler daraus bislang keinen Gegensatz mache. So sollte es bleiben. Denn Opportunismus ist immer Zeichen der Schwäche.
- Datum 24.09.2007 - 03:15 Uhr
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Jaja, die Menschenrechte, die Moral und so weiter...dem einen in den Hintern kriechen, den anderen eins auswischen. Doppelmoral?
Was macht Herr Koch da mit auf dem Bild? Wahlkampf?
Die CDU als Menschenrechtspartei...aber natürlich nur in anderen Ländern. Hier dürfen sie ruhig eingeschränkt und abgewickelt werden.
warum sich die chinesische Regierung von diesem Besuch des Dalai Lama so bedroht fuehlt !
Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
PS: Man denke nur an Gandhi.
Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
PS: Man denke nur an Gandhi.
mutig ist sie. wie schon mit ihrem standpunkt zum beitritt der türkei in die eu!!!!
rot china ist eine mörderbande und......das geht gerne unter....die chinesen kaufen nix, die verkaufen nur!
die ziehen unsere lebens unerfahrenen wirtschaftsmanager immer wieder über den tisch!
siehe transrapid....da haben die sich ne strecke hinstellen lassen für nen groschen mit dem verweis dass sie irgendwann die strecke verlängern würden und am ende haben sie es bleiben lassen. ergebnis.....ne hochmoderne, werbewirksame strecke und das halbe know how für nen appel und nen ei.....das geht so weiter bis zu all den mega hochhäusern etc.etc.......
holzauge sei wachsam!!!
Wenn es Frau Merkel um so etwas wie Moral und Menschenrechte ginge, hätte sie schon sehr oft Gelegenheit gehabt sich zum Irakkrieg zu äußern. Frau Merkel konnte beim Nein durch Rot-Grün sich gar nicht fest genug an die Seite von Bush stellen. Sie hat Lobesartikel in Amerika geschrieben, obwohl Bush sie damals noch nicht einmal empfangen hat. Bis heute habe ich von Frau Merkel noch kein Bedauern ob ihrer damaligen Haltung gehört. Oder eine Aussage wie "der Irakkrieg" war falsch". Nein im Gegenteil den Hauptverantwortlichen für dieses Menschenrechtsdesaster Bush lädt sie dann noch für 12 Mio. Euro zum privaten Wildsaugrillen in ihren Wahlkreis ein. Dem Himmel sei Dank, dass diese Frau damals noch keine Verantwortung hatte.
Die Journalisten haben anscheinend Regeln aufgestellt, die Frau Merkel befolgt. Es ist hoch anerkennswert andere Länder öffentlich zu kritisieren.
Wieso ausgerechnet Deutschland und insbesondere Frau Merkel diesen hohen moralischen Zeigefinger haben dürfen, erschließt sich mir ob unserer Vergangenheit und der Biografie von Frau Merkel nicht.
Frau Bundeskanzler Merkel für ihre Haltung zum Einmarsch in den Irak zu kritisieren ist fast schon in Vergessenheit geraten. Leider, muss ich sagen. Gut, dass Sie mich daran erinnern Paula, ich hätte es selbst fast vergessen. Allerdings denke ich nicht im Traum daran, Schröder für seine Haltung zum Irakkrieg als moralisch einwandfreien Mann zu bezeichnen. Man denke nur mal an die Pipeline, die vollkommen wissentlich die Interessen unserer Nachbarn im Osten auf das Übelste verletzt. Dennoch war seine Entscheidung bezüglich des Iraks okay. Also warum nicht einfach sagen "Gut gemacht Frau Merkel, weiter so!" anstatt auf alten Kamellen rumzureiten. Im Gegenteil finde ich es erstaunlich, wie sehr Frau Merkel mit ihren Aufgaben gewachsen ist. Respekt!
Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.
Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.
Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
PS: Man denke nur an Gandhi.
Man mag von Schröder denken was man will. Er hat sich auch mal gegen den Wind gestellt. Agenda2010 u.a.
Unsere Frau Merkel wir das NIE können (und auch nicht wollen).
Von einer FDJ-Sekretärin für politische Agitation zur Kanzlerin braucht man Fähigkeiten.
Die gleichen, die ein Fähnchen im Wind aufweist.
Von China gibts nichts zu befürchten, das ist symbolischer Rauch. Nicht mehr und nicht weniger
Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.
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