Aussenpolitik Die Rückkehr der MoralSeite 2/2

Die Westdeutsche Zeitung konstatiert, dass sich die ängstlich gestimmte Wirtschaft erst noch daran gewöhnen müsse, dass sie mit dem Abtritt Schröders „ihren besten Vertriebsmitarbeiter“ verloren hätten. Letztlich werde das Treffen mit dem Dalai Lama der Wirtschaft auch nicht schaden, schreibt das Handelsblatt : Denn China stelle wirtschaftliche Interessen über politische Empfindlichkeiten.

Selbst wenn dadurch ein Milliardengeschäft verschoben werden oder gar nicht zustande käme, sei das der Preis, den uns das Eintreten für die Freiheit wert sein müsse, findet die Augsburger Allgemeine . Zumal es sich schließlich bei dem Dalai Lama um einen „friedliebenden Zeitgenossen“ und keinen gewaltbereiten Revoluzzer handele. Ein Punkt, den auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung macht: Der Dalai Lama gehöre zu jenen Führern in der Welt, die dadurch ein gutes Beispiel gäben, dass sie Wandel nicht mit Gewalt erzwingen wollten, sondern auf die Wirkung von Verhandlungen und auf die Einsicht der Herrschenden setzten - auch und gerade gegenüber China. Somit nehme die Kanzlerin nur ihr „selbstverständliches Recht wahr, einen Gesprächspartner zu treffen, der Ansichten über die Zustände in seiner Heimat äußert, die europäischen Werten entsprechen“.

Doch auch innenpolitische Überlegungen werden in der Debatte über den Dalai-Lama-Besuch gestreift. Schließlich schlage Merkel aus dem Besuch Kapital, schreibt die Financial Times Deutschland : In kaum einem anderen Land außerhalb seines indischen Exils werde der Dalai Lama von einem breiten Publikum regelmäßig mit solch großer Verehrung empfangen wie in Deutschland. Auch die Badische Zeitung argwöhnt: „Merkel will als Prinzipienmensch vor allem innenpolitisch punkten“, dafür eigne sich der wie ein Popstar gefeierte Buddhist wie kein zweiter.

Einige Medien deuten nicht nur an, dass der Dalai-Lama-Besuch durch Merkel innenpolitisch instrumentalisiert werde, die Innenpolitik wird auch als Merkels Schwachpunkt ausgemacht. Spätestens jetzt werde deutlich, dass „Merkels Ansehen auf internationalem Parkett sich anders darstellt, als in der von Koalitionsgezänk gelähmten Innenpolitik“, schreibt die Westfalenpost . „Da wirkt sie mitunter zaudernd, abwartend, nicht sehr konkret.“ Es wäre keine Schande, findet der Wiesbadener Kurier , wenn Merkel ihre Tugend in der außenpolitischen Diplomatie auf mehr Themen ausdehnen würde.

Nun, der Dalai Lama ist ein weiser Mann. Vielleicht wird er Merkel dazu auch geraten haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Jaja, die Menschenrechte, die Moral und so weiter...dem einen in den Hintern kriechen, den anderen eins auswischen. Doppelmoral?
    Was macht Herr Koch da mit auf dem Bild? Wahlkampf?
    Die CDU als Menschenrechtspartei...aber natürlich nur in anderen Ländern. Hier dürfen sie ruhig eingeschränkt und abgewickelt werden.

  2. warum sich die chinesische Regierung von diesem Besuch des Dalai Lama so bedroht fuehlt !

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    Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
    PS: Man denke nur an Gandhi.

    Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
    PS: Man denke nur an Gandhi.

  3. mutig ist sie. wie schon mit ihrem standpunkt zum beitritt der türkei in die eu!!!!
    rot china ist eine mörderbande und......das geht gerne unter....die chinesen kaufen nix, die verkaufen nur!
    die ziehen unsere lebens unerfahrenen wirtschaftsmanager immer wieder über den tisch!
    siehe transrapid....da haben die sich ne strecke hinstellen lassen für nen groschen mit dem verweis dass sie irgendwann die strecke verlängern würden und am ende haben sie es bleiben lassen. ergebnis.....ne hochmoderne, werbewirksame strecke und das halbe know how für nen appel und nen ei.....das geht so weiter bis zu all den mega hochhäusern etc.etc.......
    holzauge sei wachsam!!!

  4. Wenn es Frau Merkel um so etwas wie Moral und Menschenrechte ginge, hätte sie schon sehr oft Gelegenheit gehabt sich zum Irakkrieg zu äußern. Frau Merkel konnte beim Nein durch Rot-Grün sich gar nicht fest genug an die Seite von Bush stellen. Sie hat Lobesartikel in Amerika geschrieben, obwohl Bush sie damals noch nicht einmal empfangen hat. Bis heute habe ich von Frau Merkel noch kein Bedauern ob ihrer damaligen Haltung gehört. Oder eine Aussage wie "der Irakkrieg" war falsch". Nein im Gegenteil den Hauptverantwortlichen für dieses Menschenrechtsdesaster Bush lädt sie dann noch für 12 Mio. Euro zum privaten Wildsaugrillen in ihren Wahlkreis ein. Dem Himmel sei Dank, dass diese Frau damals noch keine Verantwortung hatte.
    Die Journalisten haben anscheinend Regeln aufgestellt, die Frau Merkel befolgt. Es ist hoch anerkennswert andere Länder öffentlich zu kritisieren.
    Wieso ausgerechnet Deutschland und insbesondere Frau Merkel diesen hohen moralischen Zeigefinger haben dürfen, erschließt sich mir ob unserer Vergangenheit und der Biografie von Frau Merkel nicht.

    • Anonym
    • 24.09.2007 um 23:13 Uhr

    Frau Bundeskanzler Merkel für ihre Haltung zum Einmarsch in den Irak zu kritisieren ist fast schon in Vergessenheit geraten. Leider, muss ich sagen. Gut, dass Sie mich daran erinnern Paula, ich hätte es selbst fast vergessen. Allerdings denke ich nicht im Traum daran, Schröder für seine Haltung zum Irakkrieg als moralisch einwandfreien Mann zu bezeichnen. Man denke nur mal an die Pipeline, die vollkommen wissentlich die Interessen unserer Nachbarn im Osten auf das Übelste verletzt. Dennoch war seine Entscheidung bezüglich des Iraks okay. Also warum nicht einfach sagen "Gut gemacht Frau Merkel, weiter so!" anstatt auf alten Kamellen rumzureiten. Im Gegenteil finde ich es erstaunlich, wie sehr Frau Merkel mit ihren Aufgaben gewachsen ist. Respekt!

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    Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
    Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
    Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.

    Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
    Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
    Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.

  5. Vielleicht - weil er so ein entwaffnendes Lächeln hat und - spätestens mit der nächsten Reinkarnation - noch so manchen Zopf abschneiden kann?
    PS: Man denke nur an Gandhi.

    Antwort auf "Man muss sich fragen"
  6. Man mag von Schröder denken was man will. Er hat sich auch mal gegen den Wind gestellt. Agenda2010 u.a.
    Unsere Frau Merkel wir das NIE können (und auch nicht wollen).
    Von einer FDJ-Sekretärin für politische Agitation zur Kanzlerin braucht man Fähigkeiten.

    Die gleichen, die ein Fähnchen im Wind aufweist.
    Von China gibts nichts zu befürchten, das ist symbolischer Rauch. Nicht mehr und nicht weniger

  7. Wo habe ich denn Schröder als moralisch einwandfreien Mann bezeichnet? Die Pipeline ist nach der Ansicht Schröders aber auch Merkels ein Teil unserer und der europ. Energieversorgung für die Zukunft. Schröder hat nachdem er abgewählt war und alle politischen Mandate zurückgegeben hatte, den Aufsichtsratsposten bei der Firma übernommen, die die Pipeline baut. Die Firma gehört zu 51 % Gazprom und zu 49 % zwei deutschen Unternehmen, dass hier ein Deutscher den Aufsichtsrat führt, kann ich nicht wirklich verwerflich finden. Frau Merkel erhält wie so oft sehr viel Lob für den Empfang des Dalai Lama. Obwohl ich versucht habe die großen Verdienst des Dalai Lama herauszufinden, bin ich eher auf ungereimtes gestoßen: Im 2. Weltkrieg hat er den Deutschen die Daumen gedrückt, er ist der beste Freund von Bush und Roland Koch und lebt seit 1959 im Exil und hat zumindest bisher nicht sehr viel für sein Volk erreicht. Aber vielleicht können ja Sie mich über die Verdienst aufklären.
    Frau Merkel hat auf ihrer Chinareise immer wieder den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog gelobt. Dieser wurde unter rot/gün begonnen. Bei dem abgesagten Treffen in München sollte u. a. über die Produktpiraterie gesprochen werden.
    Ob das Verhalten von Frau Merkel, das wahrscheinlich in erster Linie ihre persönlichen Umfragewerte steigern wird, für sonst noch jemand einen Nutzen hat, werden wir beobachten können.

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