Bundestag Reif für die Nummer
Der Bundestag hat den Weg für eine Volkszählung in Deutschland frei gemacht. Sie ist für 2011 geplant – die erste seit mehr als 20 Jahren.
Mit den Stimmen der Großen Koalition hat der Bundestag am Donnerstag den Weg für eine neue Volkszählung freigemacht. Durch das sogenannte Zensus-Vorbereitungsgesetz wird eine Erhebung ermöglicht, die voraussichtlich im Jahr 2011 stattfinden wird.
Anders als vor zwei Jahrzehnten, als die letzt Volkszählung stattfand, sollen diesmal nicht mehr alle Bundesbürger befragt werden, sondern «nur» rund 25 Millionen, darunter die etwa 17,5 Millionen Eigentümer von Wohngebäuden. Erfasst werden sollen Geburtsland und -ort, Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Familienstand. Dazu kommen Daten aus Haushalt, Erwerbsleben sowie zur Bildung. Die Gesamtkosten der neuen Volkszählung werden auf etwa 450 Millionen Euro geschätzt.
Einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entsprechend soll der Familienname so früh wie möglich aus den Daten gelöscht werden. Grundsätzlich sollen alle Daten, die den einzelnen Bürger erkenntlich machen, gelöscht werden, wenn sie nicht mehr aus statistischen Gründen erforderlich sind.
In der Vorlage verweist die Bundesregierung darauf, dass die letzte Volkszählung in der Bundesrepublik 1987 stattfand und in der DDR bereits sechs Jahre zuvor. Die aktuellen Daten beruhten auf geschätzten Fortschreibungen der damaligen Erhebung, die "mit wachsendem zeitlichen Abstand zur letzten Volkszählung immer ungenauer werden".
Schon heute vermuten Statistiker, dass in Deutschland 1,3 Millionen weniger Einwohner leben als angenommen. Sie fordern schon seit längerem eine neue Datenbasis. Das Statistische Bundesamt geht derzeit von 82,3 Millionen Einwohnern aus. Auch die Zahl der Ausländer wird wahrscheinlich zu hoch geschätzt.
Gegen die Volkszählung 1987 hatte es heftige Proteste gegeben. Gegner warnten damals vor dem "gläsernen Bürger" und vor dem Weg in den Überwachungsstaat. Die verschiedenen Boykottaufrufe wurden aber nur wenig befolgt.
- Datum 21.09.2007 - 09:53 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, tso
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... ist völlig überflüssig!
Hat der Staat nicht schon alle Informationen, die er durch die geplante selektive Zählung zu gewinnen glaubt?
Ein Vögelchen hat mir geflüstert, dass er da einige Möglichkeiten hat: Finanzämter, Banken, Versicherungen, Schulen ... und auf alle Daten darf er zugreifen, dank Terrorabwehr.
Die veranschlagten (!) 450 Millionen Euro sollten sinnvoller ausgegeben werden: In die Bildung und Ausbildung von Kindern einkommensschwacher oder kinderreicher Familien (was oft genug ein und das selbe ist), für benachteiligte Jugendliche und für Kinder mit Migrationhintergrund, damit "unsere Zukunft" auch wirkliche eine echte Chance bekommt "Keine Bildung - keine Zukunft" das ist weder Schwarzmalerei noch Polemik, das ist Tatsache in unserem schönen Land.
Hallo Volksvertreter!
Macht euch stark für unsere Kinder und Jugendlichen!
Setzt euch ein für eine Investition in die Menschlichkeit - statt in die Bürokratie!
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