Wiesn
Die Oktober-Revolution
Das junge, urbane Deutschland hat das Münchner Traditionsfest für sich entdeckt. Zehn Gründe, mitzufeiern
Die Maß kostet heuer 7,30 bis 7,90 Euro. Macht mit Trinkgeld acht oder neun Euro für einen Liter Bier, auch schon mal zehn, wenn die Kellnerin im Moment leider nicht rausgeben kann. Jedes Jahr teurer, schimpft man jedes Jahr in München, aber halbherzig: Was muss, das muss. Normalbier hat viereinhalb, Wiesnbier sechs Prozent Alkoholgehalt; eine Maß entspricht acht Schnäpsen. So gesehen stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Bier-Sommeliers nennen den Geschmack von Wiesnbier »malzbetont, süffig, körperreich«. Die zweite Maß schmeckt grundsätzlich besser als die erste, was man von den Schnäpsen neun bis sechzehn nicht ohne Weiteres behaupten wird. »Kellnerin, no a Maß!« Das a wird kurz gesprochen, wie in Fass. Wie viele Maß sind zuträglich? Eine Lokalzeitung befragte Münchner Wiesnstammgäste. Malermeister, 66: drei bis vier Maß »gemeinsam mit meiner Frau«. Ingenieur, 35: vier bis fünf Maß »gehen schon klar, über den Abend verteilt«. Heizungsbauer, 67: hundert Maß während der 16 Oktoberfesttage, »ohne mich anzustrengen«. Seit einigen Jahren gibt es in allen Festzelten auch alkoholfreies Bier. Diskret, im Maßkrug, zum gleichen Preis.
- Datum 01.10.2007 - 12:51 Uhr
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das ist deutsche Tradition? sich für überteuertes Bier in vollgerauchte Riesenzelt setzen, sich unsystematisch volllaufen lassen und anschließend alles vollkotzen? na vielen Dank.
Danke für diesen Beitrag! Auf wunderbar humorvolle, vor allem aber passgenaue Art wird hier beschrieben, was die Wies'n ausmacht. Aber vielleicht können das wahre Herz doch nur Münchner verstehen, wer wieß das schon...
Herzen mit "Du kleine Eva Herman" fehlen: Warum wohl? Na der Budenbesitzer will vielleicht nicht als tendenzieller Nazi-Sympathisant verurteilt oder von evtl. linken Gästen vermöbelt werden... :-)
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