Männer Mögen Frauen fiese Männer?

Manchmal kann man das glauben. Möglicherweise haben aber die bösen Buben einfach besser gelernt, das andere Geschlecht zu umgarnen.

Viele Frauen scheinen immer wieder auf „den Falschen“ hereinzufallen. In Wirklichkeit geht es ihnen jedoch wahrscheinlich gar nicht darum, den Richtigen zu finden. Es geht um den, der sie am besten überzeugen kann, ein guter Liebhaber zu sein. Für den Moment. Und das ist wahrscheinlich der, der am schönsten flirtet. Hinter dem charmanten Lächeln verblasst, welch ein Schurke sich dahinter verbirgt.

Auf jeden Fall haben Psychologen der Universität von Bristol Frauen Filme von redenden Männern vorgeführt, wie es das Magazin New Scientist beschreibt. Um genau zu sein: Sie haben 28 Männer gefilmt, danach aber den Ton abgeschaltet und die Gesichtszüge extrem reduziert, so dass nur noch bewegliche Punkte und Striche für Mund, Nase, Augen und Augenbrauen übrig blieben. Die Frauen konnten sich also nicht vom blonden vollen Haar oder dem kantigen Kinn ablenken lassen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig als sich ganz auf die Mimik zu konzentrieren. Lächelt er? Zieht er eine Augenbraue hoch? Nickt er oft mit dem Kopf?

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Die Frauen erhielten allerdings parallel zu den Filmen Informationen, die die Männer selbst über ihre sozialen Fähigkeiten gegeben hatten. Neben dem Film des einen stand zum Beispiel: „Ich helfe gerne alten Leuten“, neben dem eines anderen: „Alte Leute langweilen mich“. Generell zogen die Frauen Männer vor, die sich sozial darstellten.

Doch die Frauen, die einfach nur auf ein Liebesabenteuer aus waren, keine feste Beziehung suchten, achteten in erster Linie auf flirtendes Zwinkern, Augenbrauen hochziehen, Lächeln. Sie fanden die Männer am attraktivsten, die es gut beherrschten, selbst wenn sie sich als unsozial beschrieben. Denn der flirtende Mann strahle mehr Kraft und soziale Kompetenz aus; beides könne ein Zeichen für gute Gene sein, sagt der Psychologe Andrew Clark. Möglicherweise signalisiert es auch einfach mehr Lust auf Sex.

Bisher hatten Wissenschaftlicher sich oft darauf beschränkt, ihren Probanden statische Gesichter – also Fotografien oder vereinfachte Schemen – zu zeigen, wenn Sie feststellen wollten, wer denn nun attraktiv für das andere Geschlecht sei und wer nicht. Dabei kam zum Beispiel heraus, dass Frauen für ein gemeinsames Leben gar nicht die besonders maskulinen Männer bevorzugten .

Böse Buben können vielleicht besser flirten, damit sie überhaupt eine Chance haben. Vielleicht ist es aber anders herum: Sie sind gar nicht so böse, wie sie tun. Sie signalisieren mit ihrem charmanten Minenspiel: Nimm mein Machogetue nicht so ernst. Ich bin eigentlich ganz lieb.

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