Anna Politowskaja Die Lektion der Kalten KriegerSeite 4/4
Eine deutsche Zeitung brachte die Putin-Bilder aus Anlass der Regierungsumbildung in Moskau. "Wer sich zeigt, hat nichts zu verbergen", hieß es in einem ganzseitigen, allein die Bilder interpretierenden Text. Wo so viel Oberfläche wirkt, braucht es die analytische Kreml-Astrologie des Kalten Krieges nicht mehr, und auch nicht unbequeme, Unruhe stiftende russische Putin-Kritiker. Und ist er etwa nicht unser Verbündeter im Kampf gegen den internationalen Terror und Geschäftspartner im Energiegeschäft?
Anna Politkowskaja begab sich in Gefahr, indem sie das Bild des "lupenreinen Demokraten" Putin trübte. Hier und da fand sie auch über ihre kleine Zeitung hinaus Gehör für ihre Version der Putin-Story. Wir haben versäumt, zu ihrem Schutz zugleich die Politkowskaja-Story laut und klar zu erzählen und ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu bringen. Am Ende war sie allein.
Joachim Widmann, Chefredakteur der Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst, publizierte 1997 ein Buch über Arbeit und Opfer der DDR-Staatssicherheit, "Dich kriegen wir weich", und schrieb gemeinsam mit Katja Havemann "Robert Havemann oder wie die DDR sich erledigte", ein Buch über den populärsten Bürgerrechtler der DDR und seine Kreise (2003).
- Datum 07.10.2007 - 04:43 Uhr
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Seit Adenauers Bestrebungen zur engen Westanbindung Deutschlands hat sich eine Menge verändert. Schröders intime "Männerfreundschaft" mit Putin hat unsere de-facto-Abkoppelung vom Westen systematisch in die Wege geleitet. Zwar wissen wir heute ziemlich gut, wovon wir uns abgekoppelt haben - die Frage ist lediglich, dass wir keine Ahnung haben, an was wir eigentlich angekoppelt wurden.
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