Bahn Schluss jetzt!
Vier Tage Streik ohne Aussicht auf ein Ende - und auf dem Bahnsteig wird es kalt und kälter. Herr Schell, Herr Mehdorn, einigen Sie sich endlich! Zwischenruf eines erschöpften Bahnkunden.
Lieber Herr Mehdorn, lieber Herr Schell, wir haben es ja begriffen: Wer die Bahn an die Börse bringen will, braucht geordnete Verhältnisse. Da sind drei Gewerkschaften mit zwei Tarifverträgen eher hinderlich. Wer den Bestand seiner Gewerkschaft (und die Gewerkschaft der deutschen Lokomotivführer (GDL) ist immerhin die älteste in Deutschland) sichern will, hat jetzt die einmalige Chance, etwas für seine Mitglieder herauszuholen : Die Wirtschaft brummt, die Bahn macht ordentliche Gewinne, die öffentliche Stimmung stärkt jene Arbeitnehmer, die nach klammen Jahren am Aufschwung teilhaben wollen.
Da wäre es doch langsam an der Zeit, endlich das zu tun, was man in Deutschland schließlich immer tut: einen Kompromiss finden. Stattdessen wollen die Lokführer nun vier Tage am Stück streiken - den ganzen Tag. Verrückt! Der Bahn-Vorstand will dennoch nicht verhandeln , weil man doch schon so ein tolles Angebot vorgelegt hat. Absurd! Wenn Sie, verehrte Herren, dieses Spiel weitertreiben, werden wir uns noch wünschen, die deutsche Eisenbahn würde wieder der Staatsbetrieb von früher. Da kam der Zug zwar auch nicht pünktlich, aber er fuhr wenigstens überhaupt.
Ein Vorschlag zur Güte: Die Lokführer bekommen ihren eigenen Tarifvertrag und die Bahn einen Lohnabschluss von, sagen wir, sechs Prozent. Dann müssen Transnet und GDBA, die anderen beiden Bahngewerkschaften, nicht nachverhandeln (die sind übrigens an dem Chaos auch nicht unschuldig - schließlich hätten sie sich vor ihrem eigenen Tarifabschluss mit der GDL verständigen können). Bis zum kommenden Jahr hätten die Gewerkschaften danach Zeit, sich auf eine vernünftige Tarifgemeinschaft zu einigen. Die Bahn verhandelt dafür, wie es sich für einen Arbeitgeber gehört, statt ständig zum Gericht zu laufen und die Tarifautonomie zu untergraben . Und wir Kunden können uns endlich wieder einem unterhaltsameren Spektakel zuwenden. Der Rugbyweltmeisterschaft zum Beispiel. Da ist am Wochenende Halbfinale.
- Datum 10.10.2007 - 12:38 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Bitte bleiben Sie hart Herr Mehdorn.
Lassen Sie diesen billigen Erpressungsversuch scheitern.
Danke.
Bitte bleiben Sie hart Herr Schell.
Wenn nicht jetzt, wann dann. Danke.
Tja, lieber Dampfhammer aus Bayern. Ich glaub so wird das nix. Ich glaub die beiden sind noch schlimmer als wir Schwaben und Ihr Bayern. Trotzdem Gruß ins Nachbarland.
Wenn die Damen und Herren des Vorstandes der Bahn AG dieses Jahr eine bescheidene Gehaltserhöhung von über 60% erhalten haben, so wäre es doch nur fair und gerecht, wenn die, die die eigentliche Arbeit machen, eine ähnlich hohe Lohnerhöhung erhalten.
Es ist nicht zu vergessen, daß die Damen und Herren des Vorstandes auch nur Angestellte sind! Wären sie Unternehmer und nicht Unterlasser, brauchte man über Gehälter kaum zu diskutieren.
Es wird allerseits vergessen, daß Herr Mehdorn die Deutsche Bahn AG an die Börse bringen will. Dazu braucht er niedrige Kosten und hohe Renditen, bzw. Renditeerwartungen. Und wenn ich lese, daß geplant ist, die "unrentablen" Bahnhöfe zu schließen, dann ist mir klar, wohin der Zug rollt. Und dabei kann Herr Mehdorn keine aufmüpfigen Lokführer gebrauchen, es geht höchstwahrscheinlich auch um seine Aktienoptionen!
Auch wenn der Wind ins Gesicht weht.
Auch braucht man sich nicht wegen einer Lohnforderung von 30% kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen. Es gibt eine Menge Berufsgruppen wo Lohnforderungen von 100% kaum an die Existenzsicherung heranreichen würden.
Die GdL kann hier einen Anfang machen, für Löhne die den Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und der Arbeit angemessen sind. Die GdL kann zeigen, daß man seine Forderungen nach angemessener Bezahlung auch erfolgreich vertreten kann.
Auch wenn auf dem Bahnsteig die Wartezeit länger werden sollte. Warum sollen die Schwachen immer zurückstecken? Mehdorn mit seinen Pfründen weiß eh nicht, wie das Leben eines Lokführers aussieht. Es braucht Widerstand gegen die maßlosen Verwalter! Die Führung reagiert erst auf Druck. Es ist bedauerlicherweise in fast allen gesellschaftlichen Bereichen so. In welchem Verhältnis steht dazu der Komfort eines Bahnreisenden?
Dr. Roland Borowka
Warum keine 100% fragen Sie? Ganz einfach, weil dies wohl nicht angemessen wäre für Lokführer. Warum also 30%? - Weil die Lokführer dann wieder halbwegs vergleichbar mit ihren europäischen Kollegen in vergleichbaren Ländern bezahlt werden.
Ist Ihnen nicht aufgefallen, das Figuren wie Mehdorn einerseits gern in der freien Marktwirtschaft spielen, aber gleichzeitig mit Gerichten und Bestimmungen sich Alles zurechtbiegen wollen wie sie es brauchen. Und sich selbst ständig widersprechen. Das diesen Personen eigentlich alles egal ist, solang sie sich nur durch teils mehr als unfaire Mittel schamlos auf Kosten Anderer bereichern können?
Ist es nicht so, das viele Führungskräfte der Wirtschaft die Menschen nicht eben nicht mehr als Menschen sehen, sondern als reine Verfügungsmasse mit der man umspringen kann wie man will?
Warum für Putzfrauen, Wachleute, Friseusen, ... ... ... Lohnerhöhungen von 100% angemessen brauche ich hoffentlich nicht zu erläutern.
Man sollte endlich aufhören, die von der GDL angestrebte Lohnerhöhung in Prozentsätzen auszudrücken. Das vernebelt nur das Bild, deshalb hat die Bahnspitze dies auch so in die Medien lanciert, die das leider unkritisch nachbeten ! Diese Damen und Herren der Bahnspitze würden doch für das Gehalt, das Lokführer verdienen, morgens gar nicht aus de Bett steigen, (nicht einmal NACH einer angestrebten Erhöhung um 31 %), geschweige denn zu jeder Tages-oder Nachtzeit, wie es Schichtdienst nun einmal verlangt. Und die Gehaltserhöhungen, die sie sich selbst genehmigen, entsprechen mehreren Jahreseinkünften eines Lokführers ! Wohlgemerkt : nur der Erhöhung auf ein bereits sechs- oder siebenstelliges Gehalt ! Diese Typen brauchen wahrhaftig keine Ermutigung durch bajuvarische steamhammer, die sind schon hart wie Kruppstahl und sorgen für sich auf Kosten anderer !
Das sie die Welt in Bereiche wie "NUR" Putzfrau und Andere teilen hat man bis jetzt ja auch kaum bemerkt. Im Gegensatz zu ihnen bin ich jedoch der Meinung, das auch eine Putzfrau ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben hat. Dies hat nichts damit zu schaffen, das der eine mehr oder weniger verdient. Sie müssen in einer sehr armen Welt leben, vor allem geistig und moralisch.
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